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Typisierungs-Aktion : Hunderte wollen Tönningerin helfen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Stammzellenspender-Suche für eine Leukämie-Kranke löst eine Welle der Hilfsbereitschaft aus. Die Organisatorinnen danken allen Teilnehmern, Helfern und Sponsoren.

„Wir helfen Leben“, steht mit großen Buchstaben auf der Rückseite des T-Shirts, mit dem Conny Jagla die Spender im Tönninger Krankenhaus begrüßt. Zusammen mit Nina Rother und Anja Treubmann aus Tönning sowie der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) hat sie die Typisierungsaktion für eine 46-jährige Tönningerin organisiert. Die Schirmherrschaft hat Bürgermeisterin Dorothe Klömmer übernommen. Die drei Frauen wollen Maike T. helfen. Die Mutter von drei Kindern ist an bösartigem Blutkrebs erkrankt. Sollte die Chemotherapie nicht anschlagen, kann nur noch eine Stammzellenspende helfen.

Sie können sich freuen, die Hilfsbereitschaft ist riesengroß. Schon kurz nach der Eröffnung kann Conny Jagla nicht mehr jeden freiwilligen Spender mit Handschlag begrüßen. „Mit solch einem Ansturm habe ich nicht gerechnet“, verrät sie. Schon eine Viertelstunde nach Beginn warten gut 100 Personen geduldig darauf, dass ihnen Blut abgenommen wird. Vom Erdgeschoss bis in die zweite Etage reicht die Schlange. „Diese Blutentnahme ist nicht gleichzusetzen mit einer Blutspende“, erläuterte Christopher Krügelstein von der DKMS. Bei einer Blutspende werde die Blutgruppe ermittelt. Bei dieser Aktion gehe es darum, die Beschaffenheit der Stammzellen zu ermitteln. Stimmen alle Werte, dann spiele die Blutgruppe keine Rolle bei einer Stammzellentransplantation. „Es kann sogar sein, dass der Patient die Blutgruppe des Spenders übernimmt“, so Krügelstein. Die DKMS hatte sich für die Blutprobe entschieden, da sie genauer als der Abstrich im Mund ist. Fünf Mililiter pro Teilnehmer werden benötigt.

Schon nach der ersten Berichterstattung über die Aktion in unserer Zeitung hatte sich Anke Spreckelsen-Hans spontan entschieden, mitzumachen. Sie möchte helfen, Leben zu retten. Auch für Daniela-Yvonne Hering gab es darüber keine zwei Meinungen. Vor zwei Jahren ist ihr Mann an einer Sichelzellenanämie verstorben. Auch Bürgermeisterin Dorothe Klömmer ließ sich als potenzielle Spenderin registrieren.

„Ohne die vielen Helfer und Unterstützer wäre diese Aktion nicht zustande gekommen“, ist sich Conny Jagla sicher, dazu zählen Feuerwehr, Vereine, Apotheken und Ärzte sowie Bäcker und viele Einzelhändler. „Ich möchte mich aber auch beim Tönninger Krankenhaus bedanken, das sofort seine Hilfe zugesagt hat.“ Und da sind noch die zahlreichen Eltern der Grund- und der Gemeinschaftsschule, die für einen Imbiss gesorgt haben.

Am Ende des Nachmittags, gegen 19 Uhr, waren dann 700 Blutröhrchen zusammengekommen. „Wir hatten keinen Leerlauf“, sagt Anja Treubmann überwältigt von der großen Zahl. „Nur einmal war die Schlange nur anderthalb Treppen lang. Wir sind stolz auf alle Teilnehmer und Helfer, die sich teilweise Urlaub genommen oder gleich von der Arbeit hierher gekommen sind.“

Aber auch wer gestern keine Zeit hatte, kann Maike T. oder anderen Erkrankten helfen. Unter www.dkms.de können sich Interessierte ein Registrierungs-Set für zuhause bestellen.

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