Aus den Gemeinden : Hitzige Debatten in Schwabstedt

Der Bauwagen ist die Unterkunft der Waldgruppe des Kindergartens – für sie wird der Gestattungsvertrag verlängert.
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Der Bauwagen ist die Unterkunft der Waldgruppe des Kindergartens – für sie wird der Gestattungsvertrag verlängert.

Die spontane Änderung der Tagesordnung sorgt für reichlich Unmut in der Gemeindevertreter-Sitzung. Die gute Nachricht: Die Waldgruppe des Kindergartens bleibt bestehen.

shz.de von
01. März 2018, 12:00 Uhr

Teilweise ging es hoch her in der jüngsten Gemeinderats-Sitzung in Schwabstedt. Bürgermeister Jürgen Meyer (FDP) wollte sogar die Polizei rufen.

In der Einwohnerfragestunde verlangte ein Bürger Auskunft zum Thema „Hunde in der Treene“. Bereits in der Gemeindevertreter-Sitzung Ende November hatte er das angesprochen. Er kritisierte damals den Bürgermeister, da er einem Hundehalter erlaubt haben soll, seinen Vierbeiner an der Slipanlage beim Bootsclub unangeleint baden zu lassen. Meyer hatte damals erklärt, dass er sich an den bereits mehrere Monate zurückliegenden Vorgang nicht erinnern könne. Die Diskussion wurde schon damals mit Hinweis auf den Sinn der Einwohnerfragestunde abgebrochen. Aber auch diesmal ließ der Bürger nicht locker. Bis schließlich Jürgen Meyer der Kragen platzte und er mehrfach betonte: „Das hier ist eine Einwohnerfragestunde. Beende deine Statements, sonst musst du den Saal verlassen.“ Doch erst als er die Sitzung unterbrach und damit drohte, die Polizei zu rufen, kehrte Ruhe ein.

Für Unmut sorgte auch die Erweiterung der Tagesordnung um die Punkte 7a bis 7g. Dabei ging es um Beschlüsse des Sozial-, Jugend- und Kultur-Ausschusses, der acht Tage zuvor getagt hatte. Bürgermeister Jürgen Meyer wollte das noch in der Gemeindevertreter-Sitzung verhandeln, da es sich um die letzte Zusammenkunft vor der Kommunalwahl handelte. Protest von Thies Hansen (CDU): „Ich finde die Art und Weise, wie hier in den Ausschüssen gearbeitet wird, nicht schön.“ Scharfer Gegenprotest aus der eigenen Fraktion, nämlich vom Ausschuss-Vorsitzenden Gerd Delle, der sich zu Unrecht kritisiert fühlte: „Will die CDU hier heute Abend wieder Protest machen? Mir stinkt’s!“ Für diesen Ausspruch entschuldigte er sich dann aber noch bei seinen Fraktionskollegen. Zu Sitzungsbeginn hatte er bereits erklärt, dass sich die Verschiebung der Sitzung um eine Woche nicht habe vermeiden lassen. Die Änderung wurde dann mit acht Ja- und drei Nein-Stimmen von den CDU-Mitgliedern Thies Hansen, Anette Herrig und Matthias Thomsen angenommen. Zur Sitzung des 13-köpfigen Gremiums fehlten entschuldigt Eike Hansen (WGS) und Lothar Hoffmann (CDU).

Unter dem neu eingefügten Tagesordnungspunkt 7 wurden diese Themen abgearbeitet: 7a: Die Skatjugend erhält einstimmig für das einwöchige Skatcamp am Lagedeich in Rantrum 250 Euro Zuschuss; 7b: ein komplettes Abbrennverbot von Feuerwerkskörpern zu Silvester in der Gemeinde wurde einstimmig abgelehnt; 7c: Nach längerer Diskussion wurde das Aufstellen von Sportgeräten einstimmig in den Ausschuss verwiesen; 7d: einstimmig 300 Euro Zuschuss zur Herrichtung eines neuen Jugendtreffs im Schulgebäude; die Jugendarbeit übernimmt Tanja Heinrichs; 7e: einstimmig zur Anschaffung von 100 neuen Stühlen für das gemeindeeigene Treenehaus; 7f: Anschaffung und Aufstellung der „Matschanlage Kleine Möwe“ im vom Gesundheitsamt stillgelegten und mit Sand verfüllten Kinderbecken am Treenefreibad – mit diesem Votum: sieben Ja- und vier Nein-Stimmen; 7g: einstimmig für einen Zuschuss von 1000 Euro für das Trachtenfest am 24. Mai.

Gute Nachrichten gibt es für die Waldgruppe des Kindergartens. Bürgermeister Jürgen Meyer: „Der Gestattungsvertrag für die Waldgruppe endete 2017. Das ist aber eine tolle Angelegenheit. Wir sollten das verlängern.“ Das Gremium sprach sich einstimmig dafür aus. Außerdem erläuterte er: „Gelöst haben wir nun auch ein größeres Problem: Die Waldkinder werden um 12 Uhr von einem Bus abgeholt und fahren über Fresendelf zum Schwabstedter Kindergarten. Dort können sie auch Mittag essen und bei Bedarf weiterbetreut werden, bis sie von den Eltern abgeholt werden.“ Den Bus bezahlt die Gemeinde. Auch das wurde einstimmig gebilligt. Abschließend die aktuellen Kindergarten-Zahlen: 38 Kinder in der Festeinrichtung (16 in der Koboldgruppe, 13 in der Familiengruppe, 10 in der Krippe) und dazu 16 Kinder in der Waldgruppe. Gesamtzahl: 54 Kinder. Ab Mai 2018 erhöhen sich diese Zahlen wie folgt: 44 Kinder in der Festeinrichtung (19 Koboldgruppe, 15 Familiengruppe, 10 Krippengruppe). Dazu kommen 18 in der Waldgruppe. Gesamtzahl dann 62.

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