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Kupieren per Gummiring : Hygiene-Maßnahme „Stummelschwanz“

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Laut Tierschutzgesetz ist das Kupieren der Schwänze von Lämmern mit einem Gummiring erlaubt. Diese Methode ist auch in Nordfriesland die häufigste.

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erstellt am 14.Aug.2014 | 12:00 Uhr

Der wilde Vorgänger der Schafe, das Mufflon, hatte es gut: Der Schwanz war kurz. Erst durch Züchtungen auf Wolle sind Rassen mit buschigem Schwanz entstanden – und der wird wieder zum Stummel gemacht: wie bei den in Nordfriesland verbreiteten Texel-Schafen. Die Frage nach dem Grund beantwortet Janine Bruser, Geschäftsführerin des Landesverbandes Schleswig-Holsteinischer Schaf- und Ziegenzüchter: „Aus hygienischen Gründen – und zwar bei Zucht- und Muttertieren“, klärt die Fachfrau auf. Der Po solle frei bleiben, da sich Fliegenmaden bei einem dreckigen Schwanz- und Anusbereich in das umliegende Gewebe einnisten könnten. Lang bleibt nach Angaben von Janine Bruser der Schwanz bei Schlachtlämmern, die nur fünf bis sechs Monate leben.

Laut Tierschutzgesetz ist das Kupieren der Schwänze von Lämmern mit einem Gummiring erlaubt. Diese Methode ist auch in Nordfriesland die häufigste. Es wird ein Gummiring an der entsprechenden Schwanzstelle angebracht, um die Blutzufuhr zu unterbrechen – „nach etwa zwei Wochen fällt das Schwanzende ab“, erklärt Bruser. Allerdings dürfen die Tiere für diese Prozedur höchstens acht Tage auf der Welt sein. Ist der Nachwuchs älter, muss auf jeden Fall betäubt werden.

Der Schwanz sollte auf keinen Fall zu stark gekürzt werden, damit die Abwehr von Fliegen noch möglich ist – Janine Bruser: „Scheide und After müssen unbedingt bedeckt sein.“

Ganz problemlos ist die Gummiring-Pozedur nicht für das Lamm. „Es juckt“, sagt die Verbandsgeschäftsführerin. Einige Tierschützer gehen davon aus, dass der Schafnachwuchs mindestens auch Stress empfindet. Eine Alternative zum Kupieren ist das Scheren des Schwanzes und der Hinterhand. „In kleineren Betrieben wird es so gemacht“, weiß Janine Bruser. Halter und Züchter mit großen Herden könnten dies jedoch nicht leisten.

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