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Mit Studentin auf Hausbesuch : Hausarzt muss in der Region bleiben

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Dr. Holger Hamann aus Süderstapel kümmert sich in seiner Praxis um den studentischen Nachwuchs des Landes. Noch hat er allerdings keinen Nachfolger für seine Hausartpraxis gefunden.

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erstellt am 08.Mär.2015 | 11:00 Uhr

Wie kann man die hausärztliche Versorgung auf dem Lande sicher stellen – eine Frage, die auch in Stapelholm die Gemüter bewegt. Im vergangenen Herbst hatten Bürgermeister Jochen Tüxsen aus Wohlde und Dr. Holger Hamann aus Süderstapel eine erste Gesprächsrunde zu diesem Thema zusammengebracht. Im Stapelholmer Raum werden in wenigen Jahren die Lichter in den Praxen ausgehen, wenn es nicht gelingt, Nachfolger zu finden.

Professor Dr. Hanna Kaduszkiewicz, Leiterin des Instituts für Allgemeinmedizin der Christian-Albrechts-Universität (CAU) in Kiel, sieht vielfältige Gründe für diese Entwicklung. Während des Studiums würde das Spezialistentum dominieren, da die Studierenden hauptsächlich von stationär tätigen Spezialisten unterrichtet und mit stationär zu behandelnden Erkrankungen und ihren diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten konfrontiert würden, sprich die Ausbildung in Kliniken und die Gerätemedizin stehen im Vordergrund. Die Allgemeinmedizin hätte im Laufe der Zeit einen viel zu geringen Stellenwert zugewiesen bekommen und sei zur Zeit wenig attraktiv. Auf der einen Seite würde aber die Zahl der älteren, chronisch kranken Patienten immer größer, auf der anderen Seite führten die sich ändernden Einstellungen zu Beruf und Familie, die starke Zunahme von Frauen in der Medizin sowie das um sich greifende Zurückschrecken vor der Übernahme von Verantwortung dazu, dass ein Hausarzt-Sitz eher mit zwei Ärzten als mit einem Arzt nachbesetzt werden müsste, so die Professorin.

Die Referentin hofft unter anderem mit einer Änderung in der Approbationsordnung den Studenten den Hausarzt näher zu bringen. Zusätzlich zum bisher einwöchigen Praktikum im zehnten Semester haben sie schon frühzeitig ein erstes Blockpraktikum zwischen dem fünften und sechsten Semester in einer Hausarztpraxis zu absolvieren. Rund 180 akademische Lehrpraxen gibt es in Schleswig-Holstein, seit kurzem gehört auch die Praxis von Dr. Holger Hamann dazu. Hier absolviert Miriam Kampers, Studentin im fünften Semester an der CAU ihr erstes Praktikum. Das Ländliche kennt sie von ihrer Heimat im Oldenburger Münsterland und da sie mobil ist, war sie nicht auf die Praxen im Kieler Umland angewiesen.

Ihre Vorstellungen vom ländlichen Praxisleben wurden dabei voll erfüllt: „Es ist ein freundliches Verhältnis zwischen den meist älteren Patienten und dem Hausarzt. Und es gibt ein breites Spektrum an Erkrankungen, auch wenn die Grippe zur Zeit ein Hauptthema ist.“ Zum jetzigen Zeitpunkt kann sie noch nicht sagen, ob ihre berufliche Zukunft im Betrieb einer Landarztpraxis liegt. Beim zweiten Praktikum wird das dann anders sein. Viele Fragen gibt es natürlich auch in Bezug auf die Führung einer Praxis: „Der unternehmerische Teil ist zumindest bis jetzt noch nicht im Studium angesprochen worden und mit den BaFöG-Schulden im Hintergrund scheut man schon vor neuen bei einer Praxisübernahme zurück.“

Dr. Hamann wünscht sich, dass auf lange Sicht ein Student seine Liebe zu Stapelholm derart entdeckt, dass er in der Region Hausarzt wird. Aber natürlich ist ein Praktikum in diesem Abschnitt des Studiums nur ein Appetitmacher. Für Richtungsentscheidungen ist es wohl noch zu früh. Für den Praxisinhaber ist es gleichwohl erfrischend, sich mit der Neugier der Studentin auseinanderzusetzen.

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