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Modell-Projekt : Hunderttausende für die Fischrettung

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das Schöpfwerk Saxfähre in Koldenbüttel kann zu einem Modellprojekt werden. Zwischen 200.000 und 400.000 Euro wird es kosten, es für alle Fischarten sicher zu machen, denn bislang werden diese in den Pumpen zerschreddert.

Eckehard Bockwoldt von der Lokalen Agenda 21 Koldenbüttel und Jürgen Töllner vom Kreisanglerverband sind zwei Zielen ein ganzes Stück näher gekommen: Die von ihnen auf den Weg gebrachte Aktion „Rettet den Aal“ hat zwischenzeitlich rund 500 Euro an Spenden zusammengebracht. Jetzt soll es in die zweite Runde gehen. Sonnabend ab 15 Uhr werden alle Spender die Möglichkeit erhalten, die Jungaale, in den Großen Sielzug am Schöpfwerk Saxfähre bei Koldenbüttel zu setzen.

Doch damit ist das große Ziel, den Aalbestand in den Gewässern zu sichern, noch nicht erreicht. Nach wie vor werden nämlich die laichbereiten Kiemenatmer, die Blankaale, die nur durch das Schöpfwerk in Richtung Eider und weiter Richtung Nordsee gelangen können, in den zwei Pumpen mit einer Gesamtleistung von maximal 2,7 Kubikmeter in der Sekunde regelrecht geschreddert. Das bedeutet für das hinter der Saxfähre liegende 38 Kilometer lange Gewässersystem, das 1786 Hektar entwässert, dass der Aalbestand sich nicht regenerieren kann.

Daher soll das Schöpfwerk zu einem fischfreundlichen Bauwerk umgerüstet werden. Die Umrüstung wird rund 60.000 Euro verschlingen, immer noch günstiger, als dGewässer-ie alte Hauptpumpe mit einer Leistung von 1,8 Kubikmeter in der Sekunde im Schöpfwerk zu ersetzen. Geplant war, die laichbereiten Aale durch eine Lockströmung in ein zick-zack-förmig verlegtes Kunststoffrohr am Gewässergrund zu lenken und mit Hilfe einer Vakuumpumpe in das Speicherbecken in Richtung Eider zu pumpen. Wenn dann die Nachkommen, Glasaale, wieder in das Gewässer-System einwandern wollen, dann lässt sich der Aufstieg der durchsichtigen Jungtiere recht problemlos mit Hilfe eines einfachen Borstenpasses ermöglichen, wie es schon vor Jahrzehnten an der Schleuse Nordfeld praktiziert wurde.

Diese Idee, die überall auf großes Wohlwollen stieß, ist nun schon fast wieder überholt, so Jürgen Töllner. Angedacht sei nämlich nun ein ganz neues System, das nicht mehr nur die Aale, sondern den gesamten Fischbestand vor den Pumpen des Schöpfwerkes retten kann. Allerdings, es wird auch ein ganzes Ende teurer.

Im Prinzip, erläutert Töllner, werde am Grund ein Trog gebaut. Zusätzlich kommen speziell geformte Rechen, die das Treibgut und die Fische zurückhalten, zum Einsatz. Die Rechen werden so fein sein, dass selbst ein Stichling nicht mehr in die Pumpen gelangen kann. In fest gelegten Intervallen werde dann der Trog automatisch nach oben gefahren, wobei er die Rechen abstreift, und die Fische und den Schmutz in ein Extrabecken befördert. Aus diesem können die Tiere dann ungehindert ihren Weg fortsetzen, der Unrat wird separat aufgefangen.

Voll automatisch soll die Anlage funktionieren – und der Deich- und Hauptsielverband als Besitzer des Schöpfwerkes, habe auch schon sein Einverständnis signalisiert, wenn denn Fördermittel fließen. Und da sehe es gar nicht schlecht aus, sagt Töllner. Schließlich könnte dies ein Modell für die ganze Region werden. Immerhin rund zwischen 200.000 und 400.000 Euro wird die Fischrettung Saxfähre verschlingen. Die Mittel werden aus der Fischereiabgabe des Landes kommen.

„Wenn alles weiter so gut mit der Planung und Zusammenarbeit klappt, dann kann vielleicht schon in diesem Jahr mit der Planfeststellung begonnen werden“, freut sich Sportangler Töllner. Er ist optimistisch, dass bereits im nächsten Jahr die Fische ungehindert von und in die Eider das Schöpfwerk Saxfähre in Koldenbüttel passieren können.

Weitere Informationen zu den Plänen der Fischrettung gibt es auch Sonnabend direkt am Schöpfwerk Saxfähre in Koldenbüttel ab 15 Uhr, wenn sich die Jungaale aus den Händen der Sponsoren in die Freiheit schlängeln können.

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erstellt am 09.Mai.2014 | 17:00 Uhr

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