Dörpum : „Ihr hattet Durchhaltevermögen“

Die Formation „Move it up“ aus Niebüll gratulierte zum Jubiläum – und begeisterte Gastgeber sowie Gäste.
Die Formation „Move it up“ aus Niebüll gratulierte zum Jubiläum – und begeisterte Gastgeber sowie Gäste.

Der Dörpumer Landfrauenverein besteht seit 60 Jahren, das jüngste Mitglied ist 25 – das älteste 98 Jahre.

shz.de von
09. März 2018, 08:00 Uhr

Seit 60 Jahren ist der Landfrauenverein Dörpum mit seinen derzeit 200 Mitgliedern fester Bestandteil im gesellschaftlichen Leben des Kreises Nordfriesland. Grund genug für die Vorsitzende Martje Petersen und ihr elfköpfiges Vorstandsteam, einen Jubiläumsabend auf die Beine zu stellen. Vertreter aus Politik, Kirche, Feuerwehr, Wirtschaft und Vereinen sowie die Vorsitzende des Kreislandfrauenverbandes Nordfriesland, Magret Albrecht, gratulierten und würdigten in Wortbeiträgen die Arbeit der Landfrauen.

Ehrungen, ein Buffet sowie zwei besondere Auftritte standen auf dem Programm. Bejubelt wurden die Tänzerinnen der Formation Move it up aus dem Niebüller Tanzstudio von Sonja Stümer. Die Erfolgstruppe erreichte bereits zehn Mal den Deutschen Meistertitel und ist derzeit Weltmeister in der WDC-HipHop-Klasse. Die Theatergruppe der Freiwilligen Feuerwehr Dörpum hatten die Lacher mit dem Stück „Korden för de Füerwehrball“ auf ihrer Seite.

Martje Petersen nutzte den Rahmen und zeichnete die Ehrenvorsitzende Ilse Petersen aus. Sie ist zugleich Gründerin und wirkte 41 Jahre im Vorstand, davon 25 Jahre als Vereins-Chefin. Ausgezeichnet wurden ebenso ihre von einst 23 noch fünf lebenden Mitstreiterinnen der ersten Stunde: Didi Christiansen, Edith Johannsen-Schmidt, Anni Carstensen, Helga Brodersen und Thea Thomsen. „Ihr seid nun zwischen 84 und 98 Jahre alt. Das heißt, ihr wart vor sechs Jahrzehnten zwischen 24 und 38 Jahre, als ihr den Verein am 13. Februar 1958 aus der Taufe gehoben habt“, so Martje Petersen in ihrer Ansprache. „Ihr hattet den Mut, unseren Verein ins Leben zu rufen und zum Laufen zu bringen. Ihr hattet Durchhaltevermögen und habt immer mehr Frauen begeistern können.“ Die Landmänner hätten sich damals schwer getan mit dem Gedanken, dass ihre Frauen am Nachmittag zu Veranstaltungen außer Haus gingen, statt am heimischen Herd zu stehen. Anfängliche Skepsis schlug um in Respekt.

Bei Gründung sei Dörpum der vierte Verein im damaligen Kreis Husum gewesen, so Magret Albrecht. „Der Grundgedanke, ein lebenswertes Leben auf dem Lande für Frauen und ihre Familien zu gestalten, ist bis heute geblieben.“ Nur die Arbeit habe sich verändert. „Die Angebote sind ein Mix aus Geselligkeit und Weiterbildung.“

„Ich habe die Landfrauen immer als entschlossen erlebt“, so Heinrich Becker. Er erinnere sich an viele inhaltsreicher Redebeiträge im Rahmen von Kundgebungen gegen die CO2-Endlagerung in Nordfriesland.

Die Ehrenvorsitzende Ilse Petersen ließ alte Zeiten aufleben. Schon immer seien die Landfrauen kreativ gewesen, nur sie wussten es anfangs noch nicht, weil der Begriff erst in heutiger Zeit aktuell wurde. „Trimm-Dich-Fit“ habe Arbeit in Haushalt und Hof geheißen, und auch sonst sei aus wenigem nach den Kriegszeiten viel gemacht worden.

Seit 2013 ist der Verein eingetragen und hat eine Homepage (www.landfrauen-doerpum.jimdo.com). Die Mitglieder kommen selbst aus Bayern. „Für die Landfrauen ist niemand zu alt. Unser jüngstes Mitglied ist 25, unser ältestes 98. Das schweißt Jung und Alt zusammen“, so Martje Petersen.

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