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Eine Erfolgsgeschichte : Husumer Windmesse feiert Jubiläum

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Husumer Windmesse feiert 25-jähriges Bestehen. Und ihre Erfolgsgeschichte geht weiter, prophezeit Messe-Geschäftsführer Peter Becker. Für 2015 werden 600 Aussteller und ihre Teams sowie 20.000 Besucher erwartet.

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erstellt am 12.Okt.2014 | 18:00 Uhr

Erstmals fand die internationale Leitmesse der Windenergie-Branche in diesem Jahr nicht in Husum, sondern in Hamburg statt. Die Messegesellschaften der beiden Städte kooperieren allerdings konzeptionell und wirtschaftlich. Die nächste Windmesse vom 15. bis 18. September 2015 in der Storm-Stadt wird dann – auf etwa der Hälfte der Fläche im Vergleich zur Windmesse im Jahr 2012 – den Fokus auf den Kernmarkt Deutschland und die benachbarten Länder legen. Zunächst freut sich das 35-köpfige Messe-Team aber auf die Jubiläumsfeier „25 Jahre Husum Wind“. Festredner der Veranstaltung am kommenden Dienstag (14.) im Nordsee-Congress-Centrum ist Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig. Im Gespräch mit unserer Zeitung zieht Peter Becker, Geschäftsführer der Messe Husum & Congress, eine Zwischenbilanz und wagt einen Ausblick auf die Husumer Windmesse im kommenden Jahr.

Die erste Hamburger Windenergie-Messe in Kooperation mit der Messe & Congress ist gelaufen. Wie fällt Ihr persönliches Fazit aus?

Am ersten Tag, da bin ich ganz ehrlich, ist mir das ein bisschen schwer gefallen. Am zweiten Tag konnte ich mich gut damit anfreunden, weil dann auch klar war, dass das Konzept, das wir uns gemeinsam mit den Hamburgern und der Branche überlegt haben, aufgeht: eine internationale Leitmesse in einer Großstadt, die sich abhebt, von dem was wir in Husum gemacht haben und auch in Zukunft machen wollen. In Hamburg ist die Messe allein schon durch die Größe der Stadt anonymer. In Husum entsteht mehr Nähe und Austausch und das ist das, was Husum immer ausgezeichnet hat und worauf ich mich schon im nächsten Jahr wieder freue.

Hamburg hatte 33.000 Fachbesucher und 1250 Aussteller. Wäre das für Husum eine Nummer zu groß gewesen?

Diese Größenordnung hätten wir geschafft. 2014 wäre es definitiv noch möglich gewesen, auch in Husum diese Ausstellung zu organisieren. Jedoch wären bei weiterem Wachstum hinsichtlich Logistik und Infrastruktur die Grenzen erreicht. Und man kann Windkraft-Unternehmen nicht langfristig ausschließen, dann entstehen andere Messeplätze und spätestens dann ist man aus dem Markt.

Bleibt für Husum eigentlich finanziell etwas hängen vom gemeinsamen Engagement bei der Hamburger Messe?

Wir haben eine gegenseitige Beteiligung. Beide Seiten haben ein wirtschaftliches Interesse am Erfolg der jeweils anderen Veranstaltung. Wir haben eine enge Kooperation, von der beide wirtschaftlich profitieren und natürlich auch die Branche.

Am 14. Oktober wird das große Jubiläum „25 Jahre Husum Wind“ gefeiert. Ist das in einem Jahr ohne Windmesse in Husum nicht ein Anachronismus?

Auf keinen Fall. Es ist wichtig, diese 25 Jahre zu betonen. Nachdem wir uns mit den Hamburgern geeinigt hatten, hieß es: Messe verkauft, verhökert, verloren, im Messekrieg untergegangen – da gab es viele negative Punkte, die so nicht stimmten. Es ist ja auch für Husum eine sehr positive Einigung. Industrie und Messen haben sich darauf verständigt, weiterhin eine wichtige Branchen-Veranstaltung in Husum zu organisieren. Das ist ein Riesenerfolg.

Seien wir ehrlich, hätten wir zwei Messen gleichzeitig veranstaltet, wer weiß, wie es dann ausgegangen wäre?

