Bike-Park Husum : Husumer Bike-Park: Alles noch rasanter

Lars Glashagen hat den Bike-Park mit Freunden aufgebaut und zieht sich jetzt zurück.
Lars Glashagen hat den Bike-Park mit Freunden aufgebaut und zieht sich jetzt zurück.

Ein Parcours für die Jüngsten und Rampen für Erfahrene werden vor Saisonstart gebaut.

shz.de von
12. Januar 2018, 08:00 Uhr

5000 Euro stehen im aktuellen Haushalt der Stadt Husum bereit, um den Bike-Park neben der Iven-Agßen-Schule mit neuen Attraktionen zu erweitern. Aktuell sprechen engagierte Nutzer mit Mitarbeitern im Rathaus, was genau mit dem Geld aufgebaut werden soll.

Über das mittlerweile 5000 Quadratmeter große Gelände toben seit einem Jahrzehnt Radler unterschiedlichster Altersklassen in ihrer Freizeit. Für Nicht-Eingeweihte muten ihre Manöver abenteuerlich an. Mit Fahrten über Hügel, Rampen und durch Kurven beeindrucken Einsteiger. Die Fortgeschrittenen üben Sprünge oder den Pumptrack, bei dem – ohne zu treten – durchs Hochdrücken des Körpers Tempo aufgebaut wird.

Niklas Graf ist einer der Sportler und gehört zu der losen Gruppe, die sich um den Ausbau und den Betrieb auf der von der Stadt zur Verfügung gestellten Fläche kümmert. Er erklärt, was mit dem Zuschuss der Stadt – je nach Wetter – noch vor dem Saisonstart aufgebaut werden soll. Schon heute gibt es dort sogar Strecken für die Allerkleinsten mit ihren Laufrädern, die sollen überarbeitet werden. Für die Großen sollen baldmöglichst Rampen aus Holz aufgebaut werden, die deutlich größere Sprünge als bisher ermöglichen. Damit ziehen sie gleich mit ähnlichen Anlagen in Flensburg, Kiel und Hamburg. An Freunde in der Szene jener Städte wollen sie Einladungen zur Einweihung des modernisierten Husumer Bike-Parks schicken, die bereits im Frühjahr geplant ist.

Längst sind Jugendliche von früher heute als Vater oder Mutter mit ihren Kindern auf der Anlage, beschreibt Niklas Graf das generationenübergreifende Projekt. Ihm liegt viel daran, dass die Einbindung in die Familien dort auch erhalten bleibt, weil so am besten gewährleistet ist, dass jeder auf jeden ein Auge hat. Dabei hilft auch, sagt er, dass neben dem selbst verwalteten Bike-Park die 1000 Quadratmeter große Fläche für Skater liegt, die von der Stadt betreut wird. Beide Angebote ergänzten sich gut, sagt er.

Der CDU-Stadtverordnete Martin Kindl (40) hat drei Kinder und erfreut sich stets am bunten Treiben dort. Ihn fasziniert vor allem die Kooperation aller, ohne dass es eines Vereins oder einer anderen Organisation bedarf. „Ich bin positiv überrascht über das soziale Zusammenleben in der dortigen Community.“ Dort werde „mit viel Herzblut und auch eigenem Geld“ gearbeitet. Zudem helfe jeder jedem. Sollte etwa ein Steppke ohne Helm auftauchen, kümmern sich die anderen Sportler um eine Lösung. „Und die Kinder sind weg von der Straße oder der Playstation“, betont Kindl, der im Herbst im Ausschuss für Schule, Kultur und Sport den Antrag eingebracht hatte, die 5000 Euro in den Etat 2018 aufzunehmen. Einstimmig votierten alle dafür.

Die Investition in die jedermann zugängliche Anlage ist das Eine, das Andere ist die zurzeit offene Frage, wer dort im Rahmen der Offenen Ganztagsschule Kurse anbieten wird. Lars Glashagen, der das über Jahre gemacht hatte, verabschiedete sich nämlich im Herbst aus der Aufgabe. Gegenüber unserer Zeitung betonte er gestern, dass er „den Wunsch hat, dass es mit dem Bike-Park glücklich voran geht.“

Kristi Thiessen, die bei der Husumer Volkshochschule die Angebote für die vier weiterführenden Schulen koordiniert, hofft nun auf einen Erzieher, mit dem sie aktuell bereits im Gespräch ist.

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