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Weihnachten auf der Orgelempore : Heiligabend im Dauereinsatz

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Elisabeth Weisenberger, ihre Chöre und Instrumentalgruppen sorgen bei den Festgottesdiensten in Garding und Umgebung für Musik.

„Der schöne Tannenbaum hier in der Kirche ist unser Weihnachtsbaum“, sagt Gardings Kirchenmusikerin Elisabeth Weisenberger, denn in der Advents- und Weihnachtszeit verbringt sie gemeinsam mit ihrem Mann viele Stunden in der St.-Christian-Kirche. Da lohnt es sich für das Ehepaar kaum, das eigene Zuhause aufwendig zu schmücken. „Mir reichen ein paar Christbaumkugeln im Rosenstrauch“, schmunzelt die Kantorin, die auch am Heiligabend fast durchgehend in kirchlicher Mission unterwegs sein wird. An diesem Tag liegt die musikalische Gestaltung diverser Gottesdienste in und um Garding in den Händen der 55-Jährigen.

Sie braucht alle Finger, um diese Veranstaltungen aufzuzählen, die sie mit ihren vier Chören, den Bläsern und den Flötengruppen vorbereitet hat: „Vormittags sind wir bei den Senioren im Martje-Flors-Haus. Um 15 Uhr führen die Kinder das Krippenspiel auf, das ich mit den Garding Music Kids seit den Herbstferien einstudiert habe. Um 17 Uhr gestaltet unser Kirchenchor die feierliche Christvesper. Darauf haben wir uns auch monatelang intensiv vorbereitet.“ Danach sieht die Kantorin die Chance auf eine kurze Verschnaufpause zu Hause, bevor es um 21.30 Uhr mit einem feierlichen Gottesdienst in Westerhever weitergeht. Zum Schluss steht wie immer um 23 Uhr die Christmette in Garding auf dem Programm. Ihr Mann, der Kunstmaler und Buchautor Thomas Weisenberger, ist in dieser Zeit häufig an ihrer Seite. Gerne unterstützt er seine Frau während des Weihnachtsmarathons in all den Dingen, die zu regeln sind, wenn diverse einzelne Projekte zu einem großen Ganzen zusammengefügt werden.

Trotz all der beruflichen Termine empfindet sie ihren Kalender rund um die Feiertage nicht als „zu vollgestopft“. Im Gegenteil: Nach der langen Vorbereitungszeit sei es ein gutes Gefühl, die Projekte endlich zur Aufführung bringen zu können. „Wenn wir gut vorbereitet sind und die Planung stimmt, dann ist es auch für mich ein stressfreies Weihnachtsfest“, sagt Elisabeth Weisenberger, die weder den sonst überall üblichen Austausch von großen Geschenken vermisst noch ein opulentes Festmenü braucht. Ihr eher schlichtes Abendessen vor den Spätgottesdiensten besteht „traditionell aus Würstchen und Sauerkraut“, so die gebürtige Bayerin, die bis 2003 im mittelfränkischen Dinkelsbühl lebte. Dann kreuzte sie gemeinsam mit ihrem Mann drei wundervolle Jahre lang mit einem Segelschiff auf dem Mittelmeer und ging, „weil wir nach diesem Törn unbedingt in Meeresnähe bleiben wollten“, schließlich im August 2006 in Garding vor Anker.

Dass sie jetzt rund um den Jahreswechsel immer viel zu tun hat, auch in diesem Jahr wieder Heiligabend erst weit nach Mitternacht nach Hause kommt und zudem wegen des Gottesdienst zum ersten Feiertag am nächsten Morgen früh wieder raus muss, stört das Paar nicht weiter: „Für mich sind es ganz normale Arbeitstage“, so die Wahlnordfriesin. Allerdings freut sie sich schon ein bisschen auf den zweiten Feiertag, „denn der gehört uns“: Ihr Mann wird ein leckeres Abendessen zaubern und dann wollen die Beiden ihre Zweisamkeit genießen und ausgedehnte Spaziergänge mit „Feli“ unternehmen. Die zweijährige Mischlingshündin kam vor gut einem Jahr über die Tiernothilfe Zypern nach Nordfriesland und braucht nun besonders viel Zuwendung. Dass Frauchen Musikerin ist, heißt für das sensible Tier aber nicht, dass es auch ständig von Musik berieselt wird. Im Gegenteil: Zwar beherrscht Elisabeth Weisenberger diverse Instrumente, spielt Orgel, Trompete, Posaune, Gitarre „für den Hausgebrauch“, Akkordeon, Klavier, Blockflöte und neuerdings auch Klarinette. Zu Hause aber hört sie am liebsten… nichts. „Da ich mich den ganzen Tag über in irgendeiner Form mit Musik beschäftige, weiß ich die Stille daheim oft ganz besonders zu schätzen“, so die Kantorin, für die Weihnachten vor allem ein Fest der Hoffnung ist und „der Tag, an dem das Alte Testament renoviert wurde“.

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