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Theodor-Storm-Jahr 2017 : Husums Dichter zu Wasser und an Land

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Straßen, Schulen, Schiffe und die Eisenbahn: Der Name des großen Sohns der Stadt Husum, Theodor Storm, war und ist an vielerlei Orten präsent.

Berühmte Namen zieren vielerlei Dinge – das gilt auch für Theodor Storm. Unzählige Straßen sind nach ihm benannt, allein die erste Google-Seite zählt Treffer in 14 verschiedenen Städten. Und Bildungseinrichtungen natürlich: Eine Theodor-Storm-Schule gibt es nicht nur in Husum, sondern auch in Kiel, Hohn, Bad Segeberg, Bad Oldesloe, Wedel, Hanerau-Hademarschen, Heiligenhafen, Berlin-Neukölln und weiß der Kuckuck wo noch überall. Auch etliche Apotheken schmücken ihre Bezeichnung mit dem Heimatdichter.

Und dann sind da noch die etwas exotischeren Namensträger: Wie etwa der Seenotkreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), der intern unter der Bezeichnung SK 33 firmiert und 2010 gebaut wurde. Sandra Carstensen, die Ehefrau des damaligen Kieler Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen, taufte das 20 Meter lange und 40 Tonnen verdrängende Schiff am 13. August 2011 in Büsum. Dort ist die „Theodor Storm“ auch stationiert.

Unter der Flagge der ehemaligen DDR fuhr ebenfalls eine „Theodor Storm“: Das 1966 gebaute Kühlmotorschiff der VEB Deutsche Seereederei Rostock (DSR) war weltweit im Einsatz und querte als erstes DSR-Schiff den Panama-Kanal. Der Heimatstadt des Dichters war es wohl beim Passieren des Nord-Ostsee-Kanals am nächsten, zum Beispiel im März 1989. Ein Jahr später wurde das 135 Meter lange und 8857 Tonnen verdrängende Schiff zur Verschrottung nach Indien verkauft. Das heißt aber nicht, dass der Name auf hoher See nicht mehr zu finden ist, denn seit 2004 pflügt ein Container-Frachter als „Theodor Storm“ über die Weltmeere.

Und an Land? Da gab es den Intercity „Theodor Storm“. Der fuhr in den 1980er und 1990er Jahren zumeist Richtung Sylt oder von dort weg und reichte im Lauf der Zeit unter verschiedenen Zugnummern nach Köln, München, Karlsruhe, Würzburg, Frankfurt, Nürnberg oder sogar bis ins schweizerische Basel. Unter den Langläufern musste er sich trotzdem einem anderen nach einem deutschen Dichter benannten Zug geschlagen geben: Der Intercity „Gorch Fock“ von Westerland nach Passau war 14 Stunden und 13 Minuten unterwegs und damit der mit der längsten Laufzeit innerhalb Deutschlands. Nur einige Auslandsverbindungen brauchten noch länger.

Heute ist ein Zug namens „Theodor Storm“ jedoch schon lange nicht mehr unterwegs: Stattdessen erreichen die Intercitys „Deichgraf“, Nordfriesland“, „Uthlande“ und „Wattenmeer“ den Bahnhof der Urlaubsinsel in der Nordsee.

Aber halt, ganz war der Glanz des Dichters mit der Streichung seines Namens von der Zugnamensliste noch nicht von der Schiene verschwunden: In Reminiszenz an den „Schimmelreiter“ nach Sylt der 1960er und 1970er Jahre fuhr die Deutsche Bahn unter diesem Namen in den 2000er Jahren ab und zu noch einen Dampf-Nostalgiezug zwischen Hamburg und Westerland. Solche Sonderzüge gibt es zwar immer noch. Aber „Schimmelreiter“ heißen sie nicht mehr.

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erstellt am 12.Jun.2017 | 16:00 Uhr

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