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Anonyme Geständnisse : Husumer und ihre kleinen Müllsünden

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Vom Drucker in der gelben Tonne bis zu verbrannten Batterien reicht die Palette. Aber die meisten trennen ihren Abfall wohl ordentlich.

shz.de von
erstellt am 23.Apr.2017 | 11:00 Uhr

Hausmüll finde sich häufig in öffentlichen Papierkörben wieder, klagt der Kommunale Servicebetrieb Husum (KSH). Und auch der Grünabfall lande nicht immer dort, wo er hingehört (wir berichteten). Ist Husum eine Stadt der Müllsünder? Wir haben nachgefragt – anonym natürlich.

„Ich entsorge meinen Müll normalerweise richtig, manchmal sortiere ich aber das vereinzelte Stück Plastik in der Papiertonne nicht aus, weil ich zu faul bin“, räumt eine Frau ein. Und die nächste nimmt es bei Medikamenten nicht so genau: „Bei Medizin bin ich ab und an etwas zu bequem, zur Apotheke zu fahren, um sie dort abzugeben. Aber Batterien sammele ich immer und bringe sie dann weg.“ Umweltbewusstsein sei für sie wichtig: „Ich habe gelesen, dass Menschen ihren Müll im Wald entsorgt haben. Das muss weiterhin in der Zeitung verbreitet werden, damit sich solche Leute fühlen, als würde man mit dem Finger auf sie zeigen“, empört sie sich. Denn so etwas ginge gar nicht. „Und alte Elektrogeräte verkaufe ich auf dem Flohmarkt oder lasse sie abholen.“

Was nicht jeder so handhabt: „Ich trenne den Müll immer“, sagt eine Frau und umschreibt vornehm, dass ihr Mann da „etwas flexibler“ sei. „Er hat, ohne dass ich es wusste, unseren alten Drucker in der gelben Tonne entsorgt – mit der Begründung, dass der ja auch aus Kunststoff sei.“ In ihrer Ehe gebe es also durchaus unterschiedliche Auffassungen von Müllentsorgung. Und ein anderer Befragter verfolgt eher den hoheitlichen Ansatz: „Meinen Müll entsorge ich nur artgerecht, weil das Vorschrift ist und ich es machen muss. Wenn es keine Vorschrift geben würde, dann wäre es mir egal und ich würde wahrscheinlich nicht darauf achten, was in welche Tonne kommt“, sagt er.

Die meisten Befragten geben zwar kleine Sünden zu, aber zeigen sich im Großen und Ganzen ökologisch korrekt: „Das Häufchen von meinem Hund lasse ich auch mal auf dem Feld liegen, wenn ich keine Lust habe, es aufzuheben. Aber mein Bonbonpapier und meine Taschentücher, die werfe ich immer brav in die nächste Mülltonne, wenn ich unterwegs bin. Und Batterien und Glühlampen bringe ich auch zur nächsten Sammelstelle“, sagt eine Befragte. Und bei zwei anderen heißt es: „Wir beide trennen unseren Hausmüll – sprich: Papier, Plastik und Restmüll – ganz normal. Alles andere wie Druckerpatronen oder Batterien geben wir unseren Eltern – und die entsorgen sie dann richtig.“ Das ist natürlich ein höchst praktischer Weg, der aber nicht jedem offen steht.

Das nächste Paar sagt: „Wir trennen unseren Müll wirklich immer ordentlich. Besonders mein Mann achtet da sehr darauf. Er reißt sogar die Plastikfolie in den Briefumschlägen heraus bevor er das Papier in die Tonne wirft. Wenn wir unser Altglas entsorgen, achten wir darauf, dass die Gläser sauber sind und die Kunstoffdeckel entfernt wurden. Und für die Elektrogeräte fahren wir zu den Recyclinghöfen.“ Beispielhaft.

Manche haben neben dem guten Willen auch Verbesserungsvorschläge: „Ich habe gehört, dass die Grünen in Baden-Württemberg eine Wertstofftonne einführen wollen, in die man alle Kunststoffe und Metalle werfen kann, nicht nur Dosen, Folien oder Deckel wie in unsere gelbe Tonne.“ Das so findet der Mann, sei ein „hervorragender Vorschlag“: „Denn dann wäre die Mülltrennung noch ein Stück leichter.“

Und ein anderer moniert: „Die allergrößte Müllsünde ist für mich, wenn Gemüseläden alles in und mit Plastik verpacken. Nach solchen Einkaufsbesuchen hat man eine Riesen-Plastiksammlung bei sich zuhause.“ Er gebe aber zu, nicht unbedingt selber das große Vorbild zu sein: „Ich vergesse immer wieder, meine Leinenbeutel mitzunehmen, und kaufe mir dann Plastiktüten.“ Und dann erzählt er noch, wie ihm das Schicksal eine Entsorgung aus der Hand genommen hat: „Ich habe brav meine alten Batterien gesammelt. Aber bevor ich sie wegbringen konnte, ist mein Haus abgebrannt .  .  .“

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