Kaum diebische Gäste in Husum und St. Peter : Hotel-Handtücher – wenig begehrt

Bademäntel, Kleiderbügel, Klopapier – und vielleicht eine Lampe? Nicht alle Hotelgäste sind ehrlich.
Bademäntel, Kleiderbügel, Klopapier – und vielleicht eine Lampe? Nicht alle Hotelgäste sind ehrlich.

Haben die Übernachtungsbetriebe in Husum und St. Peter-Ording Probleme mit diebischen Gästen? Wir haben nachgefragt.

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11. Juni 2018, 14:00 Uhr

Körperpflege in Hotels ist einfach: Auf den Zimmern liegen kleine Fläschchen mit Dusch-, Kosmetik- und Pflegeprodukten für den Gast bereit – und dass diese „Give-aways“ auch genutzt und mitgenommen werden, ist von den Übernachtungsbetrieben einkalkuliert. Dabei sollte es in punkto Mitnahme allerdings auch blieben. Nur sieht das offenbar nicht jeder Hotelgast so, wie Umfragen von „Wellness Heaven“, einem der führenden Online-Wellness-Guides in Europa, regelmäßig ergeben. Manche Besucher sind so dreist, dass sie Fernseher, Klaviere oder gar ausgestopfte Tiere aus dem Hotel tragen. Wir wollten wissen: Wie ist das in Husum und St. Peter-Ording?

Unkritisch, lautet die Antwort unisono in der Storm-Stadt. „Wir können uns nicht beklagen“, sagt Julia Thaler, die im Empfang des Genießer-Hotels „Altes Gymnasium“ arbeitet. Sie könne sich nicht erinnern, dass irgendwann einmal etwas wirklich Dramatisches passiert sei: „Mal ein Handtuch oder ein Bademantel. Die Zimmer sind ja komplett bestückt.“

Das sind sie bei vielen anderen Hotels nicht. „Wir haben keine Bademäntel auf den Zimmern“, sagt Sarah Marquardt von der Rezeption des Hotels „Am Schlosspark“. Und die Handtücher würden nicht mitgenommen, geschweige denn andere Gegenstände. Dasselbe ist auch aus dem Hotel & Spa „Rosenburg“ und dem Hotel „Osterkrug“ zu hören: „Die Handtücher haben keine Logos, deswegen sind sie wohl uninteressant“, sagt Lena Pausch, die den „Osterkrug“-Service leitet. „Und die Bademäntel gibt es nur auf Anfrage an der Rezeption.“ Früher, als sie noch in St. Peter-Ording gearbeitet habe, sei das aber anders gewesen: „Da ist ordentlich was weggekommen.“

Offenbar hat sich jedoch auch das Verhalten der Gäste im Eiderstedter Vorzeigebad geändert: „Ich kann mich gar nicht erinnern, wann bei uns das letzte Mal etwas verschwunden ist“, sagt Sybille Kelling, die den Empfang im „Strandgut Resort“ leitet. Die Bademäntel gibt es hier allerdings auch nur gegen eine Leihgebühr. Auch Meike Sauer, die Empfangsleiterin vom Hotel „Zweite Heimat“, macht sich eher weniger Sorgen um diebische Gäste: „Wir können das aber auch gar nicht so genau zählen, weil die Handtücher und Bademäntel in den Spa-Bereich mitgenommen werden dürfen.“ Allerdings: „Ein bisschen Verlust ist immer.“

Davon kann der Geschäftsführer eines anderen großen Hotels vor Ort ein Lied singen: „Hier passiert nicht viel. Aber in Köln habe ich einmal erlebt, dass sich ein Gast ein komplettes sechsteiliges Service zusammengeklaut hat. Bei der Abreise konnte er seine Tasche kaum tragen, und wir hatten das längst bemerkt. Und ihn beim Auschecken gefragt: ,Soll das Porzellan auf eine Extra-Rechnung?‘ Der ist dann mit hochrotem Kopf weg – und hat das Geschirr dagelassen.“

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