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Arbeitsreiche Jahre : Husum: Ehepaar restauriert Traditionssegler „Brittantje“

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das Husumer Ehepaar Conny und Wolfgang Loy freut sich schon auf Fahrten durchs Wattenmeer. Noch liegen arbeitsreiche Jahre vor den Loys: Denn sie müssen ihren Traditionssegler in Schuss bringen.

Husum | Lange lagen die beiden hölzernen Masten auf der „Brittantje“. Doch nun ragen sie wie übergroße Zeigefinger in den Himmel. Als die Masten in die Halterungen gebracht werden sollten, erlebten die Eigentümer des Schoners gleich zwei Überraschungen. „Zum einen hatten wir uns ordentlich verschätzt, da wir der Meinung waren, dass wir diese Aktion mit Hilfe von mehreren Freunden durchziehen konnten“, erzählt Wolfgang Loy.

Der Husumer hat 2011 zusammen mit Ehefrau Conny die Gaffelketsch aus zweiter Hand erworben. Hierbei handelt es sich um einen Traditionssegler mit einem Großmast und achtern mit einem kleineren Besanmast. Allein schon der große Mast wiegt 800 Kilogramm.

Unter den Augen zahlreicher Schaulustiger versuchte das Paar mit seinen Helfern das Schwergewicht auf dem Segler zu befestigen. „Doch dann erlebten wir eine wirklich schöne Überraschung.“ Denn einige Touristen hatten offensichtlich die problematische Lage erkannt und packten kurzerhand an. „Das war für uns ein wunderschönes Erlebnis“, betont Wolfgang Loy.

Bis das Schiff fertig ist, werden noch Jahre vergehen, fährt der ehemalige Kapitän fort, der auf einem Containerschiff auf den Weltmeeren unterwegs war. Wenn es zeitlich möglich war, fuhr die gesamte Familie mit. Seit einigen Monaten ist Wolfgang Loy in Teilzeit und arbeitet nur noch einige Tage in Hamburg. „Somit habe ich mehr Zeit, mich um die ‚Brittantje‘ zu kümmern.“ Denn der alte Segler muss aufwendig restauriert werden. Doch wenn Wolfgang Loy in vier Jahren erst einmal in Rente ist, dürfte es richtig vorangehen.

Ist das Schiff fertig, wird die „Brittantje“ einen festen Platz im Binnenhafen bekommen. „Für uns ist es dann ein schwimmendes Wohnmobil“, freut sich das Ehepaar.

Der 25 Meter lange und fünf Meter breite Schiffstyp „Ijsselaak“ wurde 1914 auf der Werft Van Suylekom in Amsterdam als Lastensegler gebaut. 1965 erlebte die heutige „Brittantje“ ihren ersten umfassenden Umbau und wurde bis 1991 zum Muschel- und Garnelenfischen eingesetzt und danach zum zweiten Mal umgebaut. Bis 1996 wurde das Boot privat genutzt, bevor es nach Bremerhaven verkauft und dort umfangreich restauriert wurde.

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erstellt am 18.Sep.2015 | 16:00 Uhr

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