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Krebsberatungsstelle in Husum : Hilfe für Patienten und Angehörige

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Ein einzigartiges Angebot in Nordfriesland: Die Schleswig-Holsteinische Krebsgesellschaft hat ihre landesweit siebte Beratungsstelle in der Klinik in Husum eröffnet.

Jährlich gibt es in Schleswig-Holstein rund 19 000 Krebs-Neuerkrankungen. Mit der Diagnose geht oft der Bedarf an Beratung einher. Die Schleswig-Holsteinische Krebsgesellschaft stellte am Montag (10. November) in der Klinik in Husum ihre siebte Beratungsstelle vor. Nach den Standorten in Brunsbüttel und Heide öffnet die Gesellschaft damit die dritte Einrichtung dieser Art an der Westküste Schleswig-Holsteins – und der bislang einzigen in Nordfriesland. „Damit beseitigen wir einen weißen Fleck auf der Landkarte“, freute Jörg Arndt.

Das Vorstandsmitglied der Gesellschaft aus Kiel lobte das Engagement aus Nordfriesland. Husum sei geradezu ein Paradebeispiel für die schnelle Umsetzung einer Idee und dessen Realisierung. Maßgeblich daran beteiligt ist Peter Cohrs. Der Husumer Kaufmann und Geschäftsführer des Modehauses C.J. Schmidt war es nämlich, der durch eine Mitarbeiterin von den Angeboten der Krebsgesellschaft erfuhr und sich fragte: „Warum gibt es so etwas nicht auch in Husum?“ Gemeinsam mit der Husumer Frauenärztin Barbara Dalmer stellte Cohrs den Kontakt zur Kieler Gesellschaft her. „Auf ihren Anruf haben wir gewartet“, scherzte Vorstandsmitglied Jörg Arndt, um im gleichen Atemzug die große Nachfrage nach Beratungsleistungen und ausbaufähigen Angeboten zu erwähnen. „Inhaltlich und finanziell haben wir in Husum einen breiten Konsens vorgefunden und uns entschlossen, hier eine Beratungsstelle einzurichten“, so Arndt. Diese wird in der Klinik Husum, Erichsenweg 16, am Mittwoch (19. November) erstmals geöffnet haben. Dort wird dann Manfred Gaspar erster Ansprechpartner sein. Seit mehr als 20 Jahren ist der Diplom-Psychologe im Bereich der Psychoonkologie tätig – davon einen Großteil in leitender Funktion an einer Nachsorge-Klinik in St. Peter-Ording. Bei ihm erhalten Krebspatienten und deren Angehörige bei praktischen, psychischen, körperlichen, sozialen und wirtschaftlichen Problemen kompetente Hilfe. Der Bedarf ist groß, weiß Gaspar: „Es ist überfällig, dass eine solche Beratungsstelle in Nordfriesland eingerichtet wird“, betont der Psychologe, der im dritten Stock der Husumer Klinik immer mittwochs von 15 bis 17 Uhr anzutreffen sein wird. „Ich gehe schon jetzt davon aus, dass wir die Sprechzeiten ausweiten müssen.“

„Wir erhalten durch die Krebsgesellschaft qualitativ hochwertige Unterstützung“, sagt Barbara Dalmer. Und auch der Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe an der Klinik Husum, Dr. Michael Glaubitz, ist davon überzeugt, dass die Beratungsstelle mehr als nur eine Ergänzung an der Husumer Klinik darstellen wird. Glaubitz betreut jährlich rund 350 neu an Krebs erkrankte Menschen.

Derzeit führt die Krebsgesellschaft rund 1300 Beratungen durch. Mit Eröffnung der Beratungsstelle wird die Zahl deutlich steigen, ist Vorstandsmitglied Arndt überzeugt. „Wir würden hier ein solches Angebot nicht etablieren, wenn wir nicht davon überzeugt wären, dass dies vonnöten ist.“


Die Krebsberatungsstelle ist in Husum unter Telefon 04841/660-1570 (Anrufbeantworter) erreichbar.

 

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erstellt am 11.Nov.2014 | 18:00 Uhr

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