Gleichgesinnte in Bredstedt : Hilfen für den Alltag

Die Räume in der Awo stehen ab sofort für Ulla Repen bereit.
Die Räume in der Awo stehen ab sofort für Ulla Repen bereit.

Im Rahmen des Bürgernetzwerks startet ein Gruppe von fünf Frauen in Bredstedt eine Tauschbörse für Dienstleistungen. In den Räumen der Awo treffen zwei Mal im Monat Dienstleister und Hilfesuchende aufeinander.

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23. Januar 2015, 12:00 Uhr

Menschen, die Hilfe benötigen und die Arbeitskraft anbieten, sollen zusammengeführt werden. Das ist der Ansatz der Bredstedter Gruppe um Ulla Repen, die sich den großen Herausforderungen des demografischen Wandels stellt. Auch die Nordfriesen im Amt Mittleres Nordfriesland und in der Stadt müssen das Miteinander der Generationen überdenken. Seit 2009 hat sich das Leuchtturm-Projekt des Kreises, Bürgernetzwerk Nordfriesland, zur Aufgabe gemacht, Bürger bei der Auswahl eines passenden ehrenamtlichen Engagements zu beraten, um Kompetenzen, Talente und Engagement zu verknüpfen. Ulla Repen rief daher in Bredstedt gemeinsam mit vier Gleichgesinnten eine sogenannte Tauschbörse ins Leben. In einem Raum im Gebäude der Arbeiterwohlfahrt in der Tondernschen Straße wird es pro Monat zwei Tage geben, an denen Dienstleister und Hilfesuchende zusammenkommen: einmal vormittags und einmal nachmittags im Monat. „Ein drittes Treffen wird ein Stammtisch der Dienstleister“, sagt Ulla Repen, um sich besser kennenzulernen, sich zu ergänzen, und voneinander zu lernen. Es ist eine Kampagne, die ohne Geld funktioniert. „In der Tauschbörse fließt kein Geld“, betont die Bredstedterin. Jeder Handwerker, Pfleger oder Pädagoge bekommt zum Start zehn Punkte, wenn er oder sie das eigene Können dem Gemeinwohl zur Verfügung stellen. Auf einem persönlichen Konto werden die Punkte gesammelt. „In Ausnahmefällen können auch bis zu zehn Minuspunkte gemacht werden“, erläutert die 61-Jährige. Das Team versucht dann zeitnah einen Ausgleich zu schaffen. „Wir wollen Ressourcen bei den Betroffenen fördern“, erklärt Ulla Repen. Denn mit Gegenleistungen jedweder Art könne geholfen werden. „Ein Mensch kann gut Unkraut jäten, ein anderer Kuchen backen“, lautet ihr Prinzip. Durch die Tauschbörse soll das Gefühl der Hilfebedürftigkeit umgangen werden, weil jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten selbst zur Tat schreitet. Die fünf Frauen bringen Menschen zusammen.

Derzeit wird ein Flyer entworfen. Auch eine Internetseite und ein Logo sind im Entstehen. Dienstleister und Hilfesuchende können sich ab sofort mit Ulla Repen unter Telefon 04671/602293 in Verbindung setzen. Auch wenn der offizielle Start wohl erst im März erfolgt. Das Motto lautet aber immer: „Jeder kann etwas“.

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