zur Navigation springen

Eine Frau an der Spitze Gardings : Historische Abstimmung

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Eine Frau als Bürgermeisterin? Das gab es in Garding bislang noch nicht. Mit Andrea Kummerscheidt endet nun diese Ära. Ihr Vorgänger Ranjet Biermann war Mitte Januar zurückgetreten.

von
erstellt am 28.Feb.2015 | 13:00 Uhr

425 Jahre hat es gedauert, bis eine Frau Bürgermeisterin von Garding wird. Andrea Kummerscheidt gebührt diese Ehre. Sie wurde von den Stadtvertretern dazu bestimmt, dieses verantwortungsvolle Amt zu übernehmen. Die historische Sitzung verfolgten 20 Bürger, die sich in der Amtsverwaltung eingefunden, darunter auch der Ehemann von Andrea Kummerscheidt. Die Stadtvertreter – und nicht die Bürger – waren bei der Wahl gefordert, weil Garding seit 2006 keinen hauptamtlichen Stadtchef mehr hat, sondern einen ehrenamtlichen. Und dieser wird aus den Reihen der Stadtvertreter benannt und vom Gremium gewählt.

Die 50-Jährige tritt die Nachfolge von Ranjet Biermann an, der Mitte Januar zurückgetreten war. Sie dankte Amtsdirektor Herbert Lorenzen und seiner Mannschaft für die Unterstützung in den Wochen nach Biermanns Rückzug bei allen verwaltungstechnischen Fragen. Sie selbst habe zwei andere Wunschkandidaten für diesen Posten im Auge gehabt. Aber nach Rücksprache mit ihrem Mann habe sie sich bereiterklärt, die Aufgabe zu übernehmen. „Ich habe großen Respekt vor diesem Amt.“ Garding habe es schwer. Es sei aber erklärtes Ziel, weiterhin sparsam zu wirtschaften und dabei auch Wirtschaft und Infrastruktur weiterzuentwickeln, damit Garding ein attraktiver Wohn- und Ferienort bleibt.

Andrea Kummerscheidt lebt seit 2004 in Garding. 1994 hatte es sie mir der Familie aus ihrer Heimat im Rheinland zunächst nach Föhr verschlagen. „Wir wollten auf jeden Fall an der Nordsee bleiben.“ Sie arbeitet als psychologische Beraterin bei der Kinder- und Jugendbetreuung Nordfriesland in Garding. Seit 20 Jahren ist sie CDU-Mitglied, seit 2008 gehört Andrea Kummerscheidt der Stadtvertretung an.

Zu ihrem Nachfolger als zweiter stellvertretender Bürgermeister wurde Bernd Petersen (CDU) einstimmig bei eigener Enthaltung gewählt. Das gleiche Votum erhielten beide als Vorsitzende des Haupt- und Finanzausschuss beziehungsweise als Stellvertreter. Zum stellvertretenden Mitglied im Amtsausschuss wurde Kay Eggers gewählt. Für Ranjet Biermann, der auch sein Amt als Stadtvertreter niedergelegt hatte, rückte Gonde Jens (CDU) nach. Sie war bereits schon einmal bis 2013 Mitglied des Gremiums gewesen. Nach den Wahlen, der Vereidigung und den zahlreichen Glückwünschen, unter anderem von Amtsvorsteher Christian Marwig, Amtsdirektor Herbert Lorenzen und Gardings Wehrführer Matthias Trapp, ging es weiter in der Tagesordnung. Der Haushalt für 2015 stand zur Abstimmung an. Der Ergebnisplan weist ein Minus von 726  600 Euro aus (wir berichteten). Eine große Rolle spielen dabei die Abschreibungen in Höhe von 275  000 Euro, die seit der Einführung der Doppik (doppelte Buchführung in Konten) miteinzuberechnen sind. Kay-Uwe Cornils (SPD), der wieder einen sehr ausführlichen Vortrag über das Zahlenwerk hielt, ging davon aus, dass wie in den Vorjahren der Fehlbetrag kleiner ausfallen wird. „Wir haben nie alle Ansätze komplett verwendet.“

Es gibt aber auch einiges Positive zu vermelden. So werden in diesem Jahr mehr Schulden getilgt als neue aufgenommen, wie Karl-August Petersen von der Amtsverwaltung bemerkte. Außerdem müssen die Abwassergebühren nicht erhöht werden. „Wir haben 2014 weniger Abwasser zur Kläranlage in St. Peter-Ording gepumpt“, so Cornils. Die ersten Straßensanierungen zeigen Wirkung. Denn in Garding besteht das Problem, dass viel Fremdwasser in die Kanalisation fließt. „Garding wird auch in den kommenden Jahren seinen Haushalt nicht ausgleichen können“, so Cornils. Es sei denn, das Land ändert die Gemeindefinanzierung gravierend. Bernd Petersen nahm für die CDU-Fraktion Stellung Er sprach sich wie sein Vorredner für die Investitionen für die Feuerwehr aus. Ferner forderte er, an die Ausweisung eines neuen Wohn- und Mischgebiets zu denken. Und bezeichnete den Erhalt der Tourist-Information als wichtig, da sie sowohl für die Touristen als auch die Umlaufgemeinden eine Anlaufstelle sei. Der Haushalt wurde einstimmig abgesegnet.

Geschlossene Zustimmung gab es auch für die Ausweisung von Gewerbeflächen im Flächennutzungsplan von Kirchspiel Garding im Bereich Ovesweg. Es dürfen sich dort aber keine Einzelhändler ansiedeln. Die Landesplanung hatte die Genehmigung des Plans von dieser Zustimmung der Stadt abhängig gemacht.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen