Neue Idee für Hertie-Haus : Haus mit attraktivem Mieter-Mix

Die Käufer des ehemaligen Hertie-Gebäudes stellten im Umwelt- und Planungsausschuss erste Ideen für die Immobilie vor

Avatar_shz von
13. April 2013, 08:46 Uhr

husum | Was passiert mit dem früheren Hertie-Haus? Nachdem die Iandus-Gruppe das Gebäude nach jahrelangen Verhandlungen mit dem bisherigen Besitzer, dem britischen Konzern Dawnay Day, erworben hat (wir berichteten), wollen das nicht nur die Bürger wissen. Gespannt warteten die Mitglieder des Umwelt- und Planungsausschusses in der jüngsten Sitzung auf die drei Vertreter des Düsseldorfer Unternehmens, denn auch die Politiker hatten viele Fragen an Iandus-Geschäftsführer Benedikt Schmidt-Waechter, Architekt Rainer Molitor und Diplom-Ökonomin Stephanie Michaelsen. "Noch stehen wir in der komplizierten Kaufabwicklung, aber dieser Vorgang ist normal und wir sind bereits die neuen Besitzer", sagte Schmidt-Waechter. Sein Unternehmen konzentriere sich auf Handelsimmobilien "im Innenstadtbereich und nicht auf der grünen Wiese". Vom Anfang bis zum Ende bleibe man mit der Immobilie verbunden, so der Geschäftsführer.

Konkrete Aussagen über bauliche Veränderungen konnte er zwar noch nicht machen. "Unser Ziel ist es aber, eine individuelle Lösung im Kontext mit der Umgebung herzustellen." Dabei fänden auch die benachbarten Grundstücke und Gebäude wie beispielsweise das Torhaus oder das Schloss Berücksichtigung. "Wir werden die Attraktivität der Innenstadt stärken", versicherte Schmidt-Waechter. Davon werde nicht nur der Tourismus, sondern auch die Wirtschaft profitieren.

Was das Erscheinungsbild des Gebäudes betreffe, konnte er schon einige Signale geben: "Es ist augenfällig, dass das Straßenbild in der Großstraße optimiert werden muss." Um eine Kernsanierung der fast 13 000 Quadratmeter großen Fläche werde man aber nicht herumkommen. "Wir planen hier eine multifunktionale innerstädtische Handelsimmobilie." Die werde einen attraktiven Mieter-Mix aus lokalen und regionalen Händlern und Gastronomen sowie überregionale Filialisten umfassen. Es würden Miet- beziehungsweise Verkaufsflächen von 40 bis 3000 Quadratmeter entstehen. Weiterhin versicherte er, dass auch die Parkmöglichkeiten erhalten blieben - in welcher Größe, stehe allerdings noch nicht fest. Sein Wunsch wäre es zudem, dass bei den Planungen auch berücksichtigt werde, dass die bisherige Rückseite einen ausgezeichneten Blick auf die Asmussenstraße mit Torhaus und Schloss biete.

Einige Ausschussmitglieder wollten jedoch noch klarere Aussagen hören. "Konzentrieren Sie sich nur auf eine Kernsanierung oder ziehen sie auch einen Totalabriss in Betracht?", wollte Dr. Ulf von Hielmcrone (SPD) wissen. "Wenn der Rohbau noch funktionsfähig und der Beton in Ordnung ist, könnten wir damit arbeiten", antwortete Schmidt-Waechter. Es gäbe jedoch viele Details, die so nicht erhalten werden könnten. "Wird es denn eine Wohnbebauung in Richtung Schloss geben?", lautete eine weitere konkrete Frage. Da müsse man sich zunächst die Parkplatzfläche genau ansehen, so der Iandus-Geschäftsführer. "Aber wir müssen klären, wie wir die Attraktivität der Bebauung dort verbessern können."

Für Bauamtsleiter Rudolf Hölscher ist mit dem Eigentümerwechsel eine wichtige Hürde genommen: "Wir werden die Planungen begleiten und freuen uns auf eine konstruktive Zusammenarbeit." Allerdings müssten Verkehrs- und Einzelhandelsentwicklungskonzept der Stadt berücksichtigt werden, sagte der Bauamts-Chef und kündigte die Einrichtung einer Lenkungsgruppe an.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen