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Sonderkontrolle : Husumer Polizei fühlt Rasern auf den Zahn

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Ein Autofahrer rauschte mit 99 Kilometern pro Stunde durch die abendlichen Geschwindigkeitskontrollen in Husum. Außerdem schrieben die Beamten allein sechs Anzeigen wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis.

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erstellt am 19.Jan.2016 | 15:00 Uhr

„Das könnte schon ein Kandidat für heute Abend sein“, sagt ein Polizeibeamter, als ein tiefergelegtes Coupé durch die Innenstadt fährt. Es ist früher Nachmittag und der Wagen angesichts seines sportlichen Erscheinungsbildes auffallend gemächlich unterwegs. „Das wird sich im Verlauf des Abends sicher noch ändern“, mutmaßt der Ordnungshüter. Außerdem ist der Polizeiwagen am Straßenrand nicht zu übersehen. Das lässt den Fahrer ganz offensichtlich den Fuß vom Gaspedal nehmen – dazu kommt wohl noch die Sorge um den schicken Auspuff.

Dass bestimmte Bereiche im Stadtgebiet zu gewissen Zeiten ein Eldorado für Möchte-Gern-Vettels und Freunde aufgemotzter – sprich getunter – Autos werden, ist für die Polizei nichts Neues. Auch, dass einige Motorradfahrer der Hafer sticht, sobald die Sonne höher steht, wissen die Beamten. „Dann wird schon mal mit 200 Sachen über die Bundesstraße  5 oder mit 90 Kilometer pro Stunde durch die Stadt gekachelt – vorzugsweise auf dem Hinterreifen.“ Aber so etwas zu wissen, und die Beteiligten auf frischer Tat zu ertappen, ja gegebenenfalls sogar aus dem Verkehr zu ziehen, sind natürlich zwei Paar Schuh.

Es ist Zeit für eine Sonderkontrolle. Die Aktion wird akribisch vorbereitet und beginnt am Nachmittag mit einer Einsatzbesprechung in der Poggenburgstraße. Ernst wird es erst Stunden später. Gegen 20 Uhr postieren sich Beamte mit mehreren mobilen Geschwindigkeitsmessgeräten an verschiedenen Punkten im Industriegebiet. Auf ihrer Agenda stehen grobe Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung – vom Fahren ohne gültige Fahrerlaubnis, Geschwindigkeitsübertretungen und Gefährdungen des Straßenverkehrs bis hin zu unerlaubten Straßenrennen.

„Wir haben drei mobile Messgeräte dabei, weil die quasi aus jeder Situation heraus eingesetzt werden können – und sich der Standort einer festen Radarfalle viel zu schnell herumspricht“, sagt Dirk Renk, Regionaldienstleiter des Polizeiautobahn- und Bezirksreviers Nord (PABR), Fachdienst Bezirk Husum.

Offenbar ein Erfolgsrezept, denn schon gleich zu Beginn ihrer Kontrollen geht den Beamten der unangefochtene „Raser des Abends“ ins Netz. „Sein Spitzenwert liegt bei 99 Kilometern pro Stunde“, berichtet Renk. Wie drei weiteren Verkehrsteilnehmern wird dem Mann ein Fahrverbot erteilt.

Aber nicht nur Autofahrer sind zu schnell unterwegs. Auch sechs Rollerfahrer werden kontrolliert. „Einen von denen kannte ich schon“, sagt Renk lächelnd: „Man sieht sich halt immer wieder.“ Der Roller des jungen Mannes endet auf dem Prüfstand – und wird aus dem Verkehr gezogen, weil er es statt vorgeschriebener „25 auf glatte 70 Sachen“ bringt.

Neben den Fahrverboten werden weitere Ordnungswidrigkeiten wegen technischer Mängel angezeigt. An einem Fahrzeug ist die Auspuffanlage defekt, bei einem anderen funktionieren die Bremsen nicht. Fehlende Papiere oder das Fahren ohne Gurt führen zu vier Verwarnungen. Und in sechs Fällen werden Strafanzeigen wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis geschrieben.

Insgesamt zeigt sich Dirk Renk mit dem Verlauf der Aktion hochzufrieden. „Das haben wir nicht zum letzten Mal gemacht“, betont der Einsatzleiter. Gut möglich, dass die Aktion künftig zeitlich weiter nach hinten verlegt wird, denn als sie gegen 0.30 Uhr endet, ist der Verkehr im Industriegebiet noch immer „sehr lebhaft“.

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