Ausgebranntes Nordsee-Hotel : Husums Sommer mit Ruine

Spaziergänger am Dockkoog betrachten die Hotel-Ruine.
Spaziergänger am Dockkoog betrachten die Hotel-Ruine.

Husumer und Gäste müssen sich an den Anblick des ausgebrannten Hauses gewöhnen – es bleibt wohl noch eine Weile stehen.

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17. Mai 2018, 08:00 Uhr

Vier Monate ist es her, dass das Nordsee-Hotel auf dem Dockkoog mitten in der Nacht in Flammen stand. Seitdem steht in Husums Naherholungsgebiet eine unbewohnbare Ruine – und es sieht so aus, als könnten sich Husumer und Gäste erst einmal an den Anblick gewöhnen. „Das Hotel wird im schlimmsten Fall die Saison über so stehen bleiben – als Mahnmal dafür, dass Husum am Dockkoog endlich etwas tun muss“, glaubt Karl-Heinz Häuber, Vorsitzender des Dehoga im südlichen Nordfriesland. „Glücklich sind wir darüber natürlich nicht, aber die Situation lässt sich nicht ändern“, sagt Husums Tourismus-Chefin Jutta Albert.

Warum das Hotel abgebrannt ist, steht offiziell noch nicht fest, die Polizei geht von Brandstiftung aus. Noch laufen die Ermittlungen, erklärt ein Polizeisprecher auf Anfrage, Details könne man nicht nennen. Auch nicht, wie lange die Ermittlungen voraussichtlich noch andauern.

Hotelier Manfred Clormann äußert sich nur knapp: Bevor die polizeilichen Ermittlungen nicht abgeschlossen sind, treffe er keine Entscheidung über die Zukunft des Hotels.

Clormann ist derjenige, auf den Stadt und Land zumindest irgendwann in der Zukunft setzen. „Meiner Meinung nach ist der Eigentümer gefordert: Will er das Gebäude veräußern, will er neu aufbauen – welche rechtlichen Dinge kann er mit dem Landesbetrieb für Küstenschutz klären?“, fragt Christian Czock, Fraktionsvorsitzender der CDU, „ich würde mich freuen, wenn es eine rasche Lösung gäbe – doch die Stadt kann da einfach nichts machen.“ Deshalb befürchte auch er, dass das ausgebrannte Hotel noch eine Weile stehen bleiben würde.

Das Grundstück, auf dem das Hotel steht, hatte Clormanns Vorgänger einst vom LKN gepachtet. In den vergangenen Jahren schwelte ein Konflikt zwischen dem Landesbetrieb und Clormann, ob letzterer das Gebäude im Falle der geplanten Deichverstärkung abreißen müsse, ohne dafür vom Land finanziell entschädigt zu werden (wir berichteten).

Johannes Oelerich, Chef des Landesbetriebs für Küstenschutz (LKN), mag zum Nordsee-Hotel derzeit nicht viel sagen: „Wir warten die Erkenntnisse zur Brandursache ab.“ Außerdem gehe er davon aus, dass sich „der Eigentümer ja irgendwie verhalten wird“ – also früher oder später mit dem LKN Kontakt aufnehme: „Ich bin sicher, dass er irgendwann eine Entscheidung trifft, wie es mit dem Gebäude weitergehen soll und sich dann mit uns in Verbindung setzt.“ Von sich aus werde das LKN keinen Kontakt zu Clormann suchen: „Das gebietet der Anstand“, findet Oelerich, „er hat derzeit genug Probleme und für uns hat die Sache ja keine Eile. Wir kommen sowieso nicht zu den Planungen für den Dockkoog.“ Und was ist mit den Husumern, die sich dringend wünschen, dass die Brandruine verschwindet? „Dann muss die Initiative von Husum ausgehen“, befindet der LKN-Chef.

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