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Denkmalschutz auf Eiderstedt : Hilfe für historische Gebäude

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat die Sanierung des Haubargs Hochbohm und der Kirche von Westerhever finanziell unterstützt. Daran erinnert künftige Generationen eine Bronzeplakette.

Die Besitzer des Haubargs Hochbohm bei Tönning, den sie 2010 übernommen haben, wissen von manch einer Schwierigkeit während der viereinhalbjährigen Restaurierung zu berichten. Deshalb sind Dr. Christian Thomsen und seine Frau Ilse Colberg-Thomsen stolz auf das, was sie bisher durch persönlichen Einsatz und hohem Anteil an Eigenleistung erreicht hätten. Erfreut waren sie deshalb über den Besuch des Ortskurators der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), Kreis Nordfriesland, Dr. Günter Klatt, der ihnen eine Bronzeplakette der Stiftung überreichte. Diese hatte die Restaurierung des Haubargs finanziell unterstützt. Klatt versicherte den engagierten Kulturschützern eine glückliche Hand bei den Baumaßnahmen gehabt zu haben und brachte den Wunsch der Stiftung zum Ausdruck, die Bronzetafel gut sichtbar am Haus anzubringen. „Dadurch wird auch nach Abschluss der Arbeiten an vorbildlichen Projekten das Engagement der privaten Förderer der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz im Zusammenwirken mit der Glücksspirale deutlich gemacht.“

„Laut eines Gutachtens wurde das Holz für den Vierkant des Ständerbaus um 1588 geschlagen, wobei der Baubeginn um 1600 liegt“, so Thomsen. Lachend erzählt er von einem sogenannten Hexenstern an einer Barocktür. „Zur damaligen Zeit sollte dieser Böses vom Haus abwenden. Der wird auch weiterhin seinen Dienst tun müssen. Ich denke“, fügt er hinzu, „dass wir im Herbst 2015, zumindest vorläufig die Restaurierung des Haubargs beendet haben werden“.

Eine weitere Station war für Klatt die St.-Stephanus-Kirche in Westerhever. Sie wurde um 1200 gegründet. Ihr Turm und ihr Taufbecken sind die ältesten der Landschaft, Zeugnis jahrhundertelangen Wirkens Eiderstedter Christen. „Der massive Westturm aus gotischer Zeit war überall stark ausgeflickt und zeigte an der Südfassade in den Zwischenfeldern der Maueranker starke Auswölbungen und eine bedrohliche Ablösung der äußeren Mauerschale. Das Schadensbild wurde ergänzt durch Mauerrisse, eindringende Feuchte, gelöste Maueranker und Bewuchs“, berichtete Ute Böttcher, Vorsitzende des Kirchenrats der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Heverbund. Der Kirchenvorstand sei hocherfreut über die finanzielle Unterstützung bei der notwendigen Restaurierung des Turmes gewesen. Die Bronzetafel nahm sie zusammen mit Küsterin Martha Stabe gern entgegen.

Dem Ortskurator des Kreises liegt die Erhaltung des kulturellen Erbes der Region sehr am Herzen. Er ist einer von rund 80 Kuratoren, die für die Ziele der DSD auf regionaler Ebene tätig sind. Deshalb hat er auch gleich einige Zahlen parat, die eine Vorstellung von der Größe der privaten, bundesweit tätigen Initiative mit Sitz in Bonn geben. „1985 gegründet und unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten stehend, hat die DSD mehr als 200  000 Spender und Förderer sowie mehr als 500 ehrenamtliche Mitarbeiter. Seit dieser Zeit wurde die Restaurierung von mehr als 4500 Denkmalen ermöglicht. Viele Privatleute zeigen bei der Förderung der Stiftung ein enormes Engagement und sammeln bei Geburtstagsfeiern und anderen Anlässen“, so Klatt. In diesem Jahr seien bereits 700 Anträge bei der Stiftung eingegangen, die intensiv durch Denkmal-Experten gesichtet würden. „Zweifellos eine Erfolgsgeschichte, deren Ende nicht in Sicht ist. Wir alle sollten vorausschauend in Jahrzehnten denken, denn es gibt noch eine Menge Kulturgut zu bewahren.“

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