Husums neues Bad : Husumer Bad: Drei Standorte werden geprüft

Badenixen können derzeit nur in Schobüll draußen planschen. Das könnte sich mit dem Bau des neuen Bades ändern.
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Badenixen können derzeit nur in Schobüll draußen planschen. Das könnte sich mit dem Bau des neuen Bades ändern.

Husums neues Bad: Wirtschaft pocht auf touristische Gesichtspunkte bei der Wahl des Standorts und möchte Gewerbegebiet nicht als alternativlos akzeptieren.

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15. Mai 2018, 14:00 Uhr

Im Gewerbegebiet beim Obi-Baumarkt, auf dem Porrenkoog-Parkplatz oder auf der Dockkoog-Spitze: Die Stadt lässt derzeit drei mögliche Standorte für den Bau des neuen Hallenbads prüfen. Die Ergebnisse sollen spätestens Ende dieses Monats vorliegen.

Eigentlich hatte es vor ein paar Wochen so ausgesehen, als ob die Standort-Entscheidung inoffiziell schon gefallen ist – waren sich CDU und SPD doch einig, dass es am besten im Gewerbegebiet steht. Dort hat die Stadt jüngst auch schon die nötigen Flächen erworben (wir berichteten). Doch nicht alle Husumer ließen sich von diesen Plänen überzeugen. „Wir hatten den Eindruck gewonnen, dass die Politik den Standort bei Obi unbedingt vor der Kommunalwahl durchpeitschen wollte“, sagt Karl-Heinz Häuber. Der Vorsitzende des Dehoga im südlichen Nordfriesland ist sich mit anderen Husumer Hoteliers darin einig, dass das Gewerbegebiet aus touristischer Sicht kein idealer Standort für ein Schwimmbad ist. „Da soll so eine Entscheidung ohne Rücksicht auf Verluste und touristische Belange getroffen werden – Hauptsache, wir kriegen ein neues Bad.“

Diese Kritik haben die Hoteliers beim Bürgermeister vorgebracht: „Offenbar war das erfolgreich. Jedenfalls ist ja bisher keine Standort-Entscheidung getroffen worden.“ Stattdessen beschloss der Arbeitskreis Schwimmbad in seiner jüngsten Sitzung, nun doch die drei Standorte unter die Lupe zu nehmen. „Es gab zu diesem Thema ja die eine oder andere Resonanz aus der Stadt“, sagt Bürgermeister Uwe Schmitz dazu, „wir wollten uns am Ende nicht vorwerfen lassen, etwas nicht geprüft zu haben.“

Ähnlich wie die Hoteliers bewertet auch das Husumer Commerzium die Standort-Diskussion. Als Vorsitzender des Wirtschaftszusammenschlusses erklärt Peter Cohrs: „Aus unserer Sicht sollte der Standort so gewählt sein, dass eine deutliche touristische Ausrichtung des Bades möglich ist.“ Das neue Hallenbad solle schließlich ein zentraler Punkt im langfristigen touristischen Bemühen der Stadt sein.

Die geforderte „touristische Ausrichtung“ hat allerdings noch einen anderen Hintergrund: Das Bad muss zumindest auf dem Papier Urlauber anlocken, damit die Stadt für den Bau – das gute Stück soll rund 20 Millionen Euro kosten – überhaupt Fördermittel aus Kiel erhält. Der einzige mögliche Landes-Topf, den Husum anzapfen könnte, fördert touristische Einzelmaßnahmen. Und wie gut stehen die Chancen, dass es mit den Fördermitteln klappt? Genau lässt sich das zwar nicht sagen, er rechne aber damit, dass es „eine große Herausforderung“ wird, sagt Bürgermeister Uwe Schmitz. So muss das Bad zwar bei Touristen ziehen, dürfe aber gleichzeitig keine Konkurrenz zu anderen Bädern in der Umgebung sein, deren Bau auch mit Landesmitteln gefördert worden ist.

Bis klar ist, ob Fördermittel fließen, wird noch einige Zeit vergehen. Vorher muss die Politik nun erstmal über den Standort entscheiden. Endgültig soll dies in der letzten Sitzung der Stadtvertretung vor der Sommerpause, am 28. Juni, geschehen.

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