Engagement in Friedrichstadt : Hilfe für die Flüchtlinge

Oliver Theede spendet den Strandkorb aus der Aktion „Nordfrieslands beste Plätze“.
Oliver Theede spendet den Strandkorb aus der Aktion „Nordfrieslands beste Plätze“.

Etliche Syrer haben in Friedrichstadt Zuflucht gefunden. Der Strandkorb unserer Aktion „Nordfrieslands beste Plätze“ wird zugunsten der Asylbewerber versteigert.

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14. Dezember 2014, 12:00 Uhr

Bislang fallen sie im Stadtbild kaum auf, die syrischen Flüchtlinge, die in Friedrichstadt untergebracht sind – obwohl das Holländerstädtchen ein Zentrum der Unterbringung von Asylbewerbern ist, die dem Amt Nordsee-Treene zugeteilt worden sind. Doch mit einer Wohnung ist den Flüchtlingen nur ein wenig geholfen. Ein Dach über dem Kopf löst ihre Probleme längst noch nicht. Denn die durchlebte Angst der jüngsten Vergangenheit bleibt. Hinzu kommt, dass sie sich plötzlich in einem fremden Kulturkreis befinden. Niemand hat sie auf diese neue Welt vorbereitet. Zudem verstehen sie die Sprache nicht, können keine einfachen Hinweise lesen.

Für die Syrer war es das Wichtigste, die Familie in Sicherheit zu bringen – und ihre Papiere. Es blieb keine Zeit, sich auf das Leben in einem anderen Land vorzubereiten, sich von Freunden und Bekannten zu verabschieden. Für die Flüchtlinge ist Verständnis und Mitgefühl wichtig. Sie wollen an die Hand genommen werden, Unterstützung bei den täglichen Dingen des Lebens bekommen – was offensichtlich ganz viele Menschen in Friedrichstadt und der Region Nordsee-Treene auch wollen.

In den Fokus der Öffentlichkeit rückten die Asylbewerber erstmals durch die gemeinsame Aktion des Mildterhofs und des Friedrichstädter Landfrauenvereins. Ende Oktober fand dort ein Apfelkuchen-Backwettbewerb statt. Der Erlös ging an eine syrische Flüchtlingsfamilie, deren zwei Kinder die Treene-Grundschule besuchen.

Auch Oliver Theede, Chef der Firma Eiderstedter Strandkörbe in Friedrichstadt, beschäftigt sich schon seit längerem mit dem Schicksal von Flüchtlingen. Schließlich hat er einige ferne Länder bereist, in denen viele Menschen in kaum vorstellbarer Armut leben. Was lag für ihn also näher, einen der bekanntesten Strandkörbe des Landes zugunsten der Flüchtlinge zu versteigern. Das weiße handgefertigte Freiluftmöbel diente im Rahmen der Aktion „Nordfrieslands beste Plätze“, die gemeinsam mit unserer Zeitung veranstaltet wurde, schon vielen Menschen als bequemes Sitzmöbel. Beispielsweise beim Friedrichstädter Lampionfest an der Gracht, bei den Westküsten-Musiktagen in St. Peter-Ording, bei spannenden Fußballspielen in Bredstedt und bei den Pole-Poppenspäler-Tagen in Husum. Und daher können nun Strandkorbfreunde das Original am vierten Adventswochenende im Tönninger Packhaus besichtigen, Probesitzen und ein Gebot abgeben. Oliver Theede hofft auf viel mehr, als das Mindestgebot von 500 Euro. Denn: „Es gibt ja nicht nur ein tolles Gartenmöbel, sondern gleichzeitig wird den Flüchtlingen geholfen.“ Das ist sichergestellt, denn der Versteigerungserlös geht auf ein Sonderkonto: Stadt Friedrichstadt, Sonderkonto Asylbewerber, IBAN: DE93217500000060000031, BIC: NOLADE21NOS, Kassenkennzeichen: 36-3799022 Asylbewerber. Das Mitmachen ist ganz einfach. Die in Tönning ausliegenden Coupons ausfüllen oder die in unserer Zeitung abgedruckten und bis Montag (22.), 12 Uhr, an die Husumer Nachrichten, Markt 23, 25813 Husum, schicken oder per Mail an anzeigen.husum@shz.de.

Doch darauf ist die Hilfe keinesfalls beschränkt, es gab ein erstes Treffen von Menschen, die sich um die neuen Mitbürger kümmern wollen. Noch gibt es aber keine zentrale Anlaufstelle, da man sich entschieden hat, im abgesprochenen Verbund zu bleiben – mit den Gemeinden im Amt. Daher wird demnächst zentral in Mildstedt eine Ausgabestelle für Sachspenden eingerichtet. Zudem werden alle im Amtsbereich untergebrachten Flüchtlinge in den Genuss von einem Sprachkursus über 100 Stunden kommen, der eigentlich nur anerkannten Bewerbern zusteht. Amtsvorsteher Ralf Heßmann hat aber durchgesetzt, dass aus der Amtskasse dafür 30.000 Euro bereitgestellt werden. Die Kurse sollen gemeinsam mit der Volkshochschule in Viöl, Hattstedt, Nordstrand und Friedrichstadt stattfinden.

Aktuell werden dringend Männerjacken (keine Mäntel), Jeans und Sweat-Shirts benötigt. Auch andere Sachspenden sind willkommen, jedoch soll auf keinen Fall eine Konkurrenzsituation zu bestehenden Hilfseinrichtungen aufgebaut werden. Vorläufig, bis zur Einrichtung einer zentralen Stelle, nimmt Ralf Heßmann unter Telefon 0174/3047000 Spendenanrufe entgegen.

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