Treffen in Tönning : Hauptamtliche Hilfe für Flüchtlinge

Rebecca Mansel (M.) . betreut ab heute die Flüchtlinge hauptamtlich.
Rebecca Mansel (Mitte) betreut jetzt Flüchtlinge hauptamtlich.

Das Amt Eiderstedt und das Diakonische Werk stellen die bisherige ehrenamtliche Eiderstedter Betreuerin Rebecca Mansel ein. Die Diplom-Pädagogin kümmert sich nun hauptberuflich um die Flüchtlinge im Amtsbereich.

shz.de von
01. Juli 2015, 14:30 Uhr

Ein Schritt in die richtige Richtung. Ab heute kümmert sich Rebecca Mansel hauptberuflich um die Flüchtlinge im Amtsbereich Eiderstedt – einbezogen ist der Bereich der Stadt Tönning. Aufgewachsen mit Menschen aus anderen Nationen, ist die 32-jährige Diplom-Pädagogin bereits in Berlin-Neukölln. Und seit August 2014 hat sie die Aufgabe der Flüchtlingsbetreuung im Amtsbereich Eiderstedt bereits mit großem Engagement ehrenamtlich wahrgenommen. Dafür gab es anlässlich der gestrigen Zusammenkunft noch einmal großes Lob.

„Anlass dieses Treffens ist, dass das Amt Eiderstedt und das Diakonische Werk das Thema Migration neu in Angriff nimmt“, betonte der Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Husum, Volker Schümann. An der Zusammenkunft nahmen Amtsdirektor Herbert Lorenzen (Amt Eiderstedt), Jochen Guhlke vom Ordnungsamt des Amtes, Thomas Stahl (evangelisches Regionalwerk), Pastorin Gisela Mester-Römmer, Dieter Pelties (Diakonisches Werk) und Peter Martensen (Migrationsbeauftragter beim Kreis Nordfriesland) teil. Bisher, so legte Martensen dar, gab es pro Quartal 95 Euro vom Land für den Kreis pro Flüchtling. Diese Regelung ist aber abgeschafft – jetzt gibt es pro zu betreuendem Flüchtling eine Einmalsumme von 900 Euro. „Wir haben gesagt, das Geld muss vor Ort in der Flüchtlingsbetreuung ankommen“, so Martensen.

Dazu sei der Kreis in sogenannte Funktionsräume eingeteilt. „Eiderstedt ist einer davon“, unterstrich Martensen. Amtsdirektor Herbert Lorenzen lobte die bisher gute und ehrenamtlich geleistete Arbeit von Rebecca Mansel und betonte: „Dass sie die jetzt ausgeschriebene Stelle erhält, ist ein positiver Effekt. Die Integration findet somit auch weiterhin vor Ort statt – da wo die Menschen diesem Anliegen aufgeschlossen gegenüberstehen.“ Im Herbst musste das Amt nach Wohnungen zur Unterbringung der Flüchtlinge suchen – „im Moment werden uns welche angeboten.“

Auch Pastorin Gisela Mester-Römmer unterstrich: „Die Angelegenheit Wohnraum gestaltet sich ausgesprochen positiv. Auch haben alle Flüchtlinge jetzt ein Fahrrad.“ Dieter Pelties zeigte sich sehr erfreut über den Vertragsabschluss zwischen dem Amt Eiderstedt und dem Diakonischen Werk: „Wir sind froh, dass wir Rebecca Mansel gewonnen haben. Es stehen eine Menge Einrichtungen hinter ihr – beispielsweise die Tönninger Tafel und Möbel und mehr. Mit dieser jetzt geschaffenen hauptamtlichen Stelle geht es auch darum, die Ehrenamtlichen zu schulen. Ich denke, die Willkommenskultur muss gelebt werden – und in Nordfriesland sind wir auf einem guten Weg.“

Ihr Büro hat Rebecca Mansel im Diakonischen Werk in der Tönninger Johann-Adolf-Straße. Sie berichtete, dass ein Polizist die Fahrräder der Flüchtlinge angesehen habe und an den Standorten in Tating, Garding und Tönning zwölf Lehrer ehrenamtlich Deutschunterricht erteilen. Guhlke lobte ausdrücklich: „Die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung ist da.“

Er präsentierte Zahlen: 2011 waren acht Flüchtlinge im Amtsbereich untergebracht, 2015 bereits 75. „Zurzeit haben wir tatsächlich 93 Personen im Amtsbereich und der Stadt Tönning untergebracht“, sagte Jochen Guhlke.

Lorenzen betonte: „Die Flüchtlinge sind hochmotiviert – Hauptbarriere ist die Sprache.“ Peter Martensen rechnete vor: „Kreisweit haben wir mehr als 100 Ehrenamtliche in der Flüchtlingsbetreuung im Einsatz.“ Thomas Stahl sagte: „Wir in Husum sind überrascht von der Hilfsbereitschaft in Sachen Flüchtlingshilfe.

In anderen Gebieten – Beispiel Lübeck – ist das anders.“ Im Amtsbereich Eiderstedt seien Helfer zwischen 16 und 85 Jahren im Einsatz, so Rebecca Mansel. Im Übrigen engagieren sich vornehmlich Frauen. Auch Dieter Pelties unterstrich eindeutig: „Wir registrieren eine große Hilfsbereitschaft in Nordfriesland.“

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