Viöl : „Ich bin gerne hier Pastorin“

Dr. Christine Weidevor ihrem Arbeitsplatz – der Viöler Kirche.
Dr. Christine Weidevor ihrem Arbeitsplatz – der Viöler Kirche.

Die Viöler Seelsorgerin Dr. Christine Weide wird am 3. Juni offiziell mit einem Gottesdienst in ihr Amt eingeführt.

shz.de von
02. Juni 2018, 10:00 Uhr

„Was ich hier tue, entspricht meiner Idealvorstellung von Kirche“, sagt Pastorin Dr. Christine Weide. Dankbar ist sie für die Chance, die Familien rund um Viöl durch das gesamte Leben hindurch zu begleiten – von der Taufe über die Konfirmation bis zum Tod. Wobei die schönen Ereignisse absolut überwiegen: „Hier werden noch viele runde Geburtstage und goldene Hochzeiten im großen Stil gefeiert. Das gibt es in der Stadt kaum noch“, sagt Christine Weide, die es als „etwas sehr Schönes“ empfindet, in Viöl als Pastorin tätig sein zu dürfen. Am Sonntag (3. Juni) wird sie nun auch offiziell von Propst Jürgen Jessen-Thiesen in ihr Amt eingeführt – mit einem Gottesdienst ab 14 Uhr in der Viöler Kirche. Anschließend gibt es im Kirchspielskrug Gallehus Kaffee und Kuchen.

Eigentlich hätte Dr. Christine Weide schon 2017 ins Pastorenamt eingeführt werden sollen. Schließlich betreut sie die Viöler Kirchengemeinde bereits seit Anfang 2014. Doch zu der Zeit befand sich die inzwischen dreifache Mutter gerade in Elternzeit.

Und auch das gefällt ihr an ihrer Stelle in Viöl: die relativ gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Möglichkeit, sich Freiräume zu schaffen, um mit den Kindern mal ins Freibad oder auf den Fußballplatz zu gehen. „Bei mir selbst blieb der Sport leider ein wenig auf der Strecke“, sagt sie, die als Leistungssportlerin früher aktiv Rollkunstlauf betrieb. „Wenn es die Zeit erlaubt, gehe ich zum Zumba.“ Während sich ihr Mann in der Freiwilligen Feuerwehr engagiert, singt sie im Kirchenchor mit. Außerdem spielen beide Posaune und starten ab und zu kleine Chorprojekte – eines davon wird morgen zu hören sein.

Christine Weide wurde 1980 in Kiel geboren. Dort studierte sie Evangelische Theologie, wenn auch anfangs noch nicht mit der konkreten Idee, eines Tages als Pastorin zu arbeiten. Nach ihrem Examen 2005 widmete sie sich in ihrer Doktorarbeit dem Briefwechsel Georg Spalatins. „Er unterstützte Martin Luther. Daher ist ihm eine bedeutende Rolle in der Reformation zuzuschreiben“, sagt Dr. Christine Weide, die auch als wissenschaftliche Angestellte am Institut für Kirchengeschichte der Kieler Christian-Albrechts-Universität tätig war. Für ihre Arbeit, die inzwischen als Buch vorliegt, erhielt sie 2011 den Fakultätspreis der Theologischen Fakultät.

Bei der Zuteilung ihrer ersten Stelle als Pastorin wurden die Wünsche der Familie berücksichtigt: „Mein künftiger Wirkungskreis sollte nicht mehr als eine Stunde von Kiel entfernt liegen und über ein Teampfarramt verfügen, also über zwei 100-prozentige Pfarrstellen“, sagt sie. Glücklich darüber, dass diese Voraussetzungen in Viöl gegeben waren, betreut sie nun schon seit mehr als vier Jahren gemeinsam mit Pastor Jens Augustin ein Kirchspiel, das 16 Dörfer und mehr als 4 000 Kirchenmitglieder umfasst.

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