Gefährlicher Polizeieinsatz : Husum: Verfolgungsjagd endet auf freiem Feld

Ein 16-jähriger Nordfriese zwang die Polizei am Wochenende zu einer wilden Verfolgungsjagd.
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Ein 16-jähriger Nordfriese zwang die Polizei am Wochenende zu einer wilden Verfolgungsjagd.

Ein 16-Jähriger, der mit dem Wagen seines Großvaters unterwegs war, hat der Husumer Polizei eine wilde Verfolgungsjagd geliefert. Das Ganze endete bei Winnert auf einem Feld.

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19. Januar 2015, 18:45 Uhr

Wie die Polizei erst jetzt mitteilte, kam es am Sonnabend, 17. Januar, gegen 0.30 Uhr zu einer gefährlichen Verfolgungsjagd durch das Husumer Stadtgebiet. Das Ganze endete in der Nähe von Winnert auf einem Feld.

Wie es im Polizeibericht heißt, war ein 16-Jähriger aus dem Kreisgebiet mit dem Audi seines Großvaters losgefahren und hatte durch mehrere gewagte Manöver in der Innenstadt auf sich aufmerksam gemacht. Besorgte Zeugen benachrichtigten daraufhin die Regionalleitstelle in Harrislee. Wenig später gelang es einer Streife vom Polizeirevier Husum, den Jugendlichen im Bereich des Stadtweges zu stellen. Doch der dachte gar nicht daran, aufzugeben, sondern trat aufs Gaspedal, als ein Polizeibeamter auf den Audi zusteuerte. Der Polizist musste beherzt zur Seite springen, um nicht von dem Wagen erfasst zu werden.

Anschließend flüchtete der junge Mann mit – wie es heißt – „teilweise bis zu 150 Stundenkilometern durch die Innenstadt.“ Wiederholte Überholversuche der Funkstreifenwagen vereitelte der Flüchtige durch mehrere, zuweilen erfolgreiche seitliche Ramm-Manöver. An einem Einsatzwagen, aber auch am Fahrzeug seines Großvaters entstanden Schäden in Höhe von mehreren tausend Euro. Nur dem umsichtigen Verhalten der übrigen Verkehrsteilnehmer war es zu verdanken, dass es weder inner- noch außerhalb Husums Verletzte oder weitere Sachschäden zu beklagen gab.

Außerorts verlor der Audi dann einen Reifenmantel und fuhr unter Funkenflug auf einer Felge weiter. Nahe der Ortschaft Winnert verlor der Fahrer dann die Kontrolle über den Wagen, kam von der Fahrbahn ab und schließlich auf einen Feld zum Stehen. Dort konnten die Beamten den 16-Jährigen und seinen ebenfalls 16-jährigen Beifahrer widerstandslos festnehmen. Sie wurden später auf der Wache ihren Sorgeberechtigten übergeben. Ein Polizistin wurde bei der Verfolgungsjagd leicht verletzt. Die Staatanwaltschaft ermittelt.

Ebenfalls am Sonnabend gab es auf der Husumer Polizeiwache eine kurioses Wiedersehen. Gegen 9 Uhr erschien ein Rentner in der Poggenburgstraße, um sich nach dem aktuellen Stand hinsichtlich seiner Trunkenheitsfahrt vom Donnerstag zu erkundigen. An besagtem Tag war der Mann mit seinem Mercedes von Streifenpolizisten gestoppt und kontrolliert worden. Beim Alkotest maßen die Ordnungshüter eine Atemalkoholkonzentration von 0,5 Promille und leiteten ein Ordnungswidrigkeitenverfahren ein. Seltsamerweise schlug den Beamten auch am Sonnabend auf der Wache Atemalkohol entgegen. Außerdem hatte der Rentner seinen Mercedes direkt vor der Wache geparkt, und so wurde gleich noch ein Alkotest vorgenommen. Diesmal zeigte die Skala über 1,4 Promille Atemalkohol. Die Beamten sicherten daraufhin eine Blutprobe sowie den Führerschein des Mannes und legten ihm nahe, den Heimweg zu Fuß oder mit dem Taxi anzutreten. Ja, das werde er tun, versprach der Rentner, doch wenig später stellte ihn eine Streife vor seiner Wohnung. Wie sich herausstellte, war er dann doch mit dem Mercedes nach Hause gefahren. Deshalb wurde eine dritte Blutprobe angeordnet. Danach holte dessen Ehefrau den Rentner von der Wache ab. Er selbst wird sich nun in zwei weiteren Ermittlungsverfahren wegen Trunkenheit im Straßenverkehr zu verantworten haben.

Blaulichtmonitor



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