Finanzielle Unterstützung : Hilfe für alte Reetdachhäuser

Auch für die Sanierung der Dachseiten des Haubargs in Hoyerswort wurden Mittel bereitgestellt. Foto: wis
Auch für die Sanierung der Dachseiten des Haubargs in Hoyerswort wurden Mittel bereitgestellt. Foto: wis

Aktiv-Region Südliches Nordfriesland hat noch Fördergelder für die Sanierung und Erhaltung historischer Häuser zu vergeben

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23. Februar 2013, 09:09 Uhr

Eiderstedt | Haubarge und andere Reetdachhäuser prägen das Landschaftsbild Eiderstedts. Sie sind ein Zeugnis der Baukultur vergangener Jahrhunderte. Ihre Unterhaltung und Sanierung ist jedoch finanziell anspruchsvoll. Und so fielen etliche Gebäude im Laufe der Zeit der Abrissbirne zum Opfer. Doch immer wieder finden sich Menschen, die sich der Herausforderung, ein solches Gebäude zu pflegen, stellen. Um sie zu unterstützen und damit auch einen Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft zu leisten, startete die Aktiv-Region Südliches Nordfriesland 2010 das Projekt "Erhalt der Baukultur in den Landschaften Eiderstedt und Stapelholm". Den Anstoß dazu hatten die Interessengemeinschaft Baupflege Nordfriesland/Dithmarschen, der Heimatbund Landschaft Eiderstedt und der Verein Landschaft Stapelholm gegeben. Es wurde vom Land auch als Leuchtturm-Projekt anerkannt. An EU-Fördermittel stehen 750 000 Euro zur Verfügung. Die Verantwortlichen gaben jetzt einen Überblick über den Stand der Umsetzung.

Es sind bereits acht Maßnahmen ausgeführt worden, wie zum Beispiel die Ein deckung des Hoyersworter Haubargs. Die Fördersumme für die acht betrug 83 000 Euro bei einem Volumen von 202 000 Euro. 24 weitere wurden bewilligt, wobei sich die Investitionssume auf 770 000 Euro beläuft und die Förderung auf 270 000 Euro. Dann sind noch weitere 24 Maßnahmen in der Bearbeitung, die 680 000 Euro kosten und mit 307 000 Euro gefördert werden. Und weitere vier sind beantragt (Volumen 129 000 Euro, Förderung 58 000 Euro), wie Mathias Günther vom Büro für Regionalentwicklung erklärte. Weitere Anträge müssten noch in diesem Jahr gestellt werden, betonte er, da ein Drittel der Projektlaufzeit bereits um sei.

Alte Häuser, besonders die unter Reet, haben auch für den Tourismus Bedeutung. "Die Besucher erwarten eine einigermaßen intakte Baukultur in unserer Landschaft", betonte Hans-Georg Hos trup, Vorsitzender der IG Baupflege. Heinz Warnecke vom Förderverein Landschaft Stapelholm erklärte: "Die Touristen wollen alte Häuser nicht nur an gucken, sondern auch darin wohnen." Deshalb müssten so viele Gebäude wie nur möglich erhalten werden, forderte Hostrup, denn "was einmal abgebrochen wurde, ist unwiderruflich verschwunden". Die Förderung ist bis 2014 begrenzt, was Warnecke bemängelte, denn der Denkmalschutz habe früher für Förderung in längeren Zeiträumen gesorgt.

Zum Thema "Reetdach" sind einige Veranstaltungen geplant, beginnend mit einer Führung (6. April) in einem Haubarg in Garding. Im Foyer des Amtsgebäudes gibt es vom 22. März an eine Ausstellung mit dem Titel "Was vom Lande übrig blieb". Die Bilder dokumentieren historische Häuser auf dem Lande im Zeitraum von 1958 bis 1988. Die ersten Aufnahmen, als die meisten Gebäude noch intakt waren, können "einen schon melancholisch stimmen", wie Dr. Carsten Fleischhauer sagte. Er ist Leiter des Volkskunde-Museums Schleswig und Kurator der Ausstellung.

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