Tetenbüll : Haus Peters auf einem guten Weg

Besuchermagnet: der historische Kaufmannsladen im Haus Peters in Tetenbüll.
Besuchermagnet: der historische Kaufmannsladen im Haus Peters in Tetenbüll.

Auch wenn die Einrichtung noch immer auf roten Liste der bedrohten Museen steht – die Bilanz des Haus Peters kann sich sehen lassen.

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20. Februar 2018, 11:00 Uhr

13.358 Besucher, darunter 30 Gruppen, sind Zahlen, die sich sehen lassen können, zeugen sie doch von einem regen Interesse am Haus Peters in Tetenbüll. Das kleine, aber feine Museum mit seinem historischen Kaufmannsladen, dem Horst-Janssen-Zimmer und den wechselnden, anspruchsvollen Ausstellungen lockt Besucher aus nah und fern, auch wenn 2017 die Zahlen leicht rückläufig waren.

Das habe sich aber nicht auf die Bar-Spenden und Verkäufe ausgewirkt, unterstrich Geschäftsführerin Dr. Katrin Schäfer in ihrem Bericht zur Jahresversammlung des Fördervereins Haus Peters im Kirchspielkrug Tetenbüll. „Finanziell lief es sogar besser als im Vorjahr“, so Schäfer. Kassenwart Michael Löw untermauerte dies mit Zahlen und stellte dem Minus im ideellen Bereich ein Plus im wirtschaftlichen Bereich gegenüber. „Knapp 14.000 Euro an Bar-Spenden für Haus Peters im Jahr 2017 bedeuten im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung von rund 1500 Euro“, berichtete Schäfer. Die Volksbank Westküste habe sich für die Neugestaltung des Horst-Janssen-Zimmers eingesetzt und auch für das laufende Jahr 2500 Euro für das Gesamtkulturprogramm des Hauses spendiert, freute sich die Geschäftsführerin. 600 Euro flossen vom Schleswig-Holsteinischen Spendenparlament. Der Husumer Galerist Ocke Peters spendete ein Jugendstillampe, der Kalle-Bäcker aus Marne wieder den Kuchen für alle Veranstaltungen, und zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiter und Helfer trugen ihr Scherflein dazu bei, dass es auch im ideellen Bereich reibungslos lief.

Besonderen Dank zollte Kassenwart Löw der Gemeinde Tetenbüll: „Wir laufen hinter jedem Cent her, umso dankbarer sind wir, dass uns die Gemeinde so großartig unterstützt.“ Schließlich seien die Unterhaltungskosten für das Haus kein Pappenstiel. Bedauerlich: Ein Neudruck des Buches „Markenwaren“, den die Selk-Harder-Stiftung finanziert hätte, scheiterte an den unvereinbaren Vorstellungen des Verlags Husum Druck und der Autorin. „Aber insgesamt sind wir auf einem guten Weg“, bilanzierte der Fördervereinsvorsitzende Wolfgang Jansen. Und das, obwohl Haus Peters nach wie vor auf der „roten Liste“ der in ihrer Existenz bedrohten Museen steht.

Die wechselnden Ausstellungen waren auch 2017 ein Publikumsmagnet, allen voran: Ole West. Überdurchschnittlich häufig geklickt wird die Webseite zu Haus Peters. Neu ist ein Eintrag auf der Museumsplattform Proxipedia: Hier soll bald eine Art virtuelle Führung noch mehr Lust auf das kleine Museum machen. Die Werbung – nicht zuletzt über Flyer, Plakate und Tafeln – haben Förderverein und Geschäftsführung ohnehin fest im Blick. Das spiegelt sich auch im Ausstellungskonzept für 2018 wieder, das künftig neben der bildenden Kunst die Fotografie in den Fokus rückt: So präsentieren nicht nur die Maler und Grafiker Jens Rusch, Tanja Gott, Hartmut R. Berlinicke und Augustin M. Noffke ihre Werke, sondern auch die Fotografen Heiko Westphalen, Torsten Richter und Bernt Hoffmann, deren Arbeiten ein jüngeres Publikum ansprechen sollen, hofft Schäfer. Darüber hinaus locken Krimi-Lesung, Erzähl-Abend sowie Kunsthandwerk- und Musik-Wochenenden. Zum Auftakt des Kulturprogramms gibt es ab 3. März eine kulturhistorische Ausstellung zur deutsch-dänischen Kolonialgeschichte der Region.

Bei den Neuwahlen wurden Wolfgang Jansen (1. Vorsitzender), Michael Löw (Kassenwart) und Heike Löw (Beisitzerin) für weitere zwei Jahre gewählt. Kassenprüferin ist Marlies Ritter. Kassenprüfer Günter Boysen und Helmut Oesen als 2. Vorsitzender bleiben im Amt.

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