Husum : Herzog Adolf kehrt in sein Schloss zurück

Gelungene Kopie eines Porträts von Herzog Adolf.
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Gelungene Kopie eines Porträts von Herzog Adolf.

Förderverein hat Kopie eines Porträts des Fürsten anfertigen lassen – nur der Bilderrahmen fehlt noch.

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02. Januar 2018, 12:00 Uhr

Bald kann er wieder in sein Schloss in Husum „einziehen“ – wenn auch nicht als lebendige Person, sondern in gemalter Form. Die Rede ist von Herzog Adolf von Schleswig-Holstein-Gottorf, dem Erbauer des Husumer Schlosses (1577 - 1582) aber auch der Schlösser in Tönning und Reinbek. Der Herzog, der das Herzogtum als 18-Jähriger übernahm und 1586 starb, war wohl die bedeutendste Herrscher-Persönlichkeit in Schleswig-Holstein und gleichzeitig Begründer einer neuen Dynastie, die es schließlich sogar bis auf den russischen Zaren-Thron bringen sollte und noch heute als das Haus Holstein-Gottorf-Romanow bekannt ist.

In Husum erinnert nicht nur das Schloss an Herzog Adolf, sondern auch die nach ihm benannte Herzog-Adolf-Straße, eine der Hauptstraßen Husum. Er unterstützte das Gasthaus zum Ritter St. Jürgen und gründete die Husumer Schützengilde von 1586 als eine Art Bürgerwehr. Der Herzog modernisierte die Verwaltung des Landes und spielte auch international eine Rolle – als Freund von Kaiser Karl V., aber auch des spanischen Königs und der Königin Elisabeth I. von England.

Im Husumer Schloss hing allerdings seit vielen Jahrzehnten kein Gemälde, das an ihn erinnert hätte. Dessen ungeachtet wurde bei Führungen immer wieder gefragt, wie Herzog Adolf denn wohl ausgesehen habe. Dies wird sich nun ändern, denn auf Initiative des „Fördervereines Schloss vor Husum“ ist jetzt eine Kopie von einem Bild des Fürsten angefertigt worden, das im Gasthaus zum Ritter St. Jürgen, besser bekannt als „Kloster“, hängt. Dieses Porträt ist seinerseits Kopie eines Bildnisses, das sich einst im Husumer Schloss befunden haben dürfte, so dass sich der Kreis schließt.

Das Bild im Kloster wurde nach der Kämmerei-Rechnung der Stadt Husum im Jahre 1642 von Nicolaus Umbhöfer, dem Hofmaler der Herzogin Augusta, „in Arbeit genommen“. Dabei kann es sich nur um eine Kopie nach einem bereits vorhandenen Bild gehandelt haben, denn der Herzog war damals schon 56 Jahre tot. Die Erinnerung an ihn war jedoch noch immer so lebendig, dass das Kloster ein Porträt von der Stadt erhalten sollte. Bei festlichen Anlässen wird bis heute ein „stilles Glas“ auf den Herzog erhoben, wobei die Gäste sein Bild ansehen.

Der Förderverein Schloss ist dem Kloster sehr dankbar, dass die Anfertigung einer Kopie nach diesem Bild von Umbhöfer erlaubt wurde. Die Arbeit selbst wurde von einer Firma vorgenommen, die sich unter anderem auf Reproduktionen historischer Gemälde spezialisiert hat. Die Anfertigung von Kopien nach Fürstenporträts war in vorigen Jahrhunderten gang und gäbe, um die Ahnenreihen in den Schlössern von Mitgliedern einer Fürstenfamilie zu vervollständigen. Die Qualität dieser Kopien war allerdings höchst unterschiedlich, wobei das Bild für Husum hervorragend gelungen ist und nicht versteckt zu werden braucht. Davon kann sich demnächst auch die Öffentlichkeit überzeugen. Zuvor muss der Herzog allerdings „neue Garderobe“, sprich einen Bilderrahmen, erhalten.

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