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St. Peter-Ording : Heißes Eisen Nahversorgung

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Ansiedlung von Aldi und Edeka in Ording steht am Montag (21. März) auf der Tagesordnung der Gemeindevertreter. Der komplette Wegzug des Discounter wäre möglich.

Vor einer weitreichenden Entscheidung steht die Gemeindevertretung von St. Peter-Ording am Montag (21. März). Je nach dem, ob und wie der Beschluss zum Nahversorgungszentrum in Ording ausfällt und ob die Politik der CDU-Fraktion in dieser Angelegenheit aufgeht, könnte der Badeort unter Umständen am Ende ohne einen Aldi-Markt dastehen.

Es geht um die Ansiedlung von Edeka und Aldi neben der Tankstelle in Ording. In der Sitzung des Bauausschusses von St. Peter-Ording am vergangenen Montag hatten sich die drei CDU-Vertreter und auch das FDP-Mitglied gegen diese Doppellösung ausgesprochen. Sie wollen dort nur Edeka zulassen. Die drei SPD- und AWG-Vertreter hatten dagegen dafür gestimmt. Einig waren sich aber alle, dass Ording ein Nahversorgungszentrum für Dinge des täglichen Bedarfs benötigt (wir berichteten).

Edeka war 2014 mit dem Plan einer großen Lösung an die Gemeinde herangetreten. Eine Strategie, die beide Handelsgesellschaften an vielen Standorten in Schleswig-Holstein verfolgen. Doch bereits in der Juli-Sitzung der Gemeindevertretung hatte die CDU Zweifel daran geäußert. Denn dann wird Aldi seinen Markt im Gewerbegebiet aufgeben. Die CDU und auch viele Gewerbetreibende an Böver- und Nordergeest fürchten, dass damit auch einiges an Kaufkraft abfließen wird. Edeka wäre dagegen das erste Mal mit einem großen Aktiv-Markt, es ist von 1500 Quadratmetern Fläche die Rede, in St. Peter-Ording vertreten. Jörg Menking, zuständig für die Standortsicherung des Unternehmens, betont, dass die beiden kleinen Edeka-Märkte im Bad und Dorf auf keinen Fall aufgegeben werden und das im Dorf sogar noch investiert werden soll.

Der Knackpunkt an der Sache ist, dass der Discounter-Riese auf jeden Fall umziehen wird, ja, das Grundstück im Gewerbegebiet ist bereits an das benachbarte Kaufhaus Stolz verkauft, wie Maurice Witt, Leiter Immobilien und Expansion bei Aldi, in einem Pressegespräch erklärt und wie es auch in einem Schreiben an Gemeinde und Gemeindevertretung steht. „An dem jetzigen Platz können wir uns nicht vergrößern.“ Mehr Platz im Markt, größere Parkplätze und ein moderneres, lichteres Erscheinungsbild – das ist das Ziel in Ording. Und der Umzug würde doch auch das Gewerbegebiet verkehrstechnisch entlasten, sagt er. Die Hauptzufahrt führt über die Bahnstrecke – mit entsprechendem Rückstau im Sommer und an Wochenenden. Mancher fährt daher lieber nach Garding zum Einkaufen.

Doch da hat CDU-Gemeindevertreter und Bauausschuss-Vorsitzender Bodo Laubenstein Hoffnung, die Situation durch eine Erweiterung des Gewerbegebiets zu entschärfen. Für ihn ist dagegen der Verkehrsfluss ein weiterer Grund, Aldi in Ording abzulehnen. Zum einen sei da der Anlieferverkehr. Da die Ortsumgehung Tating weiter auf sich warten lasse, könnten die Lkw nur über die Wittendüner Allee und die Eiderstedter Straße den neuen Standort erreichen. Zudem würde im Ort ein Querverkehr entstehen, wenn die Bürger von Böhl nach Ording zum Einkaufen fahren. Seine Fraktion schlage dagegen vor, dass Aldi auf ein anderes Grundstück im Gewerbegebiet zieht, im Bereich der Getränkemärkte, beispielsweise in zweiter Reihe. Darüber müsste man sprechen.

Keine Option ist, im Gewerbegebiet einen anderen Discounter anzusiedeln, wenn Aldi weggeht. Dem hat die Landesplanung einen Riegel vorgeschoben, sie hat eine Nachnutzung mit Lebensmittelsortiment ausgeschlossen. Die Bürger sitzen dennoch nicht auf dem Trockenen: Es gibt noch Lidl und Sky. Maurice Witt zeigt sich wegen eines anderen Standorts gesprächsbereit, betont aber: „Wir werden auch mit Garding sprechen.“

„Sollte es bei der kleinen Lösung bleiben, müssen wir noch einmal ganz neu rechnen“, sagt Jörg Menking von Edeka. „Ist ein so großer Aktiv-Markt ohne Aldi noch wirtschaftlich? Wir fangen dann wieder bei Null an, mit allen Planungen und Gutachten.“ Das würde zwei Jahre brauchen. Bei der großen Lösung könnte schon im nächsten Jahr eröffnet werden, da man entsprechend weit sei. Aber man müsse doch auch an Familie Stöhrmann denken, die die Fläche für das Nahversorgungszentrum zur Verfügung stellt. „Die wollen ja auch ihren landwirtschaftlichen Betrieb neu aufstellen.“

Am Montag (21. März) steht das Thema auf der Tagesordnung. Die Sitzung der Gemeindevertreter beginnt um 19.30 Uhr im Olsdorfer Krug. Außerdem geht es um den Haushalt und den Wirtschaftsplan der Tourismus-Zentrale.

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erstellt am 19.Mär.2016 | 17:00 Uhr

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