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Commerzium : Husums Wirtschaft bekommt eigenen Rathaus-Mitarbeiter

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das Commerzium wünscht sich einen Beauftragten im Rathaus, der ihnen Türen öffnen kann: Politik und Verwaltung haben entschieden, diesen Wunsch zu erfüllen.

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erstellt am 20.Jul.2017 | 13:00 Uhr

„Wir können für die Stadt viel bewegen“, ist Henning Götsch, Vorstandsmitglied des Husumer Commerziums überzeugt. „Wir vertreten 350 Betriebe mit über 5000 Mitarbeitern – wir können und wir müssen unsere Interessen klar und deutlich formulieren!“, so formuliert es Peter Cohrs. Nachdem sich die vier Husumer Wirtschaftsvereine im vergangenen Jahr dazu entschlossen haben, ihre Kräfte unter dem Dach des Commerziums zu bündeln, stellte Cohrs als erster Vorsitzender des Vereins auf der Jahresversammlung des Vereins die Ziele, aber auch die künftigen Ansprüche der hiesigen Wirtschaft an Politik und Verwaltung vor. Die Haltung, die Peter Cohrs in den Räumen von FTCAP vertrat, wird für die meisten Husumer nicht neu sein. Neben den bekannten Klagen erläuterte Cohrs diesmal aber auch ganz konkrete Pläne, die das Commerzium umsetzen möchte. So wünsche sich das Commerzium, dass künftig im Rathaus ein Mitarbeiter dafür zuständig ist, sich um die Belange der Wirtschaft zu kümmern. Bisher sei es immer wieder schwierig, den zuständigen Ansprechpartner für ein Problem zu finden.

Weiterhin forderte Cohrs eine Trennung zwischen Stadtmarketing und Tourismusmarketing. Eine vom Commerzium in Auftrag gegebene Umfrage habe ergeben, dass die Zufriedenheit mit dem derzeitigen touristischen Engagement sowohl in der Verwaltungsspitze als auch in der Wirtschaft nicht sonderlich hoch sei. Vereinfacht soll sich das (bisher nicht vorhandene) Stadtmarketing künftig ums Image der Stadt Husum nach innen und außen kümmern und das Tourismus-Marketing um potenzielle Urlauber, die länger in der Stadt bleiben könnten.

Cohrs deutete an, dass die Aufgabe des Stadtmarketings auch von der Messe Husum & Congress übernommen werden könnte. Grundsätzlich wiederholte er die Forderung, dass Husum endlich ein touristisches Konzept entwickeln müsse. Wichtig wäre beispielsweise beim geplanten Neubau des Hallenbads, dass sinnvoll überlegt werde, wo es gebaut wird. „Nicht einfach auf irgendeiner freien Fläche, die die Stadt noch hat“, findet Cohrs. Ihm schwebe eher vor, dass neue Bad an ein Hotel zu koppeln, um so auch das Segment des Wellness-Tourismus zu bedienen.

Wo dieses neue Hotel stehen soll, sagte Cohrs nicht, kam aber dennoch aufs Thema Dockkoog zu sprechen. Die Wirtschaft dürfe die Verzögerung bei der Deichverstärkung nicht hinnehmen: „Sieben Jahre Stillstand, sieben Jahre Schockstarre – das nehmen wir nicht hin“, erklärte der Geschäftsmann unter Applaus der anderen Commerziums-Mitglieder.

Bürgermeister Uwe Schmitz war für eine Stellungnahme zu Peter Cohrs’ Wunsch nach einem eigenen Ansprechpartner für die Wirtschaft im Rathaus nicht zu haben. Nach einem Gespräch zwischen den Fraktionsvorsitzenden und dem Vorstand des Commerziums am 27. Juni sei das Thema noch einmal im Hauptausschuss erörtert worden, sagte er. Und der habe seinem Vorschlag zugestimmt.

Was dieser Vorschlag beinhaltet, will er allerdings nicht sagen: „Das dazugehörige Schreiben habe ich gestern in die Post gegeben“, sagte Schmitz, „und möchte erst einmal abwarten, dass es ankommt, bevor ich mich öffentlich dazu äußere.“ Auch auf mehrfache Nachfrage brach der Bürgermeister sein Schweigen nicht. Von der vorgestrigen Sitzung des Commerziums habe er nichts gewusst, erklärte der Verwaltungs-Chef abschließend.

Danach erhielt die Redaktion der Husumer Nachrichten das streng geheime Schreiben auf anderem Wege: Demnach bekommt die Wirtschaft ihren Betreuer im Rathaus, diese Aufgabe soll ein schon jetzt in der Verwaltung beschäftigter Mitarbeiter übernehmen.

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