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Kein Platz für Gruppenreisende : Hotelier für Friedrichstadt gesucht

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Für Reisegruppen fehlen im Holländerstädtchen Friedrichstadt ausreichend Unterbringungsmöglichkeiten. Touristen und Einheimische klagen über die vielen Krähen, die auch schon Gäste aus der Stadt vertrieben haben.

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erstellt am 02.Feb.2017 | 10:00 Uhr

Sollte es einen Investor geben, der sein Geld in einen Hotelneubau stecken und es mit dem Betrieb der Herberge vermehren möchte, dann sollte er nach Friedrichstadt kommen, dort wird er nämlich garantiert mit offenen Armen empfangen. Denn auch wenn das Holländerstädtchen jährlich rund 400.000 Tagesgäste zählt, es könnten noch viel mehr werden. „Aber uns fehlt ein Hotel, eine Übernachtungsmöglichkeit für Gruppenreisende“, sagt Tourismus-Chefin Anke Stecher. Bislang müsste das Fremdenverkehrsbüro Gruppenanfragen immer an andere Orte weiterleiten, beispielsweise nach Tönning. „Uns gehen dadurch natürlich die Gäste verloren“, beklagt Anke Stecher. Das Problem ist auch der Politik, bekannt, doch bislang hat sich weder im Tourismusbüro am Marktplatz noch beim Bürgermeister Eggert Vogt ein potenter Hotelier gemeldet.

Noch liegen die Zahlen für das vergangene Jahr nicht komplett vor, doch nach ersten Sichtungen und dem eigenen Eindruck habe vermutlich das Vermittlungsgeschäft stagniert, beziehungsweise sogar leicht nachgelassen,vermutet Anke Stecher. Aber generell scheint es ein gutes Jahr gewesen zu sein. Nicht zuletzt haben dazu auch die Mitarbeiter des Tourismusbüros beigetragen, denn seit Anja Andresen aus dem Tagesgeschäft herausgezogen wurde und sich ausschließlich um die Veranstaltungen wie etwa Rosenträume, Tischlein deck dich, Lampionfest, Herbstzauber und Weihnachtsmarkt kümmert, werden die Events immer professioneller durchgezogen. Und in diesem Jahr kommen sogar noch zwei Großveranstaltungen hinzu. Anfang Mai wird es erstmals einen Holländermarkt geben, und die immer beliebter werdenden Food-Trucks kommen für einen Tag in die Stadt. Hinzu kommt alle zwei Jahre am 1. Mai der Regionaltag, der zwar von der Aktiv-Region Südliches Nordfriesland organisiert wird, aber natürlich vom Tourismusverein Friedrichstadt und Umgebung nicht nur begleitet, sondern auch unterstützt wird.

Doch was schätzen die Touristen so sehr an Friedrichstadt, dass sie jährlich in so großer Zahl in die Stadt einfallen? „Wir erleben es tatsächlich häufig, dass Menschen in unser Büro kommen, und von dem schönen Ambiente der Altstadt schwärmen“, sagen Anke Stecher und Anja Andersen übereinstimmend. Es gibt natürlich auch negative Meldungen. „Und da werden an erster Stelle“, kommt es wie aus der Pistole geschossen „die Krähen genannt.“ Anja Andersen bestätigt, dass es sogar schon vorgezogene Abreisen wegen der Vögel gegeben habe. „Das ist ein wirkliches Problem in der Stadt, zumal die Tiere teilweise zwei Bruten im Jahr durchbringen.“ Doch wie das gelöst werden kann, weiß bislang niemand. Auch Versuche der Feuerwehr, Nester aus den Bäumen zu spritzen und die intensiven Kontakte mit dem Landesamt für Natur und Umwelt in Flintbek, hätten bislamg zu keinem Ergebnis geführt.

Ausruhen können sich die Mitarbeiter des Fremdenverkehrsbüros nicht. So wird gegenwärtig gerade eine Tourismusstudie erstellt, die wohl im Frühsommer fertig sein soll. Sie wird nicht nur die Ist-Situation aufzeigen und Wege in die Zukunft beschreiben, sondern den Mitarbeitern einen Leitfaden an die Hand geben. „Es ist immer sehr gut, wenn auch von außen auf die eigene Arbeit geschaut wird, man selbst läuft ja Gefahr, betriebsblind zu werden“, sagt dazu Anke Stecher.

Um den Blick auf Friedrichstadt noch zu schärfen, beziehungsweise die Stadt noch häufiger in den Fokus von Reisenden zu hieven, soll auch der Internetauftritt schnellstmöglich komplett überarbeitet werden. „Bis zum Sommer“, ist die Tourismus-Chefin zuversichtlich, „sollte das möglich sein. Unser Auftritt ist nicht schlecht, aber er kann noch besser werden“, sagt sie. Als nächstes größeres Projekt steht das Thema Beschilderung auf der Agenda, denn viele der Hinweistafeln sind kaum noch zu lesen. „Da müssen wir dringend ran“, sagt Anja Andersen und beklagt besonders, dass viele der Hin weistafeln mittlerweile verdreht seien, so dass beispielsweise die Suche nach einer Toilette schon zu einer anstrengenden Geduldsprobe werden könne.

Die Zusammenarbeit in der Lokalen Tourismusorganisation (LTO) St. Peter-Ording/Ederstedt funktioniere nach ersten Anlaufschwierigkeiten prima, unterstreichen Anke Stecher und Anja Andersen, Die Tourismus-Chefin fügt hinzu, dass was St. Peter-Ording für die LTO sei, sei Friedrichstadt dann heruntergebrochen für die kleineren Umlandgemeinden, das touristische Zentrum.

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