Streitpunkt Höhe : Husum: Dämpfer für hochfliegende Pläne

An dieses Wohngebäude soll der Komplex angeschlossen werden.
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An dieses Wohngebäude soll der Komplex angeschlossen werden.

Denkmalschutz stoppt Bauplanung der Seniorenresidenz am Schlosspark. Das geplante Gebäude ist zu hoch angesetzt.

shz.de von
06. Januar 2018, 16:00 Uhr

Es sieht nicht gut aus für die Baupläne von Investor Sönke Erichsen: Wurde die Planung der „Schlosspark-Seniorenresidenz“ im Frühsommer des vergangenen Jahres noch ohne große Einwände von den Stadtvertretern durchgewunken, so wird das Bauvorhaben nun von ganz anderer Seite ins Wanken gebracht: Der Denkmalschutz äußert „schwere Bedenken“ und erhebt Einspruch. Streitpunkt: Die geplante Höhe der Residenz.

Auf Wunsch des Investors und des Geschäftsführers soll das Gebäude fünfstöckig auf dem ehemaligen Gelände der Irene-Thordsen-Kongresshalle errichtet werden – und mit zwei zusätzlichen Staffelgeschossen genau so hoch werden wie das anliegende Wohngebäude.

Die Fläche ist allerdings umgeben von Wohnhäusern, die maximal zwei- bis dreistöckig sind. Der gegenüberliegende „Schlosspark sowie die kleinteilige Umgebung sind der Maßstab“ für den Bau, erläutert Elisabeth Mewaldt von der Unteren Denkmalschutzbehörde.

Das Umfeld, ebenso wie die Bäume und Büsche gäben das Größenverhältnis für das Bauvorhaben vor und sprächen damit gegen die geplante Höhe von etwa 20 Metern, so Mewaldt. Das hätte allerdings zur Folge, dass die angestrebte Zahl von 55 bis 60 Eigentumswohnungen reduziert werden müsste.

Die Denkmalschutzbeauftragte gibt außerdem zu bedenken: Würde einem derartigen „Sonderbau“ stattgegeben werden, könnte das die Eintrittskarte für vergleichbare private Bauvorhaben in der Schlosspark-Region sein.

Aus denkmalpflegerischer Sicht ist auch das umliegende Krankenhaus ein Dorn im Auge: „Das Krankenhaus ist jedoch ein öffentliches Gebäude, von dem alle Nutzen haben“, erläutert Mewaldt. Die geplante Seniorenresidenz allerdings ist ein privatwirtschaftliches Projekt.

Der Denkmalschutz fordert nun eine neue Bewertung und Prüfung der Sachlage durch eine städtebauliche Expertise. Bauamtsleiter Jörg Schlindwein hält dennoch daran fest, dass der Bebauungsplans bis zum Sommer fertiggestellt wird. „Wir befinden uns in der Verhandlung mit dem Denkmalschutz und wollen die Planung schnellstmöglich fortsetzen“, sagt er.

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