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Wohnmobil-Segnung auf Nordstrand : Himmlischer Beistand für Reisende

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Auf dem Wohnmobilstellplatz am Nordstrander Norderquerweg wurden Camper und ihre Fahrzeuge gesegnet.

Im zehnten Jahr seit Gründung des „Womoland Nordstrand“ hatten sich die Betreiber Michael Knecht und Axel Bertram für das Himmelfahrtswochenende etwas ganz Besonderes ausgedacht: Sie luden zur ersten internationalen Wohnmobil-Segnung ein – wobei der Begriff genau das beschreibt, was dort in der Scheune und auf dem Platz geschah: Jens Schmidt, seit 2015 Pfarrer der alt-katholischen Gemeinde im Theresiendom, feierte mit den aus ganz Europa „angelandeten“ Wohnmobilisten einen stimmungsvollen Gottesdienst. Anschließend ging er mit dem Weihwasser über den Platz, um die 46 Wohnmobile und ihre Insassen zu segnen.

„Ich habe nicht eine Sekunde überlegt, als ich gefragt wurde, ob ich diesen Gottesdienst halten möchte, der sich an wohn-mobile Gläubige, Zweifler und andere gute Christen richten sollte“, sagte Jens Schmidt und ergänzte diese Aufzählung um die „Ungläubigen“ unter den Reisemobilisten. Alle sollten sich angesprochen und wohl fühlen. Und das taten sie auch. Die Scheune war bis auf den letzten Platz besetzt.

„Was für eine schöne Idee“, fand ein Ehepaar aus der Schweiz, das als erstes in den Genuss der Segenswünsche kam und diese nach der langen Anreise als besonders wohltuend empfand. Auch die übrigen Camper, darunter sogar eine evangelische Pastorin, genossen die spezielle Zeremonie.

Insbesondere die inhaltlich auf Nordstrand und das „pilgernde Gottesvolk“ zugeschnittene Liturgie gestaltete der Pfarrer ganz im Sinne der Gäste. „Sind wir nicht alle auf der Suche nach Glück, Liebe und einem erfüllten Leben?“, fragte Jens Schmidt und stimmte „Lobe den Herren“ an. Ein altbekanntes Lied mit modifiziertem Text, in dem er Gott zum mächtigen Herrscher der Meere machte und das Rauschen der Wogen als Echo der himmlischen Chöre beschrieb. Auch den Psalm 85 ließ er die Womo-Gemeinde in der heutigen Sprache sprechen: „Ich wünsche mir einen Platz, da nehmen sich Freundlichkeit und Achtung in den Arm. Da geben sich Gerechtigkeit und Frieden einen dicken Kuss. Ich wünsche mir einen solchen Platz und der heißt Erde.“

Ebenso an die Szenerie angelehnt gestaltete er die Litanei vom Unterwegssein und beschrieb Nordstrand als Ort, an dem man dem Himmel besonders nahe ist. Im Gebet bat der Pfarrer um Schutz, Geborgenheit und Halt für all jene, die viele Kilometer auf der Straße unterwegs sind. Er verteilte Parkscheiben mit biblischen Zitaten auf der Rückseite und lud die Anwesenden ein, immer wieder nach Nordstrand zu kommen, um im „WomoLand“ mit Gottes Segen zu parken und auf der „Insel an Land“

Ruhe und Erholung zu finden. Beim „Vater unser“ hielten sich alle an den Händen, beim gemeinsamen Gebet legten sie die Hände auf den Rücken der Nachbarn rechts und links, um sich gegenseitig zu stärken und Halt zu geben. Auch das letzte Lied, das ebenso wie die anderen Gesänge von Malte Wienhues am Keyboard begleitet wurde, passte zum Thema: „Möge die Straße uns zusammenführen“, so der Titel.

„Das war sehr bewegend, ich bin jetzt noch ganz ergriffen“, gestand Axel Bertram nach der Zeremonie und kündigte an, dass solche besonderen Gottesdienste am Himmelfahrtswochenende künftig ihren festen Platz im „WomoLand“-Veranstaltungskalender haben werden.

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