St. Peter-Ording : Hotelbau in den Dünen

Ein 7.000 Quadratmeter großes „Filetstück“ inmitten der Dünenlandschaft: Heute entscheidet die Gemeindevertretung, ob an dieser Stelle eine Hotel-Neubau entsteht.
Ein 7000 Quadratmeter großes „Filetstück“ inmitten der Dünenlandschaft: Die Gemeindevertretung muss nun entscheiden, ob an dieser Stelle ein Hotel-Neubau entstehen darf.

Der Bauausschuss in St. Peter-Ording hat für ein neues Hotel auf dem Grundstück des ehemaligen Kurheims votiert.

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26. April 2018, 11:00 Uhr

Vor der Kommunalwahl waren der Gemeindevertretung St. Peter-Ording für ihre letzte Sitzung seitens des Bauausschusses noch wichtige Beschlussempfehlungen mit auf den Weg zu geben. Nur einmal stimmten nicht alle Mitglieder des Ausschusses für Bauwesen und Verkehr unter Leitung des Vorsitzenden Bodo Laubenstein (CDU) für die von der Verwaltung ausgearbeiteten Vorlagen. Sie stecken den Handlungsrahmen zum Arbeiten ab. „Damit wird der Start für beabsichtigte Vorhaben gegeben, an deren Planung dann gegangen werden kann“, so Bürgermeister Rainer Balsmeier.

Im Fokus der Sitzung stand ein besonderes „Filetstück“ der Gemeinde. Es ging um die Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes Nr. 79 für das Gebiet „Ehemaliges Kurheim Köhlbrand“ am Strandweg einschließlich der Liegenschaft „Strandweg 28“ (Schlichtwohnungen). Die Nachnutzung dieses Grundstücks inmitten der Dünenlandschaft soll durch einen Hotel-Neubau erfolgen. Der seitens des in Abstimmung mit der Gemeinde in Auftrag gegebene Masterplan macht das möglich. Mit der Aufstellung werde die Planungsabsicht bekundet.

Zurzeit nutzt die Kita noch große Teile des 7000 Quadratmeter großen Geländes als Ausweichquartier wegen der Baumaßnahmen am ursprünglichen Standort Kirchenleye. Die Ausschussmitglieder stimmten dem Vorhaben zu. Allerdings mahnten die Vertreter der CDU-Fraktion an, die verkehrliche Erschließung besonders im Auge zu haben. Auch gerichtet an die große Anzahl von Ordinger Bürgern kündigte der Bürgermeister eine öffentliche Informations-Veranstaltung für alle Anlieger ab der Stöpe mit dem Vorhabenträger an. Gewünscht wurde dazu auch ein Modell. In der Begründung des Beschlusses wird die Konkretisierung der städtebaulichen Kennziffern hinsichtlich Geschossigkeit und Grundflächenzahl gefordert.

Als nächstes Thema ging es um die wegen der Verschiebung der Hochwasserlinie am Ordinger Strand (Rochelsand) geplante Verlagerung des bestehenden Wassersportcenters XH2O um 160 Meter Richtung Osten und damit zugleich Neuerrichtung als Pfahlbau mit einer Podesthöhe von circa sieben Metern an (B-Plan 80) an. In Abstimmung mit den anderen Strandnutzern wie Strandsegler und Kite-Buggy-Fahrer, der Nationalparkverwaltung und den Betreibern wurde der neue mögliche Standort bereits festgelegt. Erforderlicher Aufbau zur Saison und Abbau danach könnten damit vermieden werden, ebenso aber auch mehrfach starke Beschädigungen durch Sturmfluten. Wie bei den anderen Pfahlbauten könne dann nach dem Winter gleich gestartet werden. Richard Flohrs Richardsen sprach für die CDU, dass man die Anhebung auf sieben Meter nicht für notwendig erachte. Auch das mit dem Auf- und Abbau solle bleiben. Hier hakte Hans-Halket Kraus (SPD) ein und sprach vehement für die angedachten Maßnahmen. „Gerade die Wassersportmöglichkeiten werden bei den Gästen positiv beurteilt und sind von ihnen gewünscht.“ Bei drei Gegenstimmen fiel das Votum für die Empfehlung.

Weiterhin ging auch um die Aufnahme von St. Peter-Ording in das Städtebauförderungsprogramm „Kleinere Städte und Gemeinden“. Um vorbereitende Untersuchungen zu beschließen, muss zunächst das Untersuchungsgebiet abgegrenzt werden. Als dieses ist der „historische Ortskern“ vorgesehen. Das Abgrenzungsgebiet ist in einer Ortskarte gekennzeichnet und im Vorweg bereits mit dem Innenministerium abgestimmt worden. Zweck der Untersuchung ist das Aufzeigen von Missständen und die Formulierung von Entwicklungsmöglichkeiten. Potentielle Maßnahmen sind unter anderem die Neugestaltung des Sportplatzes, der Umbau des Alten Rathauses und Neuausrichtung in ein Dorfgemeinschaftshaus, Sanierung von Gemeindezentrum, Olsdorfer Krug und Museum.

Im Zuge des 2. Bauabschnittes zur Erweiterung der Erlebnispromenade ist der Neubau eines Familientreffs auf dem ehemaligen Rollschuh/Skater/Basketballfeld geplant. Es folgt hinterdeichs dem beabsichtigten Naturerlebnisraum im Vorland, der bei der Buhne beginnen und etwa hier enden soll. Die Erschließung des Familientreffs soll über die Fritz-Wischer-Straße erfolgen. Dem Vorschlag der Aufstellung als B-Plan 81 wurde ohne Aussprache entsprochen.

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