Handball : Husumer bringen SG-Stars Glück

Linksaußen Anders Eggert (vorne links) ließ es sich nicht nehmen, den Kantersieg in Berlin mit den Husumern zu feiern. Foto: HN
Linksaußen Anders Eggert (vorne links) ließ es sich nicht nehmen, den Kantersieg in Berlin mit den Husumern zu feiern. Foto: HN

Mit Fanbus vom Haus der Jugend zum Handball-Spiel nach Berlin: Flensburg-Handewitt beißt die Füchse in der Bundesliga weg.

Avatar_shz von
02. April 2013, 08:25 Uhr

Husum/Berlin | Ob es gegen die Rhein-Neckar Löwen, die Spanier von Ciudad Real oder Gorenje Velenje aus Slowenien geht - sind die Fans vom Husumer Haus der Jugend (HdJ) dabei, können die Handball-Stars der SG Flensburg-Handewitt gar nicht verlieren. So auch am Ostersonntag in der Berliner Max-Schmeling, wo Holger Glandorf und Co. gegen die heimischen Füchse einen 27:16-Auswärtstriumph einfuhren - und das gegen einen direkten Kontrahenten um die Champions-League-Plätze! Nach dem grandiosen Kantersieg feierten die Husumer Glücksbringer auf der Tribüne unter anderem mit dem dänischen Linksaußen der SG, Anders Eggert.

Mehrfach war das HdJ mit einem vollbesetzten Bus nach Flensburg gefahren, um sich ein Top-Handballspiel anzuschauen. Und jedesmal ging die SG als Sieger hervor. Die Gefahr, dass diese Serie bei den Berliner Füchsen reißen konnte, war durchaus gegeben - schließlich hatten die Männer von Trainer Ljubomir Vranjes wenige Tage zuvor nach einer indiskutablen Leistung beim weiter unten in der Bundesliga-Tabelle platzierten TBV Lemgo mit 22:27 den Kürzeren gezogen. Aus sportlicher Sicht also nicht die besten Vorzeichen, unter denen die Fahrt von Husum an die Spree stand.

Dabei sein und Superhandball sehen - das war denn auch zunächst mal das Motto, unter dem die Fans aus der Storm-Stadt ihre Bustour an die Spree in Angriff nahmen. Die DKB Bank hatte den Ausflug gesponsert, die SG-Flensburg-Handewitt Preise für Quiz und Wettbewerbe gestiftet und das HdJ für das Catering gesorgt. So verging die Hinfahrt wie im Fluge. Fangesänge wurden geprobt und als 500 Kraniche, Symbole des Glücks, den Bus passierten, keimte erstmals so etwas wie Hoffnung auf - vielleicht könnte es ja doch zu einem Unentschieden reichen. Als der Autokraft-Bus in der Bundeshauptstadt direkt vor der Max-Schmeling-Halle vorfuhr, wurde den mitgereisten Anhängern dann doch etwas mulmig: 8700 lautstarken Berlinern standen drei kleine Fangruppen der Norddeutschen gegenüber.

Als die Gäste von der Nordseeküste das überdimensionale Trikot mit der Nummer 8 der Spielgemeinschaft - es wird nur ausnahmsweise ausgeliehen - ausbreiteten, kam ein weiteres Mal Gänsehautgefühl auf. Die Husumer gaben ihr Bestes, konnten sich aber anfangs nur schwer Gehör in der ausverkauften Halle verschaffen. Das änderte sich schlagartig, als die Flensburger Handball vom Feinsten zeigten und die Berliner Füchse in ihrem eigenen Bau eine empfindliche Schlappe beibrachten - auch dank der grandiosen Paraden von Torhüter Mattias Andersson. Von da an hatte der norddeutsche Anhang auch die akustische Oberhand gewonnen.

Nach dem Spiel blieben nur noch die Husumer in der Halle, um sich von den Stars Autogramme und Fotos zu holen. Ihr Bus setzte dann auch als letzter zur Heimfahrt an, die ganz im Zeichen einer Party stand - und unter dem Motto "Mit uns kann die SG nicht verlieren". Und natürlich drehte sich alles um die Frage: "Wann fahren wir wieder?"

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen