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Kochen, Pulen, Shoppen : Husumer Krabben duften sogar bis nach Berlin

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die kleinen Zwerggarnelen waren die großen Stars: Zweitägiges Spektakel rund um den Binnenhafen lockte das Publikum scharenweise in die Stadt – Wiebke Gimmini aus Marne gewann die erste Husumer Krabbenpul-Meisterschaft.

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erstellt am 21.Okt.2013 | 07:00 Uhr

„Schön auch, dass man mir als ausgewiesenen Tiefkühlpizza-Spezialisten die Teilnahme am Show-Kochen zutraut.“ Bürgermeister Uwe Schmitz freut sich am Sonnabend auf seine Weise, die 16. Husumer Krabbentage eröffnen zu dürfen – als „krönenden Abschluss einer erfolgreichen Open-Air-Veranstaltungs-Saison“. Zuvor hat der Husumer Shantychor auf das zweitägige Spektakel am Binnenhafen musikalisch eingestimmt. Mit Schmitz steht Uwe Möser auf der Eventbühne an der Schiffbrücke. „Husum ist in Hinblick auf die Gastronomie- und Beherbergungswirtschaft ein Highlight in unserem Kammerbezirk“, erklärt der Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Flensburg. Derweil heizt Küchenmeister Steffen Rehfeldt schon mal die Kochplatten an, um zusammen mit seinen Ehrengästen das Gericht „Watt ne Krabbe“ zu kreieren. Moderator Michael Wittig gibt dazu seinen ersten humorvollen Kommentar ab.

Nachdem Rehfeldt zusammen mit Krabben-Paule vom Husumer Fischmarkt Leckeres zum Probieren für das Publikum aus den Töpfen gezaubert hat, beginnt der vierte Auszubildenden-Kochwettbewerb, an dem drei Nachwuchs-Talente teilnehmen. René Blaas, der beim Jugendaufbauwerk in Flensburg das Kochhandwerk lernt, siegt am Ende mit seinem Drei-Gänge-Menü. Der Sonnabend klingt mit einem erneuten Show-Kochen aus.

Gestern steigt dann die erste, aber laut Rehfeldt sicherlich nicht letzte Husumer Krabbenpul-Meisterschaft. 21 Freiwillige trauen sich – unter anderem der Berliner Reinhard Schier, der das erste Mal bei diesem Ereignis dabei ist: „Die Krabben duften bis in die Hauptstadt.“ Doch am Ende holt sich nicht der Gast von der Spree den Sieg, sondern Wiebke Gimmini. Die Marnerin pult 176 Gramm in zehn Minuten. „Jedes Mal habe ich auf den Marner Kohltagen beim Krabbenpul-Wettbewerb gewonnen“, sagt sie und freut sich als Lohn über einen Gutschein für ein Wochenende für zwei Personen in der Lüneburger Heide. „Ich habe nie geübt, pule auch nur noch zwei Mal im Jahr Krabben, aber eben schon von Kindheit an“, erzählt die Gewinnerin, die sogar Pul-Weltmeisterin Heidi Hengst hinter sich lässt.

Nach dem Wettbewerb geht es wieder an die Kochtöpfe. Die haben auch den aus dem Fernsehen bekannten Gärtner und Wahl-Husumer John Langley angelockt. Der Experte berichtet über Queller und Gewürze, die er mit Rehfeldt an Krabbengerichten ausprobiert. „Mit John macht das einfach Spaß“, so Rehfeldt. Alles sei spontan und jeder lerne etwas vom anderen.

Aber es wird nicht nur gekocht, sondern auch gebacken: Auszubildende von der Jugendgruppe des Vereins der Köche Deutschland, Sektion Westküste, verkaufen Krabbenwaffeln. Der Erlös kommt ihrer Jugendarbeit zugute. Alle sind von dem selbst entwickelten Rezept begeistert. „Das schmeckt sehr gut, ganz hervorragend. Mach’ ich bestimmt mal zu Hause“, schwärmt etwa Rosel Kuhlmann aus Lübeck. Abends wird der Spendenscheck vom Verkauf übergeben: 505 Euro sind zusammengekommen.

Alles in allem sind die Besucher – ob jung oder alt, von nah oder fern – von der Atmosphäre und dem Drumherum begeistert. Das Wetter spielt bis zum Finale mit und die Bühne ist ständig belagert. Auch die Kombination mit einem verkaufsoffenen Sonntag kommt gut an. „Ein großer Erfolg – es waren ganz viele Menschen in der Stadt, die das Ereignis offensichtlich mit einem Einkaufsbummel verbunden haben“, bilanziert der Vorsitzende der Husumer Werbegemeinschaft, Peter Cohrs.

Doch auch das schönste Wochenende geht einmal vorbei. Für Rehfeldt kein Grund, lange Trübsal zu blasen: „Nach den Krabbentagen ist vor den Krabbentagen. Wir freuen uns jetzt schon wieder auf das nächste Jahr.“ Und bis dahin können die Krabbenrezepte nachgekocht werden – zu finden auf der Internetseite www.krabbentage-husum.de.

 

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