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Volle Wanne : Husumer Außenhafen platzt aus allen Nähten

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Trockendocks der Husumer Dock und Reparatur GmbH & Co. KG sind prall gefüllt – und die nächsten Schiffe warten bereits. Besonders imposant ist ein zypriotischer Frachter mit Heimathafen Haifa.

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erstellt am 06.Apr.2016 | 15:00 Uhr

„Und die Wanne ist voll“, trällerten Helga Feddersen und Didi Hallervorden 1979 in Dieter-Thomas Hecks ZDF-Hitparade. Husums Wanne ist der Hafen. Und auch der ist gegenwärtig so voll wie selten. Allein drei große Pötte liegen im und vor dem Trockendock der Husumer Dock und Reparatur GmbH & Co. KG (HDR) auf Rödemishallig. Aber auch sonst platzt der Außenhafen aus allen Nähten. Besonders imposant und noch dazu ein Novum: die „Nofit“, ein Frachter, der vor dem Silo der Raiffeisen HaGe an der Hafen-Nordseite festgemacht hat. Allein die Brücke des weit über 100 Meter langen Schiffes, das unter zypriotischer Flagge fährt und aus Haifa kommt, ragt mehr als 20 Meter in den Himmel.

„Ein israelisches Schiff hatten wir hier noch nie“, sagt Kapitän Michael Hinz, Leiter der Schifffahrtsabteilung der ATR Landhandel GmbH & Co. KG. Mit ihrem Tiefgang von 4,20 Meter brachte die „Nofit“ den Außenhafen allerdings in arge Bedrängnis. „Normalerweise wäre das kein Problem“, berichtet HDR-Geschäftsführer Helmut Walzl. Doch in den vergangenen Tagen stand es mit den Wasser- und Windverhältnissen nicht zum Besten. „Umso erfreulicher, dass der Außenhafen erst kürzlich ausgebaggert worden war. „Außerdem haben wir die ,Nofit‘ wohl gerade noch zum richtigen Zeitpunkt auf die andere Seite verholt“, sagt Michael Hinz. Zuvor musste der Frachter, der über zwei eigene Kräne verfügt und vor der Stadt auf Reede gelegen hatte, allerdings die Zwischendecks in sein Vorderschiff verlagern, „damit das Heck höher aus dem Wasser ragt und im Hafen nicht auf Grund geht“, erklärt Kapitän Hinz. Danach machte die „Nofit“ zunächst auf der Hafen-Südseite fest. „Aber dort konnte sie nicht bleiben, weil die ,Maike‘ mit Windkraftanlagen-Komponenten beladen werden musste. Termingeschäfte! Folglich wurde die „Nofit“ auf die andere Hafenseite verholt, um Platz für ATR, aber vor allem für den Dock- und Reparaturbetrieb zu schaffen.

Vor allem dort herrscht dieser Tage rege Betriebsamkeit. Im ersten Quartal hat die HDR in ihren Docks bereits 20 Schiffe überholt und liegt damit deutlich über dem Vorjahresschnitt. Gegenwärtig wird in Dock I die „Baltic Sailor“ auf Vordermann gebracht. Hier muss unter anderem die Wellenabdichtung erneuert werden. Außerdem wurden nicht weniger als 15 Tonnen Stahl in den Doppelboden des Schiffes verschweißt. In Dock II wird derweil eifrig an dem Gas-Tanker MV „Danube Gas“ gearbeitet. Hier müssen riesige Pumpen überholt werden. Die Zeit drängt, denn vor Dock II wartet bereits die 120 Meter lange „Clovely“, die einen neuen Bodenanstrich erhalten soll. Vor Dock I wurde – wie schon erwähnt – die „Maike“ mit Windkraftanlagen–Komponenten für England beladen, und auch die „Nofit“ liegt nicht nur so an der Hafen-Nordseite. Tatsächlich sieht sie einer Reihe von wichtigen Reparaturen an der Maschine sowie an anderen schiffseigenen Systemen entgegen. Hinter ihr löscht am selben Liegeplatz die „Eems Spring“ Dünger für die HaGe.

Die „Maike“ hat den Hafen inzwischen wider verlassen und Kurs auf England genommen. Es ist also wieder etwas mehr Platz im Außenhafen. Aber das muss nicht lange so bleiben. „Wer noch immer nicht weiß, welche Bedeutung dieser Ort für die Stadt und für die gesamte Region hat, der sollte sich in diesen Tagen mal etwas genauer umschauen“, finden Michael Hinz und Helmut Walzl. Und einen Hauch von großer, weiter Welt gibt es bei dieser Gelegenheit kostenlos drauf zu.

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