Husumer Raritäten-Festival : Hochkarätige Piano-Perlen

Stellten das Programm vor: Volksbank-Vorstandsmitglied Udo Kempter, der künstlerische Leiter des Festivals, Peter Froundjian, und Filmemacher Jan Ö. Meier (von links).
Stellten das Programm vor: Volksbank-Vorstandsmitglied Udo Kempter, der künstlerische Leiter des Festivals, Peter Froundjian, und Filmemacher Jan Ö. Meier (von links).

Auch in der 31. Spielzeit haben die Raritäten der Klaviermusik wieder Hochkarätiges zu bieten.

shz.de von
28. März 2017, 18:52 Uhr

„Nein“, stellt Peter Froundjian mit einem Lächeln fest, „die Raritäten gehen uns nicht aus.“ Und so präsentiert der künstlerische Leiter des renommierten Husumer Festivals auch in der 31. Saison vom 18. bis 26. August wieder hochkarätige Piano-Perlen. In zweifacher Hinsicht: Zum einen handelt es sich um selten gespielte Werke, zum anderen um Künstler, die in Deutschland kaum bekannt sind. „Das waren von Beginn an meine Intentionen“, sagt Froundjian.

Ein Erfolgsrezept. Längst sind die „Raritäten der Klaviermusik“ kein Geheimtipp mehr, genießt das Festival nicht nur bei Kritikern den Ruf „eines der schönsten und wertvollsten der Welt“ zu sein. Die Besucher kommen von weither, reisen aus der ganzen Welt an. „Wir haben eine Konzertauslastung von 92 Prozent“, freut sich Nathalie Gerstle vom Kreis Nordfriesland, die das Festival betreut. „Die Nachfrage ist enorm“, bestätigt Johanna Jürgensen, Geschäftsführerin der Stiftung Nordfriesland.

Mit neuem Logo, neuem Design und erstmals einer Piano-Lounge startet das Festival in diesem Jahr am 18. August im Husumer Kino-Center mit einem Film von Jan Ö. Meier: „Pianocrazy“. Er entstand im letzten Jahr und dokumentiert auf unterhaltsame Art mit ungewöhnlichen Schnitttechniken und überraschenden Perspektiven Teile des Jubiläumsfestivals. „Da wird die Leidenschaft aller Beteiligten spürbar“, sagt Meier, der seinen 45-minütigen Film als „verrückt im positiven Sinn“ bezeichnet.

In die Schatztruhe der Klavierliteratur greift Froundjian mit einem erlesenen Konzertprogramm im Schloss vor Husum, das Klassik-Fans jenseits des Mainstreams wieder außergewöhnliche Hörerlebnisse mit großartigen Künstlern beschert. Neben „Pianisten der ersten Stunde“ des Festivals, wie der US-Amerikaner Daniel Berman oder der Kanadier Marc-André Hamelin, und einem Wiedersehen mit dem virtuosen Kubaner Jorge Luis Prats, wird auch die im letzten Jahr begonnene Konzertreihe der „Young Explorers“ fortgesetzt, die den Festivalauftakt am 19. August bestreiten: Während der junge Russe Lukas Geniušas die beiden Zyklen „Ludus tonalis“ von Paul Hindemith zu Gehör bringt, widmet sich die Finnin Satu Paavola unter anderem den vom italienischen Belcanto inspirierten, virtuosen Opernbearbeitungen von Sigismund Thalberg. Facettenreich aufgestellt ist Antonio Pompa-Baldi mit Werken von Czerny, Poulenc, Nikolaj Medtner und unbekannten Etuden des St. Petersburger Komponisten Anton Rubenstein (20. August).

Kompositionen von Samuel Feinberg und Moritz Moszkowski stehen unter anderem auf dem Programm von Marc-André Hamelin (21. August). Reizvolle Barockstücke in der Bearbeitung von Godowsky und spätromantische Fantasien des Ukrainers Segei Bortkiewicz bietet Nadejda Vlaeva (22. August). Abwechslungsreich wird auch das Konzert von Vincenzo Maltempo (23. August), der auch Sonaten von Glasunow zu Gehör bringt.

Mit einem „attraktiven, ohrengefälligen Programm“, so Froundjian, bringt sich Daniel Berman am 24. August beim Festival-Publikum in Erinnerung, während die junge litauische Pianistin Muza Rubackyte am 25. August zum ersten Mal dabei ist und unter anderem eines der wenigen Werke des früh verstorbenen Liszt-Schülers Julius Reubke darbietet. Ein Highlight ist fraglos das Konzert von Jorge Luis Prats, der zum Ausklang am 26. August den extrem schwierigen Klavierzyklus „Iberia“ von Isaac Albeniz vorträgt: „Ein Meisterwerk, das nicht jeder spielen kann“, weiß Festival-Leiter Froundjian.

Ein anspruchsvolles Programm, das ohne Sponsoring nicht machbar wäre. Und so ist auch in diesem Jahr die Husumer Volksbank wieder im Boot: „Wir unterstürzen sehr gern das Besondere“, sagt Vorstandsmitglied Udo Kempter.

Abonnement-Karten gibt es ab heute, 28. März, und Einzelkarten ab Dienstag, 25. April, im Museums-Shop des Schlosses vor Husum, Telefon 04841/8973130 oder per E-Mail
an karten@raritaeten-der-klaviermusik.de; weitere Informationen sind im Internet unter www.raritaeten-der-klaviermusik.de erhältlich.

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