Dann hätte wahrscheinlich weder Hamburg noch Husum 2016 irgendeine adäquate Messe. Es war ein Erfolg, weil die Messe weiterbesteht, weil die Branche ein Forum bekommt. Wir wollen zeigen, was gewesen ist und, dass eine vielversprechende Zukunft vor uns liegt – deswegen in diesem Jahr die 25-Jahr-Feier in Husum, an der Wiege der Windenergie.

Die Storm-Stadt ist also nicht der Verlierer des Modells „Hamburg international, Husum national“?

Absolut nicht. Es war ja lange Zeit die Rede davon, die Veranstaltung wechselt komplett nach Hamburg und man findet uns ab. Es war eine lange Auseinandersetzung über zweieinhalb Jahre, und am Ende ist das Ergebnis, wie ich finde, sehr zufriedenstellend.

Gehen Sie davon aus, dass die großen Hersteller der Windbranche die Husumer Messe auch nach 2019 noch buchen werden?

Ich bin da ganz sicher. Nationale Märkte brauchen auch nationale Messen. Und wenn es eine gibt, wie die Husumer Messe mit ihrem guten Ruf, diesen Besonderheiten und der hohen Kompetenz, weiß die Branche auch, was sie an dieser Veranstaltung hat.

Welche Hoffnungen knüpfen sie an die Husum Wind 2015 vom 15. bis 18. September und wie entwickelt sich die Buchungslage?

Wir haben aktuell mehr als 60 Prozent der geplanten Flächen fest vermietet und sehr viele Interessenten. Wir liegen ein Jahr vor der Veranstaltung sehr gut im Zeitplan. Wir ruhen uns aber nicht aus auf den Lorbeeren der Vergangenheit. Wir wollen das Know-how in der Region vermitteln und Anreize schaffen, die die Fachwelt hierher bringt. In Husum wird es eine sehr praxisnahe, fachbezogene Messe geben. Das macht Husum aus.

Die Erfolgsgeschichte der Husumer Windmesse geht also nahtlos weiter?

Ich gehe fest davon aus. Husum wird wieder Wind-Stadt sein und Aussteller sowie Besucher werden das besondere Flair genießen. Das wird im nächsten Jahr wieder so sein.

Künftig soll es auch neue Messe-Formate und Veranstaltungen geben – welche Projekte sind das konkret?

Vom 24. bis zum 26. Oktober haben wir die erste Nordic Games Convention mit 250 Spielern, die schnell ausverkauft war. Die Landparty soll zur Dauereinrichtung und um eine Fachkonferenz zum Thema „E-Sports“ erweitert werden. Nächstes Jahr wollen wir vom 18. bis 21. Juni 1500 Spieler in Husum zusammenbringen. Zigtausende Menschen werden im Internet verfolgen, wie andere gegeneinander spielen. Das ist auch ein spannender Werbemarkt mit einer kaufstarken Gruppe zwischen 15 und 29 Jahren. Da ist noch richtig Potenzial vorhanden.

Die Eiszeit – das Eislaufvergnügen in der Messehalle – wird vom 28. November bis zum 4. Januar zum zweiten Mal umgesetzt. Das ist eine tolle Veranstaltung für die Region. Dabei geht es darum, auch etwas zurückzugeben, was wir aus dem Messewesen generieren. Und dann haben wir weitere Projekte, über die ich nicht Auskunft geben möchte, weil wir noch in der Konzeptionsphase sind. Wir sondieren verschiedene Märkte. Es gibt viele Dinge, mit denen wir wirtschaftlich punkten können und das bereiten wir gerade vor.

Windmesse 2015:

 Die Messe Husum & Congress hat für die Windmesse im September 2015 bereits mehr als die Hälfte der Flächen vergeben. Branchen-Größen wie Siemens, Enercon und Senvion haben schon zugesagt. 2015 werden 600 Aussteller, 20.000 Besucher, und 6000 Ausstellervertreter zur Husum Wind erwartet. Sie werden dabei nach Veranstalter-Angaben voraussichtlich eine Umwegsrendite von etwa 40 Millionen Euro in die Region bringen. Damit wäre die Messe größer als die Husum Windenergy 2007.

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