Defekt im Netz der Stadtwerke : Husum, Rödemis und Norderschlag: Zwei Stromausfälle in drei Tagen

Und dann flackerte plötzlich das Licht: Stromausfall.
Und dann flackerte plötzlich das Licht: Stromausfall.

Gleich zwei Stromausfälle in drei Tagen sorgten bei den Husumer Stadtwerken für rege Betriebsamkeit. Am Sonntag (19. Juli) waren Rödemis und der Norderschlag betroffen, am Dienstag (21.) weite Teile der Innenstadt.

shz.de von
23. Juli 2015, 06:30 Uhr

Husum | Er selbst war von dem Stromausfall nicht betroffen: Norbert Jungjohann machte Urlaub im Allgäu, als in seinem Heimatort die Lichter ausgingen. Aber da Stromausfälle Chefsache sind, meldete sich der Geschäftsführer der Stadtwerke Husum Netz persönlich, um zu erklären, was es zu erklären gibt. Und das war gar nicht so einfach, denn Stromnetze sind eine komplexe Angelegenheit und nach längerer Zeit ohne besondere Vorkommnisse kam es von Sonntag bis Dienstag auch noch zu einer kleinen Serie von Blackouts. Nicht nur, dass es zwei Stromausfälle binnen drei Tagen gab, der von vorgestern verteilte sich auch noch auf zwei Stellen des Stadtgebiets.

Was genau sich von Dienstag, 21.30 Uhr, bis Mittwoch 0.30 Uhr, in der Innenstadt abgespielt hat, konnte Jungjohann gestern denn auch noch nicht sagen. „Wir suchen noch nach der Fehlerstelle“, erläuterte der Netz-Chef. Betroffen waren unter anderem sämtliche Straßenzüge rund um Kranken- und Kreishaus.

Um der Sache auf den Grund zu gehen, musste der gesamte Bereitschaftsdienst ausrücken. „Und weil auch das nicht reichte, haben wir zwei weitere Mitarbeiter aus dem Urlaub geholt.“ Gegen 0.30 Uhr waren dann wieder alle Haushalte am Netz, die potenziellen Fehlerquellen durch Umschaltungen umgangen. Für die starken Spannungsschwankungen, die in dieser Zeit zu beobachten waren, hat Jungjohann eine ebenso einfache wie plausible Erklärung: „Wir haben die Kapazitäten natürlich sukzessive wieder hochgefahren, weil uns sonst womöglich alles durchgeknallt wäre.“ Doch wenn viele Geräte am Netz sind, treten natürlich unweigerlich Schwankungen auf, wenn der Strom zurückkehrt, „weil zum Beispiel Kühl- und Gefrierschränke immer die volle Last ansaugen“.

Während also ein Teil der Mannschaft dafür sorgte, dass die Haushalte wieder Strom bekamen, suchte der Rest weiter nach der Ursache für den Ausfall. Und dann war da ja noch der zweite Blackout im Bereich des Dockkoogs, der allerdings von einem Endverbraucher herrührte und sozusagen ins Netz „zurückwirkte“. „Hier wurde die Fehlerstelle bereits lokalisiert.“ Das gilt auch für jenen Stromausfall, der am Sonntag weite Teile von Rödemis und Norderschlag vom Netz fegte. Um 15.45 Uhr war es dort zu einem sogenannten Erdschluss gekommen. „Wahrscheinliche Ursache: die brüchige Isolation eines Erdkabels – das Ergebnis ein Kurzschluss.“ Der Strom kehrte laut Jungjohann allerdings schon eine halbe Stunde später zurück, „wenngleich unsere Leute noch weit nach 22 Uhr mit Reparaturarbeiten beschäftigt waren“. Er bedauert die Vorfälle, machte aber auch noch einmal deutlich, dass die Stadtwerke Netz mit Hochdruck daran arbeiten, vorhandene „Altlasten“ zu beseitigen.

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