St. Peter-Ording : Hotelprojekt: Zuwegung in der Kritik

Die Fritz-Wischer-Straße ist als Zuwegung zum geplanten Hotel angedacht.
Die Fritz-Wischer-Straße ist als Zuwegung zum geplanten Hotel angedacht.

An der Strandpromenade von St. Peter-Ording soll ein neues Hotel gebaut werden – Anwohner fürchten eine zusätzliche Verkehrsbelastung.

shz.de von
20. Juli 2018, 09:30 Uhr

„Muss da denn überhaupt ein neues Hotel hin? Haben wir nicht schon genug Hotels?“ Darin gipfelte fürs Erste die Aussprache über die Pläne eines Investors an der Strandpromenade in St. Peter-Ording. Rund 50 Bürger hatten sich zur Vorstellung des Bebauungsplans Nr. 13c im Rahmen der frühzeitigen Öffentlichkeits-Beteiligung im Dünen-Hus eingefunden. Es geht dabei um das Areal östlich der Erlebnispromenade, südlich des Strandläuferwegs, westlich der Straße Im Bad und nördlich der Fritz-Wischer-Straße, zwischen den Grundstücken Strandpromenade Nr. 9 bis 19.

Sven Jacobsen vom Amt Eiderstedt, Stadtplaner Helmut Reggentin und der Vorsitzende des Bauausschusses, Kurt Kahlke, standen den Interessierten Rede und Antwort. Miriam Sparr sowie Frederike Lommes von der Firma Lairm Consult stellten das seitens des Bauausschusses geforderte Schallschutzgutachten vor. In der Veranstaltung ging es um die allgemeinen Ziele und Zwecke der Bauleitplanung. An der Strandpromenade will ein Investor auf den Grundstücken Nr. 13, 15 und 17  (ehemaliges Kurdirektoren-Haus) ein Hotel errichten. Das Projekt ist schon seit Jahren im Gespräch.

Die Teilnehmer hatten in der Versammlung Gelegenheit, ihre Gedanken zum Bebauungsplan anzubringen. Und taten dies auch rege. Die Hauptkritik richtet sich gegen die geplante Zuwegung für den Anliefer- und Gästeverkehr. Bisher erfolgt dieser von der Straße Im Bad aus über den Strandläuferweg auf die Strandpromenade. Das Verkehrsaufkommen hält sich bisher in Grenzen, so dass die im Rahmen des Projektes „Strandpromenade Teil I“ 2008 angelegte Straße dafür ausreicht. In den 1970er Jahren war davon ausgegangen worden, die Zuwegung vom Strandläuferweg aus entlang des zur Strandpromenade parallel verlaufenden Entwässerungsgrabens anzulegen. Da die Untere Naturschutzbehörde aber heute am Rande des sogenannten Kurwaldes für eine derartige Zuwegung mit einer Breite von sechs Metern die Genehmigung nicht mehr in Aussicht stellen kann, hat man überlegt, eine Zufahrt vom Ende der Fritz-Wischer-Straße (Sackgasse zur Strandklinik und den drei Hochhäusern) einzurichten. Auch hier wäre ein Teil des Kurwaldes betroffen, der jedoch durch einen trittfesten Fußweg vorbelastet ist. Die Zuwegung für Fußgänger und Radfahrer von der Straße Im Bad würde außerdem gekreuzt. Hier könnte die Genehmigung in Aussicht gestellt werden. Das Schallschutzgutachten spricht bei täglich 168 Fahrzeugen, darunter 22 Lastwagen, auch nicht dagegen.

Diesem Vorhaben aber widersprach der größte Teil der Anwesenden. Sie sahen große Verkehrsprobleme, brachten zunehmenden Lärm, Fragen des Tierschutzes und zusätzliche Gefährdungen vor. Wiederholt wurde gefordert, Einlassungen ins Protokoll aufzunehmen. Die Übernahme der Kosten durch den Hotelinvestor befriedigte sie genau so wenig wie alle anderen Antworten. Die Fritz-Wischer-Straße habe jetzt eine Breite von vier Metern, wurde behauptet. Der Waldweg sei nur zwei Meter breit und müsste auf sechs Meter erweitert werden. Für Fußgänger und Radfahrer ergäben sich Gefährdungen. Auch deren Parkplätze würden in Mitleidenschaft gezogen. Insgesamt betrachteten einige diese geplante Zuwegung als Privatweg und bewerteten das Hotelprojekt als Bevorzugung eines Unternehmens.

Das Beteiligungsverfahren ist mit dieser Veranstaltung aber noch längst nicht abgeschlossen, wie Sven Jacobsen erklärte. Pläne und Unterlagen werden nach dem Entwurfs- und Auslegungsbeschluss des Bauausschusses öffentlich ausgelegt werden. Außerdem werden auch die Träger der öffentlichen Belange, wie beispielsweise Behörden , angehört.

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