BND-Gelände: Tourismus und Gesundheitspflege : Husumer BND-Viertel bald Kurgebiet?

Umwelt- und Planungsausschuss will Gesundheitspflege oder Tourismus auf dem ehemaligen BND-Gelände.

Avatar_shz von
09. Oktober 2018, 17:36 Uhr

Mitten zwischen den beiden Naherholungsgebieten Dockkoog und Schobüll soll so schnell wie möglich ein drittes Areal zur touristischen Nutzung entstehen. Das beschloss der Umwelt- und Planungsausschuss in seiner jüngsten Sitzung. Gemeint ist das Gelände in Hockensbüll, das vom Bundesnachrichtendienst genutzt worden war und inzwischen geräumt ist.

Tempo hatte die SPD-Fraktion gemacht. Sie hatte den Antrag eingebracht, das Gebiet touristisch zu nutzen (wir berichteten). Ausführlich begründete der SPD-Fraktionsvorsitzende Horst Bauer den Vorstoß seiner Partei. Das Gelände könne ohne zusätzlichen Flächenverbrauch genutzt werden. Es sei bereits fertig erschlossen. Als Grundstock dienten die Gebäude des Auslandsnachrichtendienstes, die zudem unter Denkmalschutz stünden. Damit scheide dort auch ein Abriss mit anschließender Neubebauung aus. Wirtschaftlich sei es nicht realisierbar, dort Wohnraum zu schaffen, „schon gar nicht ein geförderter“.

Bauer zog sogar Konversionsmittel, wie sie für andere Liegenschaften des Bundes bereit stehen, für den Umbau in Betracht. Die Entwicklung der Liegenschaft sollte „zeitnah“ in das Infrastrukturprogramm zur Wachstumsstrategie Tourismus 2025 aufgenommen werden. Die Anlage sei während des Zweiten Weltkrieges so geplant worden, dass sie einem friesischen Dorf ähnele, in dem die Abhöranlagen gut zu verstecken sind. Horst Bauer hält die touristische Nachnutzung für die wahrscheinlichste Lösung – „unterm Stich eine tolle Lösung für Husum.“

Ebenso begeistert zeigte sich Lothar Pletowski, der für die CDU-Fraktion sprach. Der Arbeitstitel „Nordsee-Resort“ im SPD-Antrag klinge so, als stünde bereits ein Investor bereit, der sein Objekt so nennen wolle, sagte er. Es sei jedoch wichtig, „dass nichts in Stein gemeißelt ist, sondern wir offen für die Vorschläge von Anbietern sind.“ Er drängte darauf, Grundstück und Gebäude mit den Mitgliedern des Ausschusses alsbald zu besichtigen. Gestern hieß es im Rathaus, die Begehung sei nun endgültig auf den 7. November festgelegt worden.

Auch für Frank Hofeditz (Bündnis 90/Grüne) galt es, aufs Tempo zu drücken. Er drängte, schnell bei der für den Verkauf der Liegenschaft zuständigen Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) ein Angebot einzuholen.

In der Diskussion kam noch die Idee auf, das Gebiet nicht nur touristisch zu nutzen, sondern womöglich auch mit Angeboten zur Gesundheitspflege. Einstimmig beschloss der Ausschuss beides in die Planung aufzunehmen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen