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Kondensatoren von FTCap : Husumer Hightech auf dem Weltmarkt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Autos, Windkraftanlagen, Epilierer: Sie funktionieren durch Kondensatoren, die von der Firma FTCap im Husumer Gewerbegebiet produziert werden.

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erstellt am 23.Jul.2017 | 10:00 Uhr

Diesen Spruch bringt er gerne: „Wenn Sie das nächste Mal geblitzt werden, lächeln Sie – Sie begegnen einem Stück Husum.“ Dr. Thomas Ebel, Geschäftsführer der Firma FTCap (einst: Fischer & Tausche), kann eine ganze Liste von Dingen aufzählen, in denen die in Husum fabrizierten Kondensatoren eine tragende Rolle spielen: Sie lösen nicht nur die Blitze im Blitzer aus, sie stecken in der Beleuchtung des Eiffelturms, in Zügen, in den Wagen eines bekannten deutschen Autoherstellers, in Flugzeugen, Windkraftanlagen oder in den Haarentfernungsgeräten von Markenherstellern. Letzteres ist im wahrsten Sinne des Wortes ein echter Wachstumsmarkt – die meisten Epilierer weltweit laufen mit einem Kondensatoren der Firma aus dem Husumer Gewerbegebiet.

In Deutschland ist FTCap das 1948 gegründete Unternehmen führend in der Herstellung von Kondensatoren, europaweit nimmt die Firma den dritten Platz ein. Und was genau wird im Husumer Gewerbegebiet produziert? Ladungsspeicher, genauer gesagt Aluminium-Elektrolyt-Kondensatoren und Film-Kondensatoren. Versteht der Laie nicht so genau. Doch Elektrochemiker Ebel findet sehr plastische Worte: „Ein Kondensator funktioniert wie eine Klospülung: Das Aufladen des Kondensators ist bei diesem Vergleich das Füllen des Wasserspeichers der Toilette. Wenn gespült wird „entlädt“ sich das Wasser, beziehungsweise der Kondensator.“ Ach so.

Gegründet wurde der Betrieb von Heinz Fischer und Alfred Tausche im Jahre 1948. Beide sollen damals bei der Reparatur von Radios das Problem gehabt haben, geeignete Kondensatoren zu finden. „Warum nicht selbst bauen?“ , fragten sie sich schließlich – so die Gründungslegende. Heute beschäftigt das Unternehmen, das immer noch im Familienbesitz ist, in Husum 160 Mitarbeiter, in der 2004 eröffneten Tochterfirma in der Schweiz sind es noch einmal 20. Der Umsatz belief sich laut Ebel 2016 auf rund 20 Millionen Euro. In der Woche werden in Husum rund 55  000 Kondensatoren produziert, FTCap arbeite derzeit daran, dass sich die Zahl auf 60 bis 70  000 erhöht. Wie viel so ein Kondensator kostet, lässt sich pauschal kaum sagen: „Einige kosten wenige Cents, einige bis zu 6000 Euro. Im Durchschnitt würde ich sagen, vielleicht neun Euro.“

Seine Produkte verkauft das Unternehmen weltweit, vor allem in Deutschland und Europa, aber auch in den USA, Südamerika, Arabien. Zwar sei der asiatische Raum die klassische Hochburg für die Herstellung der Kondensatoren, so Ebel weiter. Das Husumer Unternehmen könne sich jedoch durch Spezialanfertigungen hervor tun und besondere, kundenspezifische Lösungen finden. Dabei hilft es, dass sehr interdisziplinär gearbeitet werde – in Husum sind unter anderem Elektrotechniker, Chemiker und Fertigungstechniker beschäftigt.

In diesem „Hightech-Bereich“ Nachwuchs zu finden, sei für FTCap nicht schwer, erläutert Geschäftsführerin Nora Reimers: Da das Unternehmen in Forschungsprojekten mit verschiedenen Universitäten zusammenarbeitet, käme man mit potenziellen neuen Mitarbeitern leicht in Kontakt. Derzeit forsche FTCap unter anderem an sogenannten intelligenten Kondensatoren, die selbst Daten versenden können oder an Energiespeichern, die zur Stabilisierung von Stromnetzen genutzt werden sollen. Glaubt man Ebel, stehen die Chancen nicht schlecht, dass sich „ein Stückchen Husum“ also künftig in noch ganz anderen Geräten finden wird, die weltweit verkauft werden.

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