Dauerbrenner : Haubarge retten

Mit Unterstützung der Interessengemeinschaft Baupflege frisch saniert: der Fresenhof auf Eiderstedt.
Mit Unterstützung der Interessengemeinschaft Baupflege frisch saniert: der Fresenhof auf Eiderstedt.

Die Interessengemeinschaft Baupflege Nordfriesland & Dithmarschen unterstützt 20 Eigentümer von Haubargen auf Eiderstedt, um diesen historischen Gebäudetyp zu erhalten.

shz.de von
09. April 2018, 12:00 Uhr

Baukulturdenkmäler retten und erhalten, das hat sich die Interessengemeinschaft (IG) Baupflege Nordfriesland & Dithmarschen auf ihre Fahne geschrieben. In der jüngsten Jahresversammlung in Husum berichtete der Vorsitzende, Hans-Georg Hostrup, von den Aktionen des vergangenen Jahres.

äler retten und erhalten, das hat sich die Interessengemeinschaft (IG) Baupflege Nordfriesland & Dithmarschen auf ihre Fahne geschrieben. In der jüngsten Jahresversammlung in Husum berichtete der Vorsitzende, Hans-Georg Hostrup, von den Aktionen des vergangenen Jahres.

Als „größten Erfolg“ bezeichnete er die Anerkennung Friedrichstadts als Flächendenkmal – das Holländerstädtchen sei das erste an der schleswig-holsteinischen Westküste. Bisher hätten nur einzelne alte Gebäude und der historische Marktplatz in der Altstadt unter Denkmalschutz gestanden. „Mit dieser besonderen Auszeichnung ist die Verpflichtung der Stadt verbunden, das historische Ortsbild zu bewahren.“ Ein gutes Instrument hierfür ist laut Hostrup die Erhaltungssatzung auf Sylt. „Seit 35 Jahren sichern die Gemeinden auf der Insel mit Hilfe von diesen Satzungen den Fortbestand historischer Bausubstanz.“

Doch auch die 20 Haubarge auf Eiderstedt standen 2017 auf der Agenda der IG Baupflege. So ist das Holz der Häuser dendrochronologisch für eine Alters- und Herkunftsbestimmung untersucht worden. „Umfangreiche Sanierungsarbeiten an den Haubargen Trindamm und Fresenhof haben wir mit unterstützt. Andere Haubarge mussten gesichert werden, um einen weiteren Verfall zu verhindern.“ Doch nicht überall seien die Bemühungen von Erfolg gekrönt gewesen. So konnte das Küsterhaus in Niebüll nicht gehalten werden. „Doch der Neubau soll im gleichen Stil errichtet werden, um das Gesamtensemble an dieser Adresse zu erhalten.“

Auch auf den Vierkanthof Ludwigslust in Galmsbüll ging der Vorsitzende ein. „Wir hoffen, dass es gut weitergeht.“ Inzwischen ist das historische Gebäude verkauft, wie Bürgermeisterin Sinje Stein auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt hat. Teile des Reetdaches seien bereits vom neuen Eigentümer erneuert worden.

Das Kreishaus in Heide, das in die Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein aufgenommen worden ist, gehört ebenfalls zu den Sanierungsfällen. Große Sorgen bereitet derzeit ein Algenbefall, der das Reetdach zerstört. „Wir stehen erst am Anfang der Untersuchungen“, berichtete Hans-Georg Hostrup. Nach seiner Einschätzung werde dieses Thema die Eigentümer von Reetdachhäusern und auch die IG Baupflege noch viele Jahre beschäftigen.

Für Ärger würden die neuen Windkraftpläne der Landesregierung sorgen. „In den neuen Plänen werden die bisherigen Abststandsregelungen aufgeweicht“, kritisierte der IG-Chef. Insbesondere die Abstände zu historischen Kulturdenkmälern würden nach den neuen Plänen geringer ausfallen. „Wir haben bereits Widerstand angekündigt.“

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