Grenzwall zwischen Husum und Mildstedt : Husums „Grenzwall“ wird abgeflacht

Straßenbaumeister Johannes Empen bearbeitete gestern den Wall hinter dem Mauweg.
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Straßenbaumeister Johannes Empen bearbeitete gestern den Wall hinter dem Mauweg.

Anwohner ärgern sich, dass das Bollwerk, ursprünglich ein Lärmschutzwall, hinter dem Mauweg an Höhe verlieren soll.

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31. Januar 2018, 13:00 Uhr

Es gehe nun um den „Limes von Mildstedt“ kündigte Ulf von Hielmcrone, Vorsitzender des Umwelt- und Planungsausschusses, den Tagesordnungspunkt an: Dieser „Grenzwall“ ist eigentlich ein alter Lärmschutzwall, stellenweise fast vier Meter hoch, und verläuft zwischen den Gärten der Mauweg-Anwohner und einem Neubaugebiet beim Lidl-Supermarkt. Im Zuge der Erschließung dieses Neubaugebiets habe sich nun gezeigt, dass der Wall nicht so hoch bleiben könne, wie er derzeit ist, erklärte Bauamts-Chef Jörg Schlindwein auf der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses: Das Bollwerk sei auf der einen Seite derartig steil, dass es für die neuen Anwohner schwer möglich sei, das gute Teil zu pflegen. Deshalb solle der Wall nun um gut einen Meter abgetragen werden.

Dieses Ansinnen stößt offenbar bei Anwohnern des Mauweges, die seit Jahrzehnten mit dem Wall im Garten leben, nicht auf ungeteilte Begeisterung: Durch den üppigen Bewuchs sei ein derartig vielseitiges Biotop entstanden, das durchs Abtragen zerstört werde, merkte ein Anwohner während der Sitzung an. Die Anwohner aus dem Mauweg hätten es in den vergangenen Jahren doch auch geschafft, den vermeintlich nicht besteigbaren Wall zu pflegen. Außerdem sei darin alter Bauschutt versenkt worden, der durch das Abtragen wieder zum Vorschein kommen werde: „Dann haben Sie dort eine kahle Wüste.“

Eine Wüste werde es nicht geben, versicherte der Bauamts-Chef, natürlich werde die Stadt dafür sorgen, dass der abgeflachte Wall wieder ordentlich aufbereitet werde. Auch den Bewuchs wolle man – soweit möglich – stehen lassen.

Nach einer ausführlichen Diskussion wies Schlindwein darauf hin, dass die Politik der Abflachung des Walls eigentlich ohnehin schon mit der Aufstellung des B-Plans zugestimmt hätte. Damit hatte sich das Thema auch erledigt. Vermarktet werden sollen die Grundstücke voraussichtlich ab März.

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