Kampf dem Geschäfts-Leerstand : Ideen-Anlaufstelle am Marktplatz

Claus Röhe, Eggert Vogt, Michael Schäfer, Ralf Heßmann, Sandra Rohde und Tilmann  Meyer während der Stippvisite in den Räumen Am Markt 20 in Friedrichstadt.
Claus Röhe, Eggert Vogt, Michael Schäfer, Ralf Heßmann, Sandra Rohde und Tilmann Meyer während der Stippvisite in den Räumen Am Markt 20 in Friedrichstadt.

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises ist jetzt in Friedrichstadt direkt am Marktplatz präsent. Dort sollen Ideen gesammelt werden, wie der Leerstand in der Stadt am besten bekämpft werden kann.

von
17. Januar 2015, 12:00 Uhr

Wer drinnen sitzt, der bekommt viele Reaktionen der draußen vorbeilaufenden Passanten mit. Fast alle bleiben nämlich stehen, schauen durch die großen Scheiben hinein, und oftmals ist ein wenig Ratlosigkeit in den Gesichtern zu lesen. Denn direkt am historischen Marktplatz, in bester Lage in Friedrichstadt, dort wo jahrzehntelang der Schreibwarenhandel Kruse zu Hause war, steht jetzt über den Schaufenstern „Theorie + Praxis“. Dahinter verbirgt sich für zumindest das nächste halbe Jahr eine Anlaufstelle für alle Friedrichstädter Bürger. Es ist eine Außenstelle der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Nordfriesland. Dort wollen die beiden „Friedrichstadt-Kümmerer“, Tilmann Meyer und Michael Schäfer, mit den Bürgern ins Gespräch kommen. Das langfristige Ziel: die Leerstandsproblematik in dem kleinen Holländerstädtchen in den Griff zu bekommen.

Tilmann Meyer der als Regionalentwickler angestellt ist, und Michael Schäfer als Kurator haben kein Lösungskonzept griffbereit, sind aber beide der festen Überzeugung, dass es Möglichkeiten gibt. „Die Friedrichstädter haben so viele gute Ideen im Laufe der vergangenen Jahre entwickelt, doch bislang sind sie kaum umgesetzt worden“, sagt Schäfer und betont, dass etwas bewegt werden müsse. Konflikte in der kleinen Stadt müssen gelöst werden, doch dazu müssten die Parteien auch ein Gespräch führen, an einem Tisch sitzen – und das soll im Haus Am Markt 20 geschehen, als Moderatoren stehen Meyer und Schäfer bereit.

Rein praktisch wird Tilmann Meyer vorgehen. „Wir wollen eine Leerstands-Bestandsaufnahme machen: Vorrangig natürlich von den Gewerbebetrieben, wenn die ein oder andere Wohnung darunter fällt, weil sie über einem Geschäft liegt, sei dies nur gut.“ Gerade beim Neujahrsempfang habe er erfahren, dass viele Bewohner gar nichts von leerstehenden Wohnungen wüssten, auch dies könne Am Markt 20 durchaus einmal Thema in irgendeiner Form werden.

Wie soll es in Friedrichstadt weitergehen? Nach dem der Handels- und Gewerbeverein die Flinte ins Korn geworfen hat, hat es über einen längeren Zeitraum keine Vertretung der Wirtschaft mehr gegeben. In die Fußstapfen des HGV ist „Wir für Friedrichstadt“ getreten. Ein Aufschwung ist in der Stadt, sicherlich durch einen Generationenwechsel und durch Zuzug zu spüren, denn auch die Initiative „Netzwerk Friedrichstadt 2021“ will die Stadt voranbringen. Sie hat übrigens schon die neuen Räume Am Markt 20 genutzt, um dort über die Spielplatz-Umbaupläne in Seeland mit einem Architekten zu beraten.

Die Anlaufstelle am Marktplatz soll immer freitags ab spätestens 9 Uhr geöffnet sein, das Ziel ist es, dort drei Mal in der Woche als Ansprechpartner zur Verfügung stehen zu können, sagen Schäfer und Meyer übereinstimmend. Auch werde daran gedacht, einmal in der Woche auch in den Abendstunden zu öffnen, damit auch die berufstätigen eine Chance hätten, dort vorbeizuschauen.

Die Besuche, so sagen Michael Schäfer und Tilmann Meyer, seien ungezwungen. Offiziell wird es aber am Dienstag, 3. Februar, ab 18 Uhr. Dann nämlich lädt die Stadt Friedrichstadt offiziell zu einem Workshop „Weiterentwicklung der Stadt Friedrichstadt – mit dem Schwerpunkt Leerstand“ ein.

Gestern stellten Michael Schäfer und Tilmann Meyer ihre Pläne Bürgermeister Eggert Vogt, Amtsvorsteher Ralf Heßmann, dem Leitenden Verwaltungsbeamten Claus Röhe und der Amts-Friedrichstadt-Beauftragten, Sandra Rohde, vor.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen