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Wechsel bei der Posaunenmission : Herr über 4000 Bläser

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Gewählt: Jan Petersen aus Joldelund ist neuer Landesobmann der Posaunenmission Hamburg/Schleswig-Holstein. Eine Entscheidung, die den Pastor überrascht hat.

Das Spielen der Trompete wollte er schon immer lernen, sagt Joldelunds Pastor Jan Petersen. Doch in der elterlichen Wohnung, im fünften Stock eines Hauses in Hamburg-Steilshoop, gestaltet sich dieser Wunsch anfangs noch als schwierig. Das Musikinstrument seiner Wahl ist einfach zu laut, um ungestört zu Hause darauf üben zu können. Also bekommt er zunächst nur ein Mundstück vom Leiter des örtlichen Posaunenchores, übt darauf – und wartet. „Ich durfte das Instrument erst dann lernen, als wir umgezogen waren“, sagt er.

Jetzt, rund 35 Jahre später, ist der 48-Jährige zum Landesobmann der Posaunenmission Hamburg/Schleswig-Holstein gewählt worden. Am Sonntag wurde er in einem feierlichen Gottesdienst in sein Amt eingeführt und sein Vorgänger, Propst i. R. Kurt Puls aus Schobüll, aus der ehrenamtlichen Tätigkeit verabschiedet.

Jan Petersen ist seit 2005 Pastor in Joldelund, seit sieben Jahren leitet er den dortigen Posaunenchor. Den Weg zurück in diese – zuvor etwas in den Hintergrund gerückte – Arbeit findet aber bereits er während seiner vorherigen Anstellung in Ockholm, wo er drei Jahre zuvor Pastor wird. „Ich habe damals den Posaunenchor besucht und hatte ohne besonderen Grund meine Trompete dabei“, erinnert er sich. Als er sich dann aber doch selbst einbringt und mitspielt, dauert es nicht lang, bis ihm auch die Leitung angeboten wird. Ein paar Jahre später wird er zudem vorübergehend für drei Jahre Obmann der Posaunenmission im Bezirk Husum-Bredstedt und taucht so erstmals tiefer in die dortige Arbeit ein. Trotzdem sei er überrascht gewesen, als der Wahlausschuss ihm jetzt die Stelle des Landesobmanns angeboten hat. „Mein erster Gedanke war, dass diese Aufgabe lieber ein Propst übernehmen sollte, der repräsentabler in der Landeskirche ist“, sagt er. Aber nach Rücksprache mit seinem vorgesetzten Propst und seiner Frau entscheidet er sich dennoch dafür.

Für die Musik seien schließlich die beiden fest angestellten Posaunenwarte zuständig, betont Petersen. Sein neues Amt bestehe vor allem darin, die Ehrenamtler zu vertreten und sie geistlich zu begleiten sowie zu koordinieren, zu repräsentieren und zu fördern. Gemeinsam mit dem Posaunenrat ist er künftig für rund 4000 Bläser der 240 Chöre in den 20 Bezirken zuständig. Den Schwerpunkt seiner Arbeit will er in die Anfänger-Förderung und die Chorleiter-Schulung legen.

Im Alter von zwölf Jahren kann Jan Petersen schließlich in einen Posaunenchor eintreten. Die Familie zieht in ein eigenes Haus und dort kann er ungestört auf der Trompete üben. Das Instrument begleitet ihn sein Leben lang, er spielt in Chören und Big-Bands, kurz vor dem Abitur überlegt er sogar, Trompete zu studieren – wovon ihm ein Dozent an der Musikhochschule allerdings abrät. Er sei nicht gut genug, würde niemals erster Trompeter in einem Orchester werden, sagt dieser damals. Also rückt das Instrument langsam weiter in den Hintergrund, anderes dafür in den Vordergrund. Anstelle des ursprünglichen Plans nimmt Petersen das Studium der Theologie auf – zuerst in Hamburg, später zieht er nach Frankfurt.

Inzwischen, spätestens seit seiner Anstellung in Ockholm, bildet die Trompete zwar wieder einen Schwerpunkt im Leben von Jan Petersen, auch drei seiner vier Kinder spielen bereits im Posaunenchor. Doch er ist froh, nicht selbst das Trompeten-Studium eingeschlagen zu haben und sich jetzt für den musikalischen Teil seiner neuen Arbeit auf die Posaunenwarte verlassen zu können: „Die sind viel wichtiger als ich.“

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