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Keine Verbindung zur Aussenwelt : Husum-Kronenburg: Kummer mit dem Telefonanschluss

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Ärger im Husumer Stadtteil Kronenburg: Manche Anwohner bekommen ihren Telefonanschluss sofort, manche nach Monaten – und manche gar nicht. Und einen anderen Anbieter auswählen geht auch nicht.

Husum | Es ist ja fast schon einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde wert. Doch das, was derzeit einigen Bewohnern des neuen Husumer Stadtteils Kronenburg widerfährt, ist eine Negativ-Spitzenleistung: Knapp 110 Tage haben Christiane und Erhard Frädermann auf ihren Telefonanschluss gewartet. Erst vor wenigen Tagen meldeten sich die Techniker der Telekom und installierten die so lang ersehnte Verbindung zur Außenwelt.

Was das Ehepaar berichtet, hört sich an wie ein schlechter Scherz. „Im Dezember sind wir in die Margarete-Böhme-Straße gezogen.“ Vier Wochen zuvor bereits hätten sie bei der Telekom einen Hausanschluss beantragt und den Vertrag unterschrieben. Doch was sie dann erlebten, wird mit dem Wort „Chaos“ am besten beschrieben.

Zur gleichen Zeit wie die Frädermanns waren zwei weitere Parteien in das Vierfamilienhaus eingezogen. Im Obergeschoss wurde nur Tage nach dem Einzug ein Telefonanschluss eingerichtet. Doch Frädermann und Ina Henningsen, die die Nachbarwohnung bezogen hatte, mussten warten – und zwar mehrere Monate lang. „Mehrfach haben wir das im Telekom-Shop reklamiert“, so der Feuerwehrmann. Mit fünf verschiedenen Mitarbeitern hätten sie gesprochen – und jedes Mal wurde ihnen eine andere Erklärung vorgesetzt. „Einmal bekamen wir zum Beispiel die Aussage, dass der Vormieter seine Telefonnummer nicht freigegeben hätte.“ Doch in dem Neubau hatte es gar keine Vormieter gegeben.

Zwischendurch meldete sich die Telekom und teilte einen – unverbindlichen – Termin für den Anschluss mit: Mitte Juni. Was die Frädermanns zum Anlass nahmen, Verbraucherschutz und Bundesnetzagentur über den Sachverhalt zu informieren. Mit wenig Erfolg zunächst: „Es tat sich nichts.“ Bis vor wenigen Tagen, als überraschend plötzlich der Anschluss installiert wurde. Begründung: Inzwischen seien zehn freie Leitungen vorhanden. Nun ist zwar das Telefon da, aber noch kein Internet-Anschluss. „Da müssen wir wohl nochmals mehrere Wochen warten“, fürchten die Frädermanns.

So weit ist Ina Henningsen noch lange nicht. Sie hofft weiterhin erst einmal auf ihren Telefonanschluss. „In einer hochtechnisierten Welt darf so etwas nicht vorkommen“, schimpft sie. Einen Ausweg aus der Misere gibt es auch nicht. Denn eigentlich wollte sie sich bei Vodafone anmelden. Doch dort wurde ihr mitgeteilt, dass die Telekom für zwei Jahre das Monopol in diesem Gebiet habe. „Wir haben für einen Postleitzahlenbereich nur ein bestimmtes Kontingent an Telefonanschlüssen“, erläutert ein Vodafone-Sprecher. Ist es erschöpft, sei es Sache der Telekom, weitere Anschlüsse freizugeben – oder auch nicht. „Derzeit haben wir in Kronenburg keine Möglichkeiten.“ Womit Ina Henningsen der Telekom ausgeliefert ist – mit den bekannten Folgen. Inzwischen denkt sie darüber nach, wieder umzuziehen.

Auch Bernd Heuer von der Firma Heuer & Heuer Finanzberatung und Immobilien kann ein trauriges Lied singen. „Im April 2014 hatten wir den Anschluss bei der Telekom beantragt und im Juni unser Büro bezogen.“ Doch auch hier betrug die Wartezeit mehrere Monate. „Wir waren für unsere Kunden während dieser Spanne nicht erreichbar.“

Inzwischen ist auch bei der Telekom angekommen, dass in Kronenburg manches im Argen liegt. „Wir sind mit dem Ehepaar Frädermann im Gespräch“, versicherte ein Sprecher auf Anfrage. Hier sei eine Entschuldigung und eine Wiedergutmachung fällig, denn: „Diese Situation entspricht nicht unseren Service-Vorstellungen.“ Doch was Ina Henningsen betrifft, tappt die Telekom im Dunkeln. „Dieser Name ist bei uns gar nicht registriert.“ Zumindest will das Unternehmen jetzt so schnell wie möglich mit ihr in Verbindung treten, um das Problem zu lösen.

 

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