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Grosse Stammzellspender-Suche in Tönning : Hoffnung auf ein zweites Leben

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Für eine an Leukämie erkrankte Tönningerin bitten Familie und Freunde um Hilfe: Am 29. Juni findet eine große Typisierungsaktion im Tönninger Krankenhaus statt.

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erstellt am 18.Jun.2016 | 15:00 Uhr

Zunächst hatte sich Maike T. aus Tönning nichts dabei gedacht: Sie fühlte sich müde, abgeschlafft, erschöpft, hatte Schmerzen im Brustkorb. „Das liegt wohl an meinem Rheuma und am Asthma“, tröstete sich die 46-Jährige. Doch es wurde einfach nicht besser. Dann das erste Alarmsignal: Ihre Milz war vergrößert. Im Westküstenklinikum in Heide wurde schließlich die alles erschütternde Diagnose gestellt: bösartiger Blutkrebs. Das war im April. Seitdem wird sie im Universitätsklinikum in Kiel behandelt. Eine normale und eine schwere Chemo-Therapie hat sie bereits hinter sich. Nicht nur für sie eine schwere Zeit, sondern auch für ihren Mann Achim und die drei Kinder. Aus Rücksicht auf sie möchte Maike T. ihren Nachnamen nicht in der Zeitung genannt wissen.

Derzeit ist die Behandlung in einer kritischen Phase. Sollte die hochdosierte Chemo nicht anschlagen, wird mit großer Wahrscheinlichkeit nur noch eine Stammzellspende das Leben von Maike T. retten können. In dieser quälenden Situation ist die Familie aber nicht allein. Um für den Fall der Fälle gerüstet zu sein, bereiten Freunde der Familie und Lehrerinnen der Kinder gemeinsam mit der Deutschen Knochenmarkspender-Datei (DKMS) in Tönning eine große Typisierungsaktion vor. Am Mittwoch, 29. Juni, sind alle gesunden Menschen im Alter zwischen 17 und 55 Jahren aufgerufen, ins Tönninger Krankenhaus zu kommen. Ein kleiner Pieks mit der Nadel und fünf Mililiter Blut können für Maike T. das Leben bedeuten. Mehr müssen die Freiwilligen nicht geben, um zum Lebensretter zu werden – für Maike T. oder für einen anderen an Leukämie erkrankten Menschen. Denn anhand der Blutprobe kann der passende Stammzellspender ermittelt werden. Die Schirmherrschaft über die Aktion hat Tönnings Bürgermeisterin Dorothe Klömmer übernommen. „Ich mache das gern, weil es gut und wichtig ist.“

Sich für die Familie einzusetzen, war für Conny Jagla und Nina Rother, Lehrerinnen der drei Kinder, und für Anja Treubmann, sehr gute Freundin der Familie, sofort klar. Alle drei sind selbst Mütter. Für sie ist es selbstverständlich, zu helfen. Anja Treubmann, die als Krankenschwester an der Tönninger Klinik arbeitet, konnte schnell die Unterstützung der dortigen Leitung gewinnen. Und so haben nun am Mittwoch (29. Juni) von 14 bis 19 Uhr alle Freiwilligen Gelegenheit, zu helfen. Neben Anja Treubmann werden auch vier Arzthelferinnen aus der Praxis von Dr. Robert Wysocki in Tönning vor Ort sein, um Blut abzunehmen. Ein Mediziner aus dem Krankenhaus wird anwesend sein. Ort des Geschehens ist der zweite Stock in der Klinik. Oberstufen-Schüler von der Eider-Treene-Schule werden den Weg weisen. Anschließend gibt es einen Imbiss. Für diesen sorgen Elternvertreter der Grund- und der Gemeinschaftsschule. Ganz wichtig ist, dass die Spender ihren Personalausweis mitbringen. Und das ganze ist für den Spender natürlich kostenlos. Wer an diesem Tag keine Zeit hat, kann bei der DKMS ein Registrierungsset anfordern, auch das ist kostenlos. Weitere Auskünfte unter www.dkms.de. Willkommen sind auch Geldspenden. Denn jede Typisierung kostet 40 Euro.

Eine große Hilfe und Freude in diesen schweren Stunden ist für die Familie und den Initiativkreis die große Unterstützung, die sie bereits jetzt in Tönning erfahren. Vereine, Ärzte, Apotheken, der Förderverein Krankenhaus, die Kirchengemeinde Tönning, die Stadt (übernimmt die Plakatierungsaktion), Bäcker und viele Einzelhändler engagieren sich. Die Feuerwehr will zur Typisierung kommen. „Wir freuen uns, wenn ganz viele mitmachen – auch von zuhause, wenn sie Mittwoch nicht kommen können“, sagen der Ehemann und die drei Frauen vom Initiativkreis. „Und wenn dann doch kein passender Spender für Maike gefunden wird, dann helfen wir vielleicht jemand anderem“, sagt Achim T. tapfer.

Mit aller Kraft versuchen er und seine Kinder Maike T. zu unterstützen. Das ist nicht leicht: Bei den Besuchen in Kiel müssen sie einen Mundschutz und einen Schutzkittel tragen. Die 46-Jährige darf die Station nicht verlassen, ist seit Wochen nicht an der frischen Luft gewesen, darf nicht einmal das Fenster öffnen. Das wäre lebensgefährlich, ihr Immunsystem ist zu geschwächt. „Wir hoffen, dass sie zwischendurch noch einmal nach Hause kommen darf. Ich habe alles vorbereitet, sie hat einen Extra-Bereich“, sagt Achim T.

Außerdem bittet die DKMS um Spenden, um ihre Arbeit finanzieren zu können: DKMS Spendenkonto, Förde Sparkasse Kiel, IBAN: DE82 2105 0170 1001 6228 18, BIC: NOLADE219KIE, Stichwort: Maike

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