Spiel am Pfingstmontag : Husumer Fans rüsten sich für das Spiel gegen SC Weiche Flensburg 08

Extra neu angeschafft: Mit dem Transparent machen die Anhänger des Husumer SV auf die Stärke ihrer Mannschaft aufmerksam.
Extra neu angeschafft: Mit dem Transparent machen die Anhänger des Husumer SV auf die Stärke ihrer Mannschaft aufmerksam.

Um beim Spiel dabei zu sein und ihre Mannschaft anzufeuern, fahren die Husumer mit Fanbussen nach Flensburg.

shz.de von
20. Mai 2018, 15:08 Uhr

Husum | „Im Triumph fuhren die Sieger mit der Pferdekutsche vom Tine-Brunnen bis ins Friesenstadion“, erinnert sich Peter Hennige an die glorreichen Zeiten, als die Fußballer der Husumer Sportvereinigung (SV) in der Oberliga spielten. Hennige ist mit seinen 59 Jahren einer der älteren Fans, die sich diese Woche an der Spielstätte versammelten, um sich für das spannende Finale um den Landespokal in Flensburg vorzubereiten. Die Stimmen sollen für die Schlachtrufe trainiert, Fahnen und Transparente müssen gesäubert und probeweise aufgehängt werden. Ihre Trommeln müssen sie in ihrem Lager zurücklassen, sehr zu ihrem Ärger sind die für die Begegnung am Pfingstmontag im Manfred-Werner-Stadion in der Fördestadt verboten worden.

Ausgerechnet in seinem100. Jahr startet der Husumer Landesligist zu seinem wohl bedeutendsten Spiel in der Vereinsgeschichte. Die Kicker treffen am Pfingstmontag ab 14.30 Uhr auf den Regionalliga-Meister SC Weiche Flensburg 08. Allein dieses Finale erreicht zu haben, gilt als historisches Ereignis, was echte Fans schon vor dem Anpfiff bejubeln. „Das ist zweifelsohne der größte Pokalerfolg in der Geschichte des Vereins“, kommentierte dies Dieter Schleger, der Sportliche Leiter des Vereins. Er weist darauf hin, dass mehrere Fanbusse blitzschnell ausverkauft waren. Zur Erinnerung für die Mitreisenden: Treffpunkt ist am Montag um 11.45 Uhr an der Iven-Agßen-Schule in Rödemis.

Im Friesenstadion ist mittlerweile ein Dutzend der auf rund eine Hundertschaft starken Fangemeinde eingetroffen. Sie haben die erste Herrenmannschaft in unterschiedlichen Phasen und teils aus verschiedenen Perspektiven kennen gelernt.

Paula Laß (22) wurde vor zehn Jahren von ihrer besten Freundin Steffi Runge angeregt, doch mal dem Team bei einem Spiel zuzuschauen. „Einmal Fan, immer Fan“, sagt die Bäckereifachverkäuderin heute, denn sie sind von da ab bei den meisten Spielen dabei gewesen.

Ihre Schwester Karola Saß (24) war ebenfalls in der Fankurve dabei. Dann fragte Trainer Arne Strohscheer, der heute Fußballobmann ist, ob sie nicht Betreuerin der Mannschaft werden wolle. So kümmert sie sich bis heute um Schuhe, Stutzen und Trikots der Männer und hält gleichzeitig den Kontakt zu den Fans. Zum Tross gehören außerdem die Physiotherapeuten.

Wegen der Siege im Viertelfinale gegen Eutin und im Halbfinale gegen Preußen Reinfeld ist auch Stephen Martens (34) noch ganz aus dem Häuschen. Seit der Zeit in der Oberliga hält er treu zur Husumer Sportvereinigung.

Marcel Grund (31) entrollt derweil ein ganz neues Transparent, das in Flensburg eingeweiht werden soll. „Forza Husum“ steht da in riesigen Lettern drauf, was übersetzt so viel wie Macht oder Stärke heißt. Da sind wieder die kraftvollen Töne, die aus den großen Zeiten bekannt sind und die Fangemeinde zusammengehalten hat. Über all die Jahre haben sie ihren starken Namen beibehalten: „Die Macht von der Au“. Genau die darin zum Ausdruck kommende Wucht ist es, mit der Fans und Spieler ans Werk gehen werden – die einen auf der Tribüne, die anderen auf dem Feld.

Die Fans interessiert es daher nicht, dass mancher Experte auf die Außenseiterrolle der Husumer verwies. Sie setzen auf Sieg – und halten ihren Husumern auch dann die Treue, sollte es tatsächlich schief gehen. Echte Fans halten halt neben dem Auf auch das Ab in Spielklassen und Tabellen aus.

Das Spiel wird am Pfingstmontag ab 14.30 Uhr im Ersten übertragen.

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