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Dramatischer Unfall : Husum: Tonnenschwerer Tresor klemmt Mann ein

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Beim Verladen eines Tresors hat sich in Husum ein schwerer Unfall ereignet. Der Koloss geriet ins Wanken und fiel einem 25-Jährigen auf den Fuß. Er musste mit Hilfe der Drehleiter befreit werden.

Husum | Es war ein dramatischer Augenblick, der Donnerstag um 13.52 Uhr einen Großeinsatz von Feuerwehr und Rettungsdienst nach sich zog. In der Krämerstraße hatte ein tonnenschwerer Tresor verladen werden sollen. Und zunächst lief auch alles nach Plan. Doch dann geriet der Koloss ins Wanken und stürzte jene Mulde um, auf der er hätte abtransportiert werden sollen, und klemmte den Fuß eines 25-jährigen Mitarbeiters ein.

Ein Passant, der sich zufällig in der Nähe aufhielt, kam dem Verletzten zu Hilfe und kümmerte sich um ihn, bis die Rettungskräfte eintrafen. Letzteres erwies sich, zumindest was den Notarzt anging, als gar nicht so einfach, denn der befand sich nach Informationen der Schleswiger Nachrichten gerade auf dem Weg zu einem Notfalleinsatz in St. Peter-Ording. Grund: Der Kollege aus Tönning war zeitgleich zu einem Notfall in Dithmarschen unterwegs.

Der Mann sei sehr tapfer gewesen, berichtete der Augenzeuge. Weil der Tresor seinen Fuß unter sich begraben hatte, „konnte er sich nicht rühren und hatte sicher große Schmerzen“. Außerdem habe er mit dem freien Bein extrem unglücklich in der Luft gehangen. „Ich habe dann versucht, ihn so gut es ging abzustützen, weil ihm die Kräfte ausgingen“, sagte der Zeuge später gegenüber unserer Zeitung.

Wenige Minuten nach dem Unglück übernahmen Polizei und Feuerwehr die Regie. In einem ersten Schritt sicherten sie den Unfallort und drängten zahlreiche Schaulustige zurück. Dabei bedienten sie sich nur zu gern der Unterstützung durch einen Mitarbeiter des Ordnungsamtes, der sich – selbst Feuerwehrmann – gerade auf dem Rückweg zum Rathaus befand, als er am Unfallort vorbeikam.

Inzwischen hatte Einsatzleiter Frank Dostal auch den Notarzt erreichen und nach Husum zurückdirigieren können. „So etwas erleben auch wir nicht alle Tage“, erklärte er Stunden später – im Anschluss an eine Nachbesprechung in der Feuerwache. „Und das findet man ja auch in keinem Lehrbuch.“

Nach Erkundung der Lage und einer Einsatzbesprechung stand die weitere Vorgehensweise fest. Danach wurde der Tresor mit Hilfe der Drehleiter vorsichtig angehoben und dann der Verletzte darunter herausgezogen. Das war allerdings leichter gesagt als getan, „denn wir mussten ja sicherstellen, dass der Tresor nicht abermals ins Schwanken gerät und noch größeren Schaden anrichtet“, erläuterte Dostal. Außerdem ist die Krämerstraße bekanntlich sehr eng. Und die Weihnachtsbeleuchtung machte den Einsatz von oben auch nicht einfacher. „Wir haben sie schließlich gekappt und den schwebenden Koloss mit Hilfe eines hydraulischen Rettungssets gesichert“, berichtete Dostal. Danach konnte der 25-Jährige, der während des gesamten Einsatzes von einem Notarzt-Team betreut und versorgt wurde, unter dem Tresor hervorgezogen und zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden. Über seinen Gesundheitszustand ist nur so viel bekannt, als dass er wohl nicht in Lebensgefahr schweben dürfte.

Sichtlich verärgert war Einsatzleiter Frank Dostal über das, was noch während des Einsatzes und danach im sozialen Netzwerk Facebook kursierte. Danach soll der Tresor aus mehreren Metern Höhe heruntergestürzt sein und den Mann vollends unter sich begraben haben. „Als wenn der Unfall nicht so schon schlimm genug gewesen ist.“

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erstellt am 03.Dez.2015 | 18:50 Uhr

